ROP-Screening: Indikation, Intervalle und Therapie
Hintergrund
Die Frühgeborenenretinopathie (ROP) ist eine Erkrankung der Netzhautgefäße, die durch eine zu frühe Geburt bedingt ist. Unbehandelt kann sie zur Erblindung führen, was durch rechtzeitige Erkennung und Therapie meist verhindert werden kann.
Pathophysiologisch führt die relative Hyperoxie nach der Geburt zunächst zu einer Hemmung der Gefäßentwicklung. In einer zweiten Phase entsteht durch den erhöhten Sauerstoffbedarf der reifenden Netzhaut eine relative Hypoxie, die eine überschießende Ausschüttung von VEGF und pathologische Neovaskularisationen auslöst.
Der wichtigste Risikofaktor ist die Unreife des Kindes bei der Geburt. Weitere Faktoren umfassen die Sauerstofftherapie, schlechtes postnatales Gedeihen, Sepsis und nekrotisierende Enterokolitis.
💡Praxis-Tipp
Nach einer intravitrealen Anti-VEGF-Therapie warnt die Leitlinie vor späten, behandlungsbedürftigen Rezidiven. Es wird betont, dass ophthalmologische Nachkontrollen oft bis deutlich über den errechneten Geburtstermin hinaus erforderlich sind, auch wenn das Kind bereits aus der stationären Behandlung entlassen wurde.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt ein obligatorisches Screening für alle Frühgeborenen mit einem Gestationsalter unter 31+0 SSW. Ist das Gestationsalter nicht sicher bekannt, gilt ein Geburtsgewicht unter 1.500 g als Grenze.
Es wird empfohlen, die Erstuntersuchung in der 6. postnatalen Woche (Lebenstag 36 bis 42) durchzuführen. Sie sollte jedoch frühestens ab einem postmenstruellen Alter von 31+0 Wochen erfolgen.
Grundsätzlich werden zweiwöchentliche Kontrollintervalle empfohlen. Bei bestimmten Risikokonstellationen, wie einer Vaskularisationsgrenze in Zone I oder einer Plus-Symptomatik, rät die Leitlinie zu wöchentlichen Kontrollen.
Das Screening kann abgeschlossen werden, wenn die Netzhaut peripher zirkulär vollständig vaskularisiert ist. Ein Ende ist laut Leitlinie auch bei einer deutlichen Regression der akuten ROP nach dem errechneten Geburtstermin möglich.
Die Leitlinie nennt die retinale Laserkoagulation und die intravitreale Injektion von Anti-VEGF-Antikörpern als primäre Behandlungsformen. Die Kryokoagulation wird nur noch in Ausnahmesituationen angewendet.
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Quelle: Augenärztliche Screening-Untersuchung bei Frühgeborenen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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