Pädiatrisches ARDS (PARDS): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Das pädiatrische Acute Respiratory Distress Syndrome (PARDS) ist ein lebensbedrohliches hypoxämisches Lungenversagen. Es wird durch eine direkte pulmonale oder indirekte systemische Inflammation ausgelöst.
Häufige Ursachen im Kindesalter sind Pneumonien, Sepsis oder Aspirationen. Die Prognose hängt maßgeblich vom initialen Schweregrad sowie der zugrundeliegenden Ätiologie ab, wobei infektiöse Auslöser oft eine günstigere Prognose aufweisen.
Die AWMF-Leitlinie stützt sich auf die Definition der Pediatric Acute Lung Injury Consensus Conference (PALICC). Diese berücksichtigt anatomische und physiologische Besonderheiten von Kindern und unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der Berlin-Definition für Erwachsene.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Unterschied zur ARDS-Definition bei Erwachsenen ist der Verzicht auf den zwingenden Nachweis bilateraler Infiltrate. Laut Leitlinie genügen beim pädiatrischen ARDS auch einseitige frische Infiltrate im Röntgenbild. Zudem wird zur Graduierung der Schweregrade der Oxygenierungsindex (OI) anstelle des Horovitz-Quotienten herangezogen, da dieser den Atemwegsmitteldruck mit einbezieht.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Einteilung in milde, moderate und schwere Verläufe anhand des Oxygenierungsindexes (OI) oder des Oxygenierungs-Sättigungsindexes (OSI). Der bei Erwachsenen übliche Horovitz-Quotient wird bei invasiv beatmeten Kindern nicht zur Graduierung verwendet.
Es wird ein Tidalvolumen von 4-6 ml/kg Körpergewicht bei schlechter Lungencompliance empfohlen. Bei besser erhaltener Compliance können 6-8 ml/kg appliziert werden, wobei Volumina über 10 ml/kg strikt vermieden werden sollen.
Ja, laut Leitlinie kann eine permissive Hyperkapnie toleriert werden, um eine lungenprotektive Beatmung zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass kein Risiko für eine pulmonale Hypertonie besteht und der pH-Wert über 7,20 gehalten wird.
Ein zügiger Beginn einer ECMO wird bei akuter Hypoxämie (paO2 < 50 mmHg trotz maximaler Beatmung) empfohlen. Auch wenn der Gasaustausch nur mit Plateaudrücken über 28 cm H2O aufrechterhalten werden kann, ist eine ECMO zu erwägen.
Die Leitlinie rät von einem routinemäßigen Einsatz von Steroiden beim PARDS ab. Bisherige Studien konnten keinen eindeutigen Überlebensvorteil für Kinder nachweisen.
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Quelle: Akutes, nicht obstruktives Lungenversagen im Kindesalter (pädiatrisches ARDS, PARDS) (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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