AWMFS3Onkologie

Peniskarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Peniskarzinom ist in Deutschland mit etwa 950 Neuerkrankungen pro Jahr ein seltener Tumor. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Die Überlebensaussichten sind mit einem relativen 5-Jahres-Überleben von 71 % vergleichsweise gut.

Es werden zwei wesentliche pathogenetische Wege unterschieden. Etwa die Hälfte der Tumoren ist mit einer Infektion durch humane Papillomviren (HPV) der Hochrisikogruppe assoziiert. Der andere Teil entsteht häufig auf dem Boden einer chronischen Balanoposthitis oder eines Lichen sclerosus.

Laut Leitlinie senken eine Zirkumzision im Kindesalter sowie eine gute Genitalhygiene das individuelle Erkrankungsrisiko. Zudem wird davon ausgegangen, dass das Risiko für HPV-assoziierte Peniskarzinome durch eine HPV-Impfung von Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren reduziert werden kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie führen iatrogene Verzögerungen häufig zu einer entscheidenden Verschlechterung der Prognose. Es wird nachdrücklich davor gewarnt, unklare penile Läsionen über längere Zeit mit Salben zu behandeln oder inguinale Lymphknotenschwellungen wochenlang antibiotisch zu therapieren; stattdessen wird eine sofortige histologische Diagnosesicherung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt bei organerhaltenden Operationen einen tumorfreien Sicherheitsabstand von mindestens einem bis wenigen Millimetern. Die früher geforderten zwei Zentimeter gelten heute als nicht mehr notwendig.

Bei tastbaren Lymphknoten wird eine operative Entfernung empfohlen. Bei klinisch unauffälligen Leistenlymphknoten (cN0) wird ab dem Tumorstadium pT1b eine invasive Diagnostik mittels modifizierter Lymphadenektomie oder Sentinel-Biopsie empfohlen.

Laut Leitlinie soll bei gutem Allgemeinzustand eine Cisplatin-basierte Polychemotherapie erfolgen. Bevorzugt wird eine Kombination aus Paclitaxel, Ifosfamid und Cisplatin oder Cisplatin, Paclitaxel und 5-Fluorouracil.

Ja, bei T1- und T2-Tumoren kann eine lokale Strahlentherapie, vorzugsweise als Brachytherapie, als organerhaltende Alternative zur Operation eingesetzt werden. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass die lokale Tumorkontrolle im Vergleich zur operativen Therapie geringer ausfallen kann.

Für oberflächliche, nicht-invasive Tumoren empfiehlt die Leitlinie organerhaltende Verfahren. Dazu zählen die topische Therapie mit 5-Fluorouracil oder Imiquimod, die Laserablation oder die komplette chirurgische Epithelabtragung der Glans.

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Quelle: AWMF 043-042: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Peniskarzinoms (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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