Peritoneales Mesotheliom & PMP: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die Onkopedia-Leitlinie behandelt das peritoneale Mesotheliom (MPM) und das Pseudomyxoma peritonei (PMP). Es handelt sich um seltene Tumorentitäten des Bauchfells, die interdisziplinär an spezialisierten Zentren behandelt werden sollten.
Das MPM macht weniger als 20 Prozent aller Mesotheliome aus und ist häufig mit einer Asbestexposition assoziiert. Das PMP geht meist von einer muzinösen Neoplasie der Appendix (LAMN) aus und zeichnet sich durch disseminierte abdominelle Schleimablagerungen aus.
Beide Erkrankungen weisen oft unspezifische Symptome wie Bauchumfangsvermehrung, Gewichtsverlust oder unklares Fieber auf. Die Diagnose erfolgt häufig erst in fortgeschrittenen Stadien oder als Zufallsbefund bei anderen Eingriffen.
💡Praxis-Tipp
Bei einer diagnostischen Laparoskopie zur Ausbreitungsdiagnostik ist es essenziell, die Trokarpositionen strikt in der Mittellinie anzuordnen. Dies ermöglicht bei einer späteren zytoreduktiven Operation die problemlose Exzision der Trokarstellen, da eine Tumorzellaussaat entlang der Stichkanäle häufig vorkommt.
Häufig gestellte Fragen
Der PCI nach Sugarbaker ist ein Score zur Quantifizierung der intraperitonealen Tumorlast. Laut Leitlinie wird das Abdomen dabei in 13 Regionen unterteilt, für die jeweils die Größe der Tumorknoten bewertet wird.
Die Leitlinie empfiehlt in Analogie zum Pleuramesotheliom eine systemische Therapie mit Pemetrexed und einem Platinderivat als Mittel der ersten Wahl. Eine rechtzeitige Supplementierung von Folsäure und Vitamin B12 wird zur Toxizitätsreduktion angeraten.
Bei einem solchen Zufallsbefund nach einer Appendektomie ist laut Leitlinie ein abwartendes Vorgehen indiziert. Es werden regelmäßige Kontrollen mittels MRT oder CT sowie die Bestimmung von Tumormarkern alle 6 Monate empfohlen.
Das wichtigste Ziel der Operation ist eine möglichst vollständige Entfernung aller makroskopisch sichtbaren Tumorknoten. Dies wird mit dem Completeness of Cytoreduction Score (CCR) dokumentiert, wobei ein CCR von 0 angestrebt wird.
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Quelle: Peritoneales Mesotheliom und Pseudomyxoma peritonei (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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