Penicillamin (Metalcaptase): Einnahme und Überwachung
Hintergrund
Der Informationsbrief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2024 warnt vor einer abweichenden Wirkstofffreisetzung bei bestimmten Chargen von Metalcaptase 300 mg magensaftresistenten Tabletten (Penicillamin).
Bei den betroffenen Chargen erfolgt die Freisetzung des Wirkstoffs zeitlich verzögert. Dies kann zu einer verringerten Bioverfügbarkeit und einer daraus resultierenden reduzierten klinischen Wirkung führen.
Penicillamin ist ein Chelatbildner, der unter anderem Schwermetalle bindet und zur Ausscheidung bringt. Um eine kritische Versorgungslücke für betroffene Personen zu vermeiden, wurde entschieden, die betroffenen Chargen trotz der Abweichung zu vermarkten.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis des Informationsbriefs ist die strikte Nüchterneinnahme von Metalcaptase. Es wird betont, dass die Einnahme zu den Mahlzeiten die Bioverfügbarkeit signifikant reduziert, was bei den aktuell betroffenen Chargen mit ohnehin verzögerter Freisetzung zu einem kritischen Wirkverlust führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ-Informationsbrief erfolgt die Wirkstofffreisetzung bei einigen Chargen zeitlich verzögert. Dies kann zu einer verringerten Bioverfügbarkeit und einer reduzierten Wirkung des Penicillamins führen.
Es wird eine engmaschigere Kontrolle empfohlen. Bei stabilen Verläufen rät der Informationsbrief zu Kontrollen alle drei Monate anstatt wie bisher alle zwölf Monate.
Die Empfehlung umfasst die Kontrolle von Leberwerten, Blutbild und Kupferstoffwechsel-Parametern. Zudem wird eine 24-Stunden-Sammelurinuntersuchung angeraten.
Die Tabletten müssen zwingend auf nüchternen Magen mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Der Abstand zu den Mahlzeiten sollte mindestens eine Stunde vor oder zwei bis drei Stunden nach dem Essen betragen.
Die Entscheidung zur Vermarktung der betroffenen Chargen wurde getroffen, um eine kritische Versorgungslücke zu vermeiden. Penicillamin ist für die Behandlung schwerer Erkrankungen wie Morbus Wilson oder Schwermetallvergiftungen essenziell.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Informationsbrief zu Metalcaptase 300 mg magensaftresistenten Tabletten (Penicillamin): Zeitlich verzögerte WirkstofffreisetzungDrug Safety Mail (AkdÄ, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu CYSTAGON 150 mg Kapseln: Rückruf einer Charge
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Tepadina® (Thiotepa): Mögliches
AkdÄ: Information des BfArM zu Colchicum-Dispert® und
AkdÄ: Bekanntgabe der AkdÄ im Deutschen Ärzteblatt vom
AkdÄ: Informationsbrief zu Anticholium® (Physostigminsalicylat): Änderung der Zulassung.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Metamizol: Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Mepact® 4 mg (Mifamurtid): Möglichkeit eines Filterlecks / einer Fehlfunktion.
AkdÄ: „Aus der UAW-Datenbank“: Agranulozytose nach Selbstmedikation mit Metamizol
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen