Schizophrenie: Diagnostik und Therapie-Empfehlungen
Hintergrund
Die S3-Leitlinie Schizophrenie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) aus dem Jahr 2025 stellt eine umfassende Aktualisierung dar. Sie wurde erstmals in ein "Living Guideline"-Format überführt, um zukünftig jährliche Anpassungen an den aktuellen Stand der Wissenschaft zu ermöglichen.
Die Leitlinie betont ein integratives, biopsychosoziales Krankheitsverständnis der Schizophrenie. Neben der Reduktion der Positiv- und Negativsymptomatik rücken komplexe Therapieziele wie die Verbesserung der Lebensqualität, soziale Teilhabe und Recovery in den Vordergrund.
Für eine erfolgreiche Behandlung wird ein phasenadaptiertes, multiprofessionelles Vorgehen empfohlen. Dieses umfasst neben der Psychopharmakotherapie auch psychotherapeutische, psychosoziale und rehabilitative Interventionen, die im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung abgestimmt werden sollen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie rät zu einem wachsamen Nebenwirkungsmanagement, insbesondere hinsichtlich metabolischer Veränderungen. Es wird empfohlen, bereits bei einer Gewichtszunahme von mehr als 3 % des Ausgangsgewichts aktiv zu intervenieren. Neben Lebensstilinterventionen soll in diesen Fällen ein Behandlungsversuch mit Metformin (Off-Label-Use) zur Gewichtsreduktion angeboten werden, sofern die antipsychotische Medikation fortgeführt werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie soll ein Behandlungsversuch mit Clozapin bei einer gesicherten pharmakologischen Behandlungsresistenz angeboten werden. Dabei wird ein Clozapinspiegel von mindestens 350 ng/ml im Blut empfohlen, sofern keine Verträglichkeitsprobleme bestehen.
Die Leitlinie verzichtet auf starre Zeitvorgaben für die Dauer der Rezidivprophylaxe. Es wird empfohlen, die Behandlungsdauer individuell anhand von Faktoren wie der Schwere der Indexepisode, dem Ansprechen auf die Therapie und möglichen Nebenwirkungen gemeinsam mit der betroffenen Person festzulegen.
Bei prädominanten Negativsymptomen sollte laut Leitlinie Amisulprid in niedriger Dosierung oder Cariprazin angeboten werden. Zudem wird empfohlen, auf Präparate mit einer starken Blockade des D2-Rezeptors zu verzichten, um sekundäre Negativsymptome zu vermeiden.
Als pharmakologische Therapie der akuten Katatonie kann zeitlich begrenzt Lorazepam angeboten werden. Dies sollte gemäß Leitlinie in Kombination mit Antipsychotika erfolgen, die ein geringes Risiko für die Entwicklung eines malignen neuroleptischen Syndroms aufweisen.
Es wird empfohlen, Menschen mit Schizophrenie und einer komorbiden PTBS eine traumafokussierte Psychotherapie anzubieten. Hierzu zählen Verfahren wie Prolonged Exposure (PE) oder EMDR, da diese die PTBS-Symptomatik wirksam reduzieren können, ohne die Psychose zu verschlechtern.
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Quelle: S3-Leitlinie Schizophrenie (DGPPN, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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