Schizophrenie: Diagnostik, Therapie & Rezidivprophylaxe
Hintergrund
Die Schizophrenie ist durch ein charakteristisches Störungsmuster gekennzeichnet, das fast alle psychischen Funktionen betrifft. Zu den Kernsymptomen gehören Positivsymptome wie Wahn und Halluzinationen sowie Negativsymptome wie Antriebsminderung und Affektverflachung.
Menschen mit Schizophrenie weisen eine deutlich erhöhte Mortalität auf, die zu einer Reduktion der Lebenserwartung um 10 bis 25 Jahre führt. Neben Suiziden sind vor allem somatische Komorbiditäten wie kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen hierfür verantwortlich.
Die Behandlung erfordert ein multiprofessionelles Vorgehen, das biologisch-somatische, psychotherapeutische und psychosoziale Aspekte integriert. Die partizipative Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) stellt dabei eine zentrale Säule der Therapieplanung dar.
💡Praxis-Tipp
Ein abruptes Absetzen von Antipsychotika birgt ein hohes Risiko für Rebound-Psychosen und Absetzphänomene wie vegetative Entgleisungen oder Absetzdyskinesien. Die Leitlinie betont, dass eine Dosisreduktion stets in sehr kleinen Schritten (etwa 5 bis 20 Prozent der aktuellen Dosis) über Zeiträume von 6 bis 12 Wochen erfolgen sollte. Zudem wird vor der Diagnose einer echten Therapieresistenz der Ausschluss einer Pseudotherapieresistenz (z.B. durch Non-Adhärenz, Substanzkonsum oder zu niedrige Spiegel) dringend empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Eine Behandlungsresistenz liegt vor, wenn nach mindestens 12 Wochen Gesamtbehandlungsdauer mit zwei unterschiedlichen Antipsychotika in adäquater Dosierung keine ausreichende Symptomverbesserung eintritt. Zuvor muss laut Leitlinie eine Pseudotherapieresistenz ausgeschlossen werden.
Die Leitlinie empfiehlt bei gesicherter medikamentöser Behandlungsresistenz einen Behandlungsversuch mit Clozapin. Dabei sollte zur Therapieoptimierung ein Serumspiegel von mindestens 350 ng/ml angestrebt werden.
Die Leitlinie nennt keinen starren Zeitraum, betont jedoch, dass das Rezidivrisiko bei einem Absetzen nach einem Jahr auf 65 Prozent ansteigt. Die Behandlungsdauer sollte individuell unter Berücksichtigung von Krankheitsverlauf, Nebenwirkungen und psychosozialer Situation festgelegt werden.
Es wird bevorzugt die Cross-Taper-Strategie (überlappendes Auf- und Abdosieren) oder die Overlap-and-Taper-Strategie empfohlen. Ein abruptes Absetzen (Start-Stop) sollte nur bei zwingenden Gründen wie schweren Nebenwirkungen erfolgen.
Es wird der Einsatz von Amisulprid in niedriger Dosierung oder Cariprazin empfohlen. Zudem kann bei unzureichendem Ansprechen eine Off-Label-Augmentation mit bestimmten Antidepressiva erwogen werden.
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Quelle: S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung (DGPPN, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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