AkdÄ2017

Selexipag (Uptravi) und CYP2C8-Inhibitoren: AkdÄ-Warnung

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf einer Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zu einem Rote-Hand-Brief aus dem Jahr 2017.

Selexipag (Uptravi) wird bei Erwachsenen zur Langzeitbehandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) der WHO-Funktionsklassen II bis III eingesetzt. Der Wirkstoff ist ein Agonist am Prostacyclin(IP)-Rezeptor und bewirkt eine Vasodilatation sowie antiproliferative und antifibrotische Effekte.

Die pharmakologische Wirkung wird laut AkdÄ hauptverantwortlich durch den aktiven Metaboliten von Selexipag vermittelt. Der Abbau dieses Metaboliten ist stark von bestimmten Cytochrom-P450-Enzymen abhängig, was zu klinisch relevanten Wechselwirkungen führen kann.

Empfehlungen

Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende zentrale Sicherheitshinweise zur Verordnung von Selexipag:

Pharmakokinetische Interaktionen

Laut AkdÄ zeigten Untersuchungen an gesunden Probanden, dass die gleichzeitige Gabe von Selexipag und dem starken CYP2C8-Inhibitor Gemfibrozil zu einer signifikanten Kumulation führt. Es wird eine annähernde Verdoppelung der Selexipag-Exposition beschrieben.

Zudem kommt es zu einem etwa 11-fachen Anstieg der Exposition des aktiven Metaboliten. Diese stark erhöhte Exposition steigert das Risiko für Nebenwirkungen, was laut Meldung zu einem Therapieabbruch führen kann.

Klinische Konsequenzen

Aus den pharmakokinetischen Daten ergeben sich folgende Empfehlungen für die Praxis:

  • Starke CYP2C8-Inhibitoren: Die gleichzeitige Anwendung von Selexipag mit starken Inhibitoren von CYP2C8 (wie beispielsweise Gemfibrozil) ist nun strikt kontraindiziert.

  • Moderate CYP2C8-Inhibitoren: Bei der gleichzeitigen Anwendung oder dem Absetzen von moderaten CYP2C8-Inhibitoren (z. B. Clopidogrel, Deferasirox, Teriflunomid) sollte eine Dosisanpassung von Selexipag erwogen werden.

Dosierung

InteraktionspartnerBeispieleKlinische Konsequenz für Selexipag
Starke CYP2C8-InhibitorenGemfibrozilKontraindiziert (11-fache Erhöhung des aktiven Metaboliten)
Moderate CYP2C8-InhibitorenClopidogrel, Deferasirox, TeriflunomidDosisanpassung erwägen (bei Beginn oder Absetzen)

Kontraindikationen

Die gleichzeitige Anwendung von Selexipag mit starken CYP2C8-Inhibitoren (z. B. Gemfibrozil) ist kontraindiziert.

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💡Praxis-Tipp

Bei Patienten unter Selexipag-Therapie wird eine sorgfältige Überprüfung der Begleitmedikation auf CYP2C8-Inhibitoren empfohlen. Insbesondere bei der Neuverordnung oder dem Absetzen von häufig verwendeten moderaten Inhibitoren wie Clopidogrel wird eine Evaluation der Selexipag-Dosierung angeraten, um toxische Spiegel oder einen Wirkverlust zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Gemfibrozil ist ein starker CYP2C8-Inhibitor. Laut AkdÄ führt die Kombination zu einer 11-fach höheren Exposition mit dem aktiven Metaboliten von Selexipag, was das Risiko für schwere Nebenwirkungen massiv erhöht.

Der Rote-Hand-Brief nennt Clopidogrel, Deferasirox und Teriflunomid als Beispiele für moderate CYP2C8-Inhibitoren. Bei deren Einsatz oder Absetzen wird eine Dosisanpassung von Selexipag empfohlen.

Selexipag wird zur Langzeitbehandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) bei Erwachsenen eingesetzt. Es ist für Patienten der WHO-Funktionsklassen II bis III zugelassen.

Die agonistische Wirkung am Prostacyclin(IP)-Rezeptor wird laut Herstellerinformationen hauptverantwortlich durch den aktiven Metaboliten von Selexipag vermittelt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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