Psychosoziale Therapien bei SMI: Leitlinien-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S3-Leitlinie befasst sich mit psychosozialen Therapien für erwachsene Menschen (18 bis 65 Jahre) mit schweren psychischen Erkrankungen (Severe Mental Illness, SMI). Zu dieser Gruppe zählen Personen mit Diagnosen wie Schizophrenie, schweren affektiven Störungen oder schweren Persönlichkeitsstörungen, die durch langjährige Verläufe und erhebliche psychosoziale Beeinträchtigungen gekennzeichnet sind.

Ein zentrales Behandlungsziel ist das Konzept des Recovery. Dieses zielt nicht nur auf eine klinische Symptomreduktion ab, sondern fokussiert sich auf persönliches Wachstum, Empowerment und die Führung eines selbstbestimmten Lebens trotz krankheitsbedingter Einschränkungen.

Die Leitlinie betont die Notwendigkeit einer personenzentrierten, multiprofessionellen und gemeindenahen Versorgung. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der neben der medizinischen Behandlung auch die soziale, kulturelle und berufliche Teilhabe der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Dauerinstitutionalisierung in gemeindefernen, stark institutionalisierten Wohnformen vermieden werden soll, da mit zunehmendem Institutionalisierungsgrad unerwünschte Effekte ansteigen. Stattdessen wird ein selbstbestimmtes Wohnen in der Gemeinde mit mobiler, bedarfsgerechter Unterstützung als vorrangiges Ziel hervorgehoben.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zielt Supported Employment (Unterstützte Beschäftigung) auf eine rasche und direkte Platzierung der Betroffenen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ab. Es wird empfohlen, auf ein langes vorbereitendes Training zu verzichten und stattdessen eine zeitlich unbegrenzte, individuelle Unterstützung direkt am Arbeitsplatz durch Jobcoaches anzubieten.

Die Leitlinie bewertet strukturierte Psychoedukation als hochwirksam zur Reduktion von Rückfallraten und stationären Wiederaufnahmen. Es wird empfohlen, diese Interventionen ausreichend lange, bevorzugt in Gruppen und unter Einbeziehung der Angehörigen durchzuführen.

Eine Akutbehandlung im häuslichen Umfeld wird als Alternative zur vollstationären Behandlung empfohlen, sofern keine erhebliche Eigen- oder Fremdgefährdung oder schwere somatische Notfälle vorliegen. Die Leitlinie betont, dass diese Behandlung durch multiprofessionelle, mobile Teams mit einer 24-stündigen Erreichbarkeit erfolgen soll.

Der Einsatz von Experten aus Erfahrung (Peer-Support) wird zur Stärkung des Recovery-Prozesses und zur Förderung der Behandlungsbeteiligung empfohlen. Die Leitlinie hebt hervor, dass Peer-Support durch ausgebildete und psychisch stabile Peers erfolgen und professionelle Angebote ergänzen sollte.

Es wird ein regelmäßiges Monitoring von Parametern wie Gewicht, BMI, Blutdruck und Blutzucker sowie die Erfassung von Lebensstilfaktoren empfohlen. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit multimodaler gesundheitsfördernder Interventionen, da Betroffene ein stark erhöhtes Risiko für somatische Komorbiditäten aufweisen.

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Quelle: AWMF 038-020: S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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