Pankreatitis: Diagnostik, Therapie & Interventionen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie fasst den aktuellen Kenntnisstand zu Definition, Diagnostik und Therapie der akuten und chronischen Pankreatitis zusammen. Erstmals werden beide Krankheitsbilder in einer gemeinsamen Leitlinie behandelt, um die Übergänge als Kontinuum darzustellen.

Die akute Pankreatitis ist eine primär sterile Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die meist durch Gallensteine oder Alkoholmissbrauch ausgelöst wird. Während die Mehrzahl der Verläufe mild ist, kann eine schwere Form mit Organversagen und infizierten Nekrosen mit einer hohen Letalität einhergehen.

Die chronische Pankreatitis ist durch rezidivierende Entzündungsschübe und einen fibrotischen Umbau des Parenchyms gekennzeichnet. Dies führt im Verlauf zu einer exokrinen und endokrinen Pankreasinsuffizienz sowie zu chronischen Schmerzsyndromen, die die Lebensqualität der Patienten stark einschränken.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die zu frühe Durchführung einer CT-Untersuchung bei akuter Pankreatitis. Laut Leitlinie bietet eine CT innerhalb der ersten 48 bis 72 Stunden keinen Mehrwert für die Detektion von Nekrosen und sollte bei eindeutiger Klinik und Lipase-Erhöhung zur reinen Diagnosesicherung unterlassen werden. Zudem wird betont, dass bei infizierten Nekrosen ein minimal-invasiver Step-up-Approach (primär Drainage, erst sekundär Nekrosektomie) einem primär offen-chirurgischen Vorgehen überlegen ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie soll die initiale Volumentherapie vorwiegend mit Ringer-Laktat-Lösung durchgeführt werden. Eine zielgerichtete Steuerung anhand von Parametern wie Hämatokrit und Harnstoff wird im Verlauf empfohlen.

Patienten mit akuter biliärer Pankreatitis und begleitender Cholangitis sollen gemäß Leitlinie innerhalb von 24 Stunden einer ERCP mit Sphinkterotomie unterzogen werden. Bei fehlender Cholangitis oder fehlender Gallengangsobstruktion soll keine ERCP erfolgen.

Bei einer milden biliären Pankreatitis empfiehlt die Leitlinie, die Cholezystektomie noch im Rahmen des initialen Krankenhausaufenthaltes durchzuführen. Bei schweren Verläufen bleibt der Zeitpunkt eine Einzelfallentscheidung nach Abheilung der Nekrosen.

Die Leitlinie empfiehlt als Einstiegsdosis 40.000 bis 50.000 Einheiten Lipase pro Hauptmahlzeit. Für kleinere Zwischenmahlzeiten wird etwa die Hälfte dieser Dosis angesetzt.

Eine prophylaktische Antibiotikatherapie soll bei mildem Verlauf nicht erfolgen. Auch bei prognostiziert schwerer Pankreatitis kann eine Prophylaxe zur Vermeidung infektiöser Komplikationen nicht generell empfohlen werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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