Omega-3-Fettsäuren: Vorhofflimmern (VHF) & Dosierung
Hintergrund
Der aktuelle Rote-Hand-Brief und die Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) thematisieren die kardiovaskuläre Sicherheit von Omega-3-Fettsäuren. Eine Auswertung mehrerer klinischer Studien durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zeigte neue Risiken bei der Einnahme entsprechender Präparate auf.
Langkettige Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) werden häufig zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Sie sind sowohl als verschreibungspflichtige Arzneimittel als auch als frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise in Form von Fischöl-Kapseln, verfügbar.
Bereits in der Vergangenheit wurde darauf hingewiesen, dass sehr hohe Aufnahmemengen mit unerwünschten Wirkungen wie einer erhöhten Blutungsneigung oder einem Anstieg des Cholesterinspiegels einhergehen können. Nun rückt das Risiko für Herzrhythmusstörungen in den Fokus der Arzneimittelüberwachung.
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, bei Patienten mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern gezielt die Eigenanamnese bezüglich frei verkäuflicher Nahrungsergänzungsmittel zu erheben. Da Fischöl-Kapseln oft in ähnlich hohen Dosierungen wie Arzneimittel rezeptfrei verfügbar sind, übersehen Patienten diese häufig als mögliche Ursache für kardiale Nebenwirkungen.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut Rote-Hand-Brief kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen. Dies betrifft insbesondere Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren.
Das Risiko für Vorhofflimmern ist laut Auswertung der EMA dosisabhängig. Das größte Risiko wurde unter der höchsten getesteten Dosis von 4 Gramm pro Tag beobachtet.
Ja, ein regelmäßiger Fischverzehr von ein- bis zweimal pro Woche wird weiterhin als gesundheitsfördernd eingestuft. Die dabei aufgenommenen Mengen an Omega-3-Fettsäuren erreichen nicht die kritischen Werte, die mit Vorhofflimmern assoziiert sind.
Das BfR warnt, dass frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel zum Teil ähnlich hoch dosiert sind wie verschreibungspflichtige Arzneimittel. Risikopatienten wird empfohlen, solche Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Rote-Hand-Brief zu Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln: Dosisabhängig erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei Patienten mit etablierten (BfArM, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln: Erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei kardiovaskulären Erkrankungen oder
AkdÄ: Information des BfArM zu Omega-3-Fettsäuren: Bewertung der Anwendung nach Herzinfarkt.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Biotin: Risiko falscher Ergebnisse von Laboruntersuchungen durch Biotin-Interferenzen.
AkdÄ: Information zur MedSafetyWeek 2023
DEGAM S3-Leitlinie Antikoagulation
AWMF 053-024: S3-Leitlinie Hausärztliche Versorgung
AkdÄ: Information des BfArM: Atomoxetin (Handelsnamen: Agakalin, Atomoxe, Atomoxetin, Strattera): Aktualisierung der Fach- und Gebrauchsinformation
AkdAe AVP Arzneiverordnung in der Praxis 2025/01
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen