Pralsetinib: Tuberkulose-Risiko und Screening-Vorgaben
Hintergrund
Pralsetinib (Gavreto) ist ein zielgerichtetes Therapeutikum, das in bestimmten klinischen Situationen zur Behandlung von nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) angewendet wird.
Ein Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2023 weist auf ein neu identifiziertes Sicherheitsrisiko hin. Im Zusammenhang mit der Pralsetinib-Therapie wurden Fälle von Tuberkulose berichtet.
Insgesamt wurden neun Fälle bei behandelten Personen identifiziert, unabhängig davon, ob eine Tuberkulose in der Vorgeschichte bekannt war. Auffällig ist laut Dokument, dass es sich dabei meist um extrapulmonale Manifestationen wie Lymphknoten-, Peritoneal- oder Nierentuberkulose handelte. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Rote-Hand-Brief der AkdÄ.
💡Praxis-Tipp
Das Dokument hebt hervor, dass die unter Pralsetinib auftretenden Tuberkulosefälle häufig atypisch als extrapulmonale Tuberkulose (z. B. renal, peritoneal oder in den Lymphknoten) in Erscheinung treten. Es wird empfohlen, bei unklaren Symptomen in diesen Organsystemen auch ohne klassische pulmonale Beschwerden an eine Mykobakteriose zu denken.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief wurden unter der Therapie mit Pralsetinib Fälle von Tuberkulose, meist extrapulmonal, beobachtet. Ein vorheriges Screening auf aktive und latente Tuberkulose wird daher dringend empfohlen.
Es wird empfohlen, vor dem Start der Pralsetinib-Therapie zunächst eine antimykobakterielle Standardtherapie einzuleiten.
Der Rote-Hand-Brief rät von dieser Kombination ab, da Rifampicin als starker CYP3A4-Induktor die Wirksamkeit von Pralsetinib verringern kann. Ist die Kombination unumgänglich, wird eine Dosisverdopplung von Pralsetinib ab Tag 7 empfohlen.
Das Dokument berichtet vorwiegend von extrapulmonalen Manifestationen. Dazu zählten unter anderem Lymphknotentuberkulose, Peritonealtuberkulose und Nierentuberkulose.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Gavreto® ▼ (Pralsetinib): Erhöhtes Risiko für Tuberkulose und Maßnahmen zur Risikominimierung (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Uptravi® (Selexipag): gleichzeitige
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Xagrid® (Anagrelidhydrochlorid)
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Caprelsa® (Vandetanib): Einschränkung der Indikation
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu ▼ Xeljanz® (Tofacitinib): Erhöhtes
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Cotellic® (Cobimetinib): zusätzliche
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Xeljanz® (Tofacitinib) ▼: Erste
AkdÄ: Rote-Hand-Brief: Xalkori® (Crizotinib): Sehstörungen, einschließlich des Risikos eines schweren Verlusts des Sehvermögens, Überwachungsbedarf
AkdÄ: Änderung des Wortlauts von Fach- und Gebrauchsinformationen – Empfehlungen des PRAC.
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen