Psoriasis bei Kindern: Therapie, Biologika und Trigger
Hintergrund
Die Psoriasis im Kindes- und Jugendalter stellt aufgrund ihrer Chronizität und der erheblichen Einschränkung der Lebensqualität hohe Anforderungen an die medizinische Versorgung. Obwohl das klinische Bild oft dem der Erwachsenen ähnelt, treten im Kindesalter Besonderheiten wie die Psoriasis guttata auf, die häufig mit Infekten assoziiert ist.
Eine besondere Herausforderung in der pädiatrischen Dermatologie ist der Mangel an zugelassenen Medikamenten, was häufig zu Off-Label-Anwendungen führt. Zudem belegen aktuelle Daten die zunehmende Bedeutung von Komorbiditäten wie Adipositas, metabolischem Syndrom und psychiatrischen Begleiterkrankungen bereits in dieser frühen Lebensphase.
Die AWMF-S2k-Leitlinie bietet evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen, um Ärzten medizinische und rechtliche Sicherheit bei der Behandlung dieser vulnerablen Patientengruppe zu geben.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Anwendung von Salicylsäure bei Kindern unter zwei Jahren, da die erhöhte systemische Resorption zu lebensgefährlichen Intoxikationen führen kann. Zudem wird hervorgehoben, dass bei einem plötzlichen, exanthematischen Auftreten einer Psoriasis guttata sehr häufig eine unerkannte Streptokokkeninfektion (z. B. im Rachen oder perianal) als Triggerfaktor vorliegt, weshalb eine entsprechende Abstrichdiagnostik empfohlen wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Adalimumab zur Behandlung der schweren chronischen Plaque-Psoriasis bei Kindern ab einem Alter von 4 Jahren zugelassen. Es wird körpergewichtsadaptiert subkutan verabreicht.
Es wird dringend empfohlen, alle Impflücken gemäß STIKO vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie zu schließen. Unter laufender Immunsuppression sind Totimpfstoffe sicher, Lebendimpfstoffe sind jedoch kontraindiziert.
Die Leitlinie empfiehlt primär den Einsatz von mittel- bis höherpotenten Kortikoiden der Klassen 2 und 3. In empfindlichen Arealen wie dem Gesicht oder Genitalbereich sollten ausschließlich Klasse-2-Kortikoide und nur kurzfristig eingesetzt werden.
Die Psoriasis guttata ist eine für das Kindesalter typische Form der Schuppenflechte, die sich durch kleinfleckige, stammbetonte Läsionen auszeichnet. Sie tritt häufig ein bis drei Wochen nach einer Streptokokkeninfektion auf.
Eine Schmalspektrum-UVB-Therapie kann bei Schulkindern und Adoleszenten in Einzelfällen erwogen werden. Die PUVA-Therapie wird hingegen im Kindes- und Jugendalter strikt abgelehnt.
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Quelle: Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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