Psoriasis: Topische, systemische Therapie und Biologika
Hintergrund
Die gemeinsame Leitlinie der American Academy of Dermatology (AAD) und der National Psoriasis Foundation (NPF) behandelt das Management der Psoriasis. Psoriasis ist eine chronische, entzündliche Multisystemerkrankung, von der etwa 3,2 Prozent der US-Bevölkerung betroffen sind.
Die Erkrankung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst oder verschlimmert werden. Dazu gehören Infektionen, physiologischer und emotionaler Stress, das Absetzen systemischer Kortikosteroide, Alkoholkonsum, Rauchen sowie kutane Traumata.
Bei Kindern beginnt etwa ein Drittel aller Psoriasis-Fälle, wobei der Beginn während der Adoleszenz am häufigsten ist. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Aufklärung über die Erkrankung, Behandlungsoptionen und assoziierte Komorbiditäten.
Klinischer Kontext
Die Psoriasis vulgaris ist eine chronisch-entzündliche, systemische Hauterkrankung, von der weltweit etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Sie manifestiert sich typischerweise in zwei Altersgipfeln, meist zwischen dem 15. und 25. sowie dem 50. und 60. Lebensjahr.
Pathophysiologisch liegt der Erkrankung eine T-Zell-vermittelte Autoimmunreaktion zugrunde, bei der insbesondere die IL-23/Th17-Achse eine zentrale Rolle spielt. Dies führt zu einer massiven Hyperproliferation der Keratinozyten und der Ausbildung der charakteristischen erythematosquamösen Plaques.
Klinisch ist die Psoriasis für Ärzte hochrelevant, da sie weit über eine reine Hauterkrankung hinausgeht und häufig mit schweren Komorbiditäten wie der Psoriasis-Arthritis, dem metabolischen Syndrom und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert ist. Die Diagnose wird in der Regel klinisch anhand der typischen scharf begrenzten, rötlichen Plaques mit silbrig-weißer Schuppung sowie Phänomenen wie dem Auspitz-Zeichen gestellt.
Wissenswertes
Patienten mit Psoriasis leiden häufig unter systemischen Begleiterkrankungen, insbesondere der Psoriasis-Arthritis, die bei bis zu einem Drittel der Betroffenen auftritt. Zudem besteht eine starke Assoziation mit dem metabolischen Syndrom, Adipositas, Diabetes mellitus und kardiovaskulären Erkrankungen.
Die Pathogenese wird maßgeblich durch eine Dysregulation des Immunsystems getrieben, wobei dendritische Zellen und T-Lymphozyten interagieren. Eine Überaktivierung der Interleukin-23/Th17-Achse führt zur Ausschüttung von Zytokinen, die eine beschleunigte Teilung der Keratinozyten und lokale Entzündungen bewirken.
Klassische Zeichen sind scharf begrenzte, erythematöse Plaques, die mit einer groblamellären, silbrig-weißen Schuppung bedeckt sind. Typische Prädilektionsstellen sind die Streckseiten der Extremitäten, die Kopfhaut und die Rima ani, oft begleitet von Nagelveränderungen wie Tüpfelnägeln.
Ein Schub kann durch verschiedene exogene und endogene Faktoren provoziert werden. Dazu zählen mechanische Hautirritationen (Köbner-Phänomen), Infektionen wie Streptokokken-Angina, psychischer Stress sowie bestimmte Medikamente wie Betablocker oder Lithium.
Zur Beurteilung des Schweregrads werden etablierte Scores wie der Psoriasis Area and Severity Index (PASI) oder die Body Surface Area (BSA) herangezogen. Auch die Einschränkung der Lebensqualität wird oft mittels des Dermatology Life Quality Index (DLQI) standardisiert erfasst.
Die Psoriasis hat eine starke genetische Komponente, was sich in einer familiären Häufung zeigt. Besonders das Gen PSORS1 auf Chromosom 6, welches mit dem HLA-Cw6-Allel assoziiert ist, gilt als wichtigster genetischer Risikofaktor für den frühen Krankheitsbeginn.
Ärzte fragen zu diesem Thema
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist Methotrexat bei kutaner Psoriasis weniger wirksam als Adalimumab und Infliximab. Zudem wird bei der Therapie mit Methotrexat ausdrücklich der Einsatz neuer, nicht-invasiver Tests zur Beurteilung einer Leberfibrose empfohlen, um eine Hepatotoxizität frühzeitig zu erkennen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden für den klinischen Alltag die Scores BSA, PGA sowie BSA x PGA empfohlen. Der PASI-Score wird hingegen primär für klinische Studien empfohlen.
Gemäß der Leitlinie sind Etanercept für Kinder ab vier Jahren und Ustekinumab für Kinder ab zwölf Jahren durch die FDA zugelassen. Andere Biologika werden im pädiatrischen Bereich häufig Off-Label eingesetzt.
Die Leitlinie empfiehlt Cyclosporin bei schwerer, therapieresistenter Psoriasis. Es ist zudem besonders wirksam bei erythrodermischer, generalisierter pustulöser und palmoplantarer Psoriasis.
Die Leitlinie spricht aufgrund fehlender oder widersprüchlicher Evidenz keine Empfehlung für alternative Methoden aus. Dies betrifft unter anderem traditionelle chinesische Medizin, pflanzliche Therapien (wie Aloe Vera) oder spezielle Diäten.
Sie werden als steroidsparende Wirkstoffe eingesetzt und können allein oder in Kombination mit Steroiden verwendet werden. Bei Kindern haben sie sich im Off-Label-Use besonders für die Behandlung von Gesicht und Genitalien als wirksam erwiesen.
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Quelle: AAD: Guidelines for Management of Psoriasis (AAD). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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