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S3-Leitlinie Pankreaskarzinom (2024): Update & Übersicht

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Leitlinienprogramm Onkologie / DKG / Deutsche Krebshilfe / AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein generelles Screening für asymptomatische Personen ohne familiäres oder genetisches Risiko wird nicht empfohlen.
  • Der Verzicht auf Tabak und übermäßigen Alkohol sowie regelmäßige Bewegung senken das Erkrankungsrisiko.
  • Eine diagnostische Laparoskopie ist bei resektablen Tumoren >3 cm, Aszites oder CA 19-9 >500 U/ml indiziert.
  • Die palliative Erstlinientherapie wurde um NALIRIFOX erweitert (aktuell Off-Label-Use).
  • Eine frühzeitige Einbindung der Palliativversorgung und ein regelmäßiges Screening auf Mangelernährung sollen erfolgen.
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Hintergrund

Das exokrine Pankreaskarzinom (zu >95 % Adenokarzinome) gehört zu den Krebserkrankungen mit der schlechtesten Prognose. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 11 %. In Deutschland erkranken jährlich etwa 20.230 Menschen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren (Männer) bzw. 76 Jahren (Frauen). Die S3-Leitlinie wird als Living Guideline kontinuierlich aktualisiert.

Risikofaktoren und Prävention

Es gibt keine spezifische Diätempfehlung zur Reduktion des Pankreaskarzinomrisikos. Zur Prävention wird jedoch empfohlen:

  • Verzicht auf jeglichen Tabakkonsum
  • Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum
  • Regelmäßige körperliche Bewegung

Bestimmte Vorerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, chronische Pankreatitis) sowie Adipositas können das Risiko erhöhen.

Screening und Überwachung

Ein Screening bei asymptomatischen Personen der Normalbevölkerung wird nicht empfohlen. Auch ein leicht erhöhtes Risiko durch sporadische Erkrankungen (Diabetes mellitus, Gallensteine, NASH) rechtfertigt kein Screening.

Surveillance-Untersuchungen (mittels MRT/MRCP und/oder Endosonographie) sollen ausschließlich definierten Hochrisikogruppen angeboten werden:

RisikogruppeBeginn des Screenings
Familiäres PankreaskarzinomAb 50-55 Jahren (oder 10 Jahre vor jüngstem Fall in der Familie)
Pathogene Keimbahnvariante (mit pos. Familienanamnese)Ab 50-55 Jahren (oder 10 Jahre vor jüngstem Fall in der Familie)
CDKN2A-Variante / Peutz-Jeghers-SyndromAb 40 Jahren (oder 10 Jahre vor jüngstem Fall in der Familie)
Hereditäre chronische Pankreatitis20 Jahre nach Krankheitsbeginn (spätestens ab 40 Jahren)

Chirurgische Therapie

Vor einer geplanten Resektion sollte eine diagnostische Laparoskopie durchgeführt werden, wenn ein erhöhtes Risiko für eine Mikrometastasierung besteht. Dies ist der Fall bei:

  • Tumoren >3 cm
  • Vorliegen von Aszites
  • CA 19-9 >500 U/ml (ohne Vorliegen einer Cholestase)

Palliative Therapie

Die Systemtherapie des fortgeschrittenen oder metastasierten Pankreaskarzinoms wurde um neue Optionen erweitert (jeweils nach individueller Kostenübernahme, da aktuell Off-Label-Use):

  • Erstlinientherapie: Erweiterung um die Möglichkeit einer Therapie mit NALIRIFOX.
  • Molekulare Subgruppen: Bei Nachweis einer KRAS G12C-Mutation kann nach Ausschöpfen aller anderen therapeutischen Optionen ein selektiver KRAS G12C-Inhibitor eingesetzt werden.

Supportive Therapie und Palliativversorgung

  • Palliativversorgung: Frühzeitige Information und Angebot einer Palliativversorgung unabhängig vom Krankheitsstadium. Ein Bedarfsassessment durch ein Spezialisiertes Palliativversorgungs-Team (SPV) soll erfolgen.
  • Ernährung: Regelmäßiges Screening auf Mangelernährung mit etablierten Instrumenten. Bei Bedarf Beratung durch Ernährungsfachkräfte sowie ggf. enterale/parenterale Ernährung.
  • Antikoagulation: Eine primärprophylaktische Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin (NMH) kann bei ambulanten Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom unter Nutzen-Risiko-Abwägung erwogen werden.
  • Nachsorge: Angebot einer postoperativen Anschlussheilbehandlung und strukturierten Nachbetreuung.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei asymptomatischen Patienten ohne genetisches oder familiäres Risiko kein Pankreaskarzinom-Screening durch, auch nicht bei Vorliegen von Diabetes mellitus oder Gallensteinen.

Häufig gestellte Fragen

Nur Hochrisikopersonen (familiäres Pankreaskarzinom, hereditäre Pankreatitis, spezifische genetische Syndrome). Ein Screening der Normalbevölkerung wird nicht empfohlen.
Bei resektablen Tumoren >3 cm, Vorliegen von Aszites oder einem CA 19-9 >500 U/ml (ohne Cholestase) zum Ausschluss einer Mikrometastasierung.
Nein, es gibt keine spezifische Diätempfehlung. Empfohlen wird der Verzicht auf Tabak und übermäßigen Alkohol sowie regelmäßige körperliche Bewegung.
NALIRIFOX kann in der Erstlinie eingesetzt werden. Bei Nachweis einer KRAS G12C-Mutation ist ein selektiver Inhibitor eine Option (beides aktuell Off-Label-Use).

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