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Ösophagus- & Magenkarzinom: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • F-18 FDG PET-CT wird für alle potenziell kurativen Ösophagus- und Übergangstumoren (außer T1a) empfohlen.
  • Bei potenziell kurablem Magenkarzinom soll immer eine Staging-Laparoskopie angeboten werden.
  • Nach Stent-Einlage bei maligner Obstruktion soll keine routinemäßige externe Radiotherapie (EBRT) erfolgen, außer bei anhaltenden Blutungen.
  • Eine routinemäßige klinische oder radiologische Nachsorge zur reinen Rezidivsuche bei asymptomatischen Patienten wird nicht empfohlen.
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Hintergrund

Das Ösophagus- und Magenkarzinom erfordert eine interdisziplinäre Betreuung. Die NICE-Leitlinie empfiehlt, dass alle Patienten Zugang zu einer spezialisierten Pflegekraft (Clinical Nurse Specialist) haben und Behandlungsentscheidungen in einem multidisziplinären Tumorboard (MDT) getroffen werden. Kurative Resektionen sollen ausschließlich in spezialisierten chirurgischen Zentren durch spezialisierte Chirurgen erfolgen.

Diagnostik und Staging

Die initiale Diagnostik umfasst Endoskopie und Ganzkörper-CT. Darauf aufbauend gelten folgende Empfehlungen zur Evaluation der kurativen Resektabilität:

EntitätEmpfohlene DiagnostikBemerkung
Ösophagus / ÜbergangF-18 FDG PET-CTFür alle potenziell kurablen Tumoren (außer T1a)
Ösophagus / ÜbergangEndosonographie (EUS)Nur wenn es das weitere Management ändert (nicht nur zur T2/T3-Unterscheidung)
MagenkarzinomStaging-LaparoskopieAllen Patienten mit potenziell kurablem Tumor anbieten
MagenkarzinomF-18 FDG PET-CTNur bei Verdacht auf Metastasierung und therapeutischer Konsequenz

Bei metastasiertem ösophagogastralem Adenokarzinom soll routinemäßig eine HER2-Testung erfolgen.

Radikale Therapie

Die Wahl der kurativen Therapie hängt von der genauen Lokalisation, der Histologie und dem Tumorstadium ab.

Tumorstadium / EntitätTherapieoptionenBemerkung
T1N0 ÖsophagusEndoskopische Mukosaresektion (EMR)Dient primär dem exakten Staging
T1bN0 PlattenepithelDefinitive Radiochemotherapie oder OPGemeinsame Entscheidungsfindung
Plattenepithel (resektabel)Radikale Radiochemotherapie oder neoadjuvante Radiochemotherapie + OPGemeinsame Entscheidungsfindung
Adenokarzinom Ösophagus/Übergang (ab T2)Perioperative Chemotherapie oder neoadjuvante RadiochemotherapieVor chirurgischer Resektion
MagenkarzinomPerioperative ChemotherapieVor und nach radikaler Resektion

Chirurgische Prinzipien

  • Magenkarzinom: Bei kurativer Gastrektomie sollte eine D2-Lymphknotendissektion erwogen werden.
  • Ösophaguskarzinom: Bei kurativer Ösophagektomie (offen oder minimal-invasiv/hybrid) sollte eine Zwei-Feld-Lymphknotendissektion erwogen werden.

Palliative Therapie

Für Patienten, die nicht für eine kurative Therapie infrage kommen, steht der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund.

Systemtherapie

  • HER2-positiv: Trastuzumab in Kombination mit Cisplatin und Capecitabin/5-FU als Erstlinientherapie.
  • HER2-negativ: Erstlinien-Kombinationschemotherapie (Doublet oder Triplet mit 5-FU/Capecitabin, Cisplatin/Oxaliplatin, ggf. Epirubicin) bei gutem Allgemeinzustand (Performance Status 0-2).
  • Zweitlinientherapie: Kann erwogen werden, alternativ Teilnahme an klinischen Studien prüfen.

Management der malignen Dysphagie (Update 2023)

Bei luminaler Obstruktion durch Ösophagus- oder Übergangstumoren:

MaßnahmeIndikation
Selbstexpandierende StentsZur sofortigen Linderung der Dysphagie
Stents oder RadiotherapieAbhängig von Dysphagie-Grad, Prognose und Performance-Status
Externe Radiotherapie (EBRT) nach StentNicht routinemäßig anbieten. Nur bei anhaltenden Blutungen oder bekannten Gerinnungsstörungen erwägen

Hinweis zu Magenkarzinomen: Bei Magenausgangsstenose unbeschichtete Metallstents oder palliative Chirurgie anbieten (abhängig von OP-Fähigkeit und Prognose).

Ernährung und Supportivtherapie

  • Radikale Therapie: Sofortige enterale oder parenterale Ernährung nach radikaler Ösophagus-/Übergangs-OP anbieten.
  • Palliativ: Frühzeitige Einbindung spezialisierter Ernährungsberater für Onkologie.

Nachsorge

Für asymptomatische Patienten nach kurativer Therapie gibt es klare Empfehlungen zur Vermeidung von Überdiagnostik:

  • Keine routinemäßigen klinischen Follow-ups nur zur Rezidivsuche.
  • Keine routinemäßige radiologische Surveillance (Bildgebung) nur zur Rezidivsuche.
  • Stattdessen: Aufklärung über Rezidivsymptome und Angebot eines schnellen Zugangs zum Tumorboard bei Auftreten von Beschwerden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei asymptomatischen Patienten nach kurativer Therapie auf routinemäßige radiologische Nachsorgeuntersuchungen. Bieten Sie stattdessen einen schnellen Zugang zum Tumorboard bei neuen Symptomen an.

Häufig gestellte Fragen

Bei allen Ösophagus- und Übergangstumoren, die für eine radikale Therapie infrage kommen, mit Ausnahme von T1a-Tumoren.
Ja, die Leitlinie empfiehlt eine Staging-Laparoskopie für alle Patienten mit potenziell kurablem Magenkarzinom.
Zur sofortigen Linderung werden selbstexpandierende Stents empfohlen. Eine anschließende externe Bestrahlung (EBRT) ist nicht routinemäßig indiziert, sondern nur bei anhaltenden Blutungen.
Bei einer kurativen Gastrektomie sollte eine D2-Lymphknotendissektion erwogen werden.
Nein, die Leitlinie rät von routinemäßiger radiologischer Surveillance zur reinen Rezidivsuche bei asymptomatischen Patienten ab.

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