Rechenstörung (Dyskalkulie): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Rechenstörung (Dyskalkulie) ist eine umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten mit einer geschätzten Prävalenz von 2 bis 8 Prozent. Sie ist durch persistierende Minderleistungen im Bereich der Mathematik gekennzeichnet, die sich auf Basiskompetenzen, Grundrechenarten oder Textaufgaben beziehen.

Ohne wirksame Therapie weist die Störung eine hohe Persistenz auf und führt häufig zu deutlichen Einschränkungen im schulischen, beruflichen und privaten Bereich. Zudem geht sie oft mit weiteren psychischen Auffälligkeiten oder anderen Lernstörungen einher.

Die S3-Leitlinie der AWMF bietet evidenzbasierte Handlungsanweisungen für eine vereinheitlichte Diagnostik und Therapie. Ziel ist es, Betroffene durch qualitätsgesicherte Verfahren frühzeitig zu identifizieren und adäquat zu fördern.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die alleinige Fokussierung auf die Mathematikleistung ohne Berücksichtigung von Begleitsymptomen. Die Leitlinie betont, dass komorbide Störungen wie ADHS oder eine ausgeprägte Mathematikangst den Fördererfolg massiv beeinträchtigen können. Es wird daher empfohlen, stets abzuwägen, ob diese Begleiterkrankungen parallel oder sogar vorrangig zur Rechenstörungstherapie behandelt werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird ausschließlich die Alters- oder Klassennormdiskrepanz empfohlen. Ein IQ-Diskrepanzkriterium soll zur Diagnosestellung nicht mehr angewendet werden.

Die Leitlinie fordert im Regelfall eine Diskrepanz von mindestens 1,5 Standardabweichungen, was einem Prozentrang von 7 oder niedriger entspricht. Wenn klinische Befunde den Verdacht erhärten, reicht eine Diskrepanz von 1 Standardabweichung (Prozentrang 16 oder niedriger).

Es wird eine Förderung im Einzelsetting empfohlen, da hier die höchsten Effekte erzielt werden. Die Dauer einer einzelnen Therapiesitzung sollte laut Leitlinie mindestens 45 Minuten betragen.

Sehr häufig finden sich komorbide Lese-Rechtschreibstörungen (LRS) sowie Störungen aus dem ADHS-Spektrum. Zudem entwickeln viele Betroffene internalisierende Symptome wie eine spezifische Mathematik- oder Schulangst.

Die Leitlinie empfiehlt, bei Kindern mit einem erkannten Risiko bereits im Vorschulalter mit präventiven Fördermaßnahmen zu beginnen. Eine frühzeitige Intervention wirkt sich positiv auf die spätere schulische Entwicklung aus.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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