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Psoriasis & Psoriasis-Arthritis: SIGN-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf SIGN Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Alle Patienten mit Verdacht auf Psoriasis-Arthritis sollten frühzeitig rheumatologisch vorgestellt werden.
  • Die Langzeit-Lokaltherapie der Plaque-Psoriasis sollte bevorzugt mit Vitamin-D-Analoga erfolgen.
  • Bei schwerer Psoriasis (PASI ≥ 10, DLQI ≥ 10) ist eine systemische Therapie indiziert.
  • Schmalband-UVB (NBUVB) ist der Breitband-UVB-Therapie (BBUVB) vorzuziehen.
  • Patienten mit Psoriasis weisen ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Depressionen auf.
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Hintergrund

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die Haut und Gelenke betrifft. Etwa 20 % der Psoriasis-Patienten entwickeln eine Psoriasis-Arthritis (PsA). Die Leitlinie teilt den Schweregrad wie folgt ein:

SchweregradKriterienVersorgungsbereich
MildDLQI ≤ 5Primärversorgung
SchwerPASI ≥ 10 und DLQI ≥ 10System- oder Biologikatherapie (Sekundärversorgung)

Diagnostik und Screening

Die Diagnose der kutanen Psoriasis erfolgt meist klinisch. Bei Gelenkbeteiligung ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend, um irreversible Gelenkschäden zu vermeiden.

  • Empfehlung (Grad B): Alle Patienten mit Verdacht auf PsA sollten rheumatologisch vorgestellt werden.
  • Empfehlung (Grad B): Die Klassifikation der PsA sollte anhand der CASPAR-Kriterien erfolgen.
  • Empfehlung (Grad C): Patientenfragebögen wie der PEST-Score sollten zur Früherkennung in der Primärversorgung genutzt werden.

Komorbiditäten

Patienten mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen. Ein jährliches Screening wird empfohlen:

  • Kardiovaskuläres Risiko: Jährliche Kontrolle von BMI, Blutdruck, Lipiden und Diabetes-Screening bei schwerer Psoriasis.
  • Depression: Psychosoziales Assessment und ggf. Überweisung an psychiatrische oder psychologische Dienste.

Topische Therapie (Primärversorgung)

Die Lokaltherapie ist die Basis der Behandlung bei milder Psoriasis.

WirkstoffIndikation / EinsatzEvidenz / Empfehlung
Kortikosteroide (potent)Kurzzeitige, intermittierende AnwendungGrad A: Schnelle Besserung der Plaque-Psoriasis. Nicht für den Dauergebrauch.
Vitamin-D-AnalogaLangzeit-LokaltherapieGrad A: Mittel der Wahl für die Erhaltungstherapie.
Dithranol / Teer / TazarotenAlternativen bei Versagen von Vitamin DGrad B: Bei entsprechender Verträglichkeit.

Phototherapie

Bei unzureichendem Ansprechen auf topische Therapien ist eine Phototherapie indiziert.

  • Empfehlung (Grad B): Schmalband-UVB (NBUVB) ist die Therapie der Wahl.
  • Empfehlung (Grad A): Breitband-UVB (BBUVB) wird nicht mehr empfohlen.
  • Empfehlung (Grad B): PUVA-Therapie ist für Patienten zu erwägen, die nicht auf NBUVB ansprechen.

Systemische Therapie der Psoriasis

Bei schwerer oder refraktärer Psoriasis ist eine systemische Therapie indiziert.

WirkstoffEinsatzgebietBemerkung
CiclosporinKurzzeitige, intermittierende TherapieGrad A: Sehr effektiv zur schnellen Remissionsinduktion.
Methotrexat (MTX)LangzeittherapieGrad B: Bevorzugt bei gleichzeitiger Psoriasis-Arthritis.
AcitretinAlternative SystemtherapieGrad B: Kontraindiziert bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Therapie der Psoriasis-Arthritis (PsA)

Die Behandlung der PsA erfordert oft eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Dermatologie und Rheumatologie.

  • NSAR: Zur kurzzeitigen Symptomlinderung (Grad C).
  • DMARDs: Leflunomid (Grad A) ist zur Behandlung der aktiven peripheren PsA empfohlen. Sulfasalazin und Methotrexat können als Alternativen erwogen werden (Grad C).
  • Biologika: Adalimumab, Etanercept oder Infliximab (Grad A) werden bei aktiver PsA empfohlen, wenn mindestens zwei DMARDs versagt haben, kontraindiziert sind oder nicht vertragen wurden.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie den DLQI (Dermatology Life Quality Index) routinemäßig in der Praxis. Ein DLQI > 5 rechtfertigt bei unzureichendem Ansprechen auf Lokaltherapie die Überweisung zum Dermatologen.

Häufig gestellte Fragen

Eine schwere Psoriasis liegt vor, wenn der PASI-Score ≥ 10 und der DLQI ≥ 10 betragen.
Vitamin-D-Analoga werden für die langfristige topische Behandlung der Plaque-Psoriasis empfohlen. Potente Kortikosteroide sollten nur kurzzeitig eingesetzt werden.
Biologika (wie Adalimumab, Etanercept, Infliximab) sind indiziert, wenn Patienten auf mindestens zwei konventionelle DMARDs nicht angesprochen haben oder diese nicht vertragen.
Methotrexat (MTX) wird für die Langzeittherapie und insbesondere bei Vorliegen einer begleitenden Psoriasis-Arthritis bevorzugt.
Patienten haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas, metabolisches Syndrom und Depressionen. Ein regelmäßiges Screening wird empfohlen.

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