SBPF: Diagnostik, Therapie und Rehabilitation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie rückt bei der Versorgung von Menschen mit komplexem Behandlungsbedarf die Persönlichkeitsfunktionen in den Fokus. Anstelle von kategorialen Diagnosen wird ein dimensionaler Ansatz verfolgt.

Persönlichkeitsfunktionen beschreiben basale psychische Fähigkeiten in den Bereichen Identität, Selbststeuerung, Empathie und Nähe. Zur Beurteilung des Schweregrads nutzt die Leitlinie die Level of Personality Functioning Scale (LPFS).

Die LPFS unterteilt die Beeinträchtigungen in folgende Stufen:

LPFS-StufeSchweregradMerkmale (Auswahl)
0Keine oder geringfügigKlares Selbstkonzept, intakte Selbstreflexion, stabile Beziehungen
1LeichtRelativ intaktes Selbstkonzept, leicht eingeschränkte Empathie
2MittelgradigFragiler Selbstwert, fremdbestimmte Ziele, oberflächliche Beziehungen
3SchwerStark verzerrtes Selbstbild, ausgeprägte Unfähigkeit zur Empathie
4ExtremFehlendes Selbstkonzept, Desinteresse an Beziehungen

Eine schwere Beeinträchtigung der Persönlichkeitsfunktionen (SBPF) liegt laut Leitlinie ab einem LPFS-Wert von 2,5 vor.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die Beziehungsgestaltung bei Menschen mit SBPF eine besondere Herausforderung darstellt und häufig starke emotionale Reaktionen beim Behandlungsteam auslöst. Es wird dringend empfohlen, die professionelle Nähe und Distanz sowie die eigene Gegenübertragung regelmäßig im Rahmen von Supervision oder Intervision zu reflektieren. Behandlungsabbrüche können durch ein aktives, nachgehendes Terminmanagement und eine koordinierte Versorgung oft vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Nutzung der Level of Personality Functioning Scale (LPFS). Hierfür sollten strukturierte klinische Interviews wie das SCID-5-AMPD-I oder das STiP-5.1 verwendet werden.

Eine stationäre Aufnahme ist bei Notfällen wie akuter Selbst- oder Fremdgefährdung zwingend erforderlich. Sie sollte gemäß Leitlinie auch geprüft werden, wenn ambulante Maßnahmen nicht ausreichen oder schwere psychosoziale Faktoren den Therapieerfolg behindern.

Die Leitlinie formuliert keine spezifischen Medikationsempfehlungen für die SBPF selbst. Eine psychopharmakologische Therapie richtet sich nach den vorliegenden komorbiden Störungen gemäß den jeweiligen fachspezifischen Leitlinien.

Laut Leitlinie benötigen Betroffene in der Regel eine längere und ausreichend hochfrequente psychotherapeutische Behandlung. Kurze Interventionen reichen oft nicht aus, um stabile Veränderungen der Persönlichkeitsfunktionen zu erreichen.

Es wird eine kontinuierliche hausärztliche Langzeitbegleitung empfohlen. Die verlässliche und strukturierende Gestaltung der Arzt-Patienten-Beziehung gilt dabei als entscheidender Wirkfaktor für den Behandlungserfolg.

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Quelle: Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Persönlichkeitsfunktionen (LL-SBPF) (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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