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Drogenprävention bei Risikogruppen: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Präventionsmaßnahmen sollen in bestehende Dienste (z. B. Hausarztpraxen, Notaufnahmen) integriert werden.
  • Die Beurteilung der Vulnerabilität für Drogenmissbrauch sollte bei routinemäßigen und opportunistischen Kontakten erfolgen.
  • Für gefährdete Kinder und Jugendliche wird ein persönliches und soziales Kompetenztraining (mindestens 2 Sitzungen) empfohlen.
  • Gefährdeten Erwachsenen sollen klare Informationen über Drogen, Feedback zum Konsum sowie Hinweise auf lokale Hilfsangebote gegeben werden.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG64 befasst sich mit gezielten Interventionen zur Prävention von Drogenmissbrauch bei Personen, die bestimmten Risikogruppen angehören. Ziel ist es, den Konsum zu verhindern, zu verzögern oder den Übergang von gelegentlichem zu regelmäßigem Konsum aufzuhalten.

Zielgruppen und Settings

Präventionsmaßnahmen sollen nicht als isolierte Programme, sondern im Rahmen bestehender Dienste angeboten werden.

BereichBeispiele für Dienste
GesundheitswesenPrimärversorgung, psychische Gesundheitsdienste, sexuelle Gesundheit, Notaufnahmen
JustizBewährungshilfe, Jugendgerichtshilfe, Familiengerichte
Spezifische SettingsNachtclubs, Festivals, Obdachlosenunterkünfte, Fitnessstudios

Assessment der Vulnerabilität

Bei routinemäßigen und opportunistischen Kontakten (z. B. Gesundheitschecks für Pflegekinder, Vorstellungen in der Notaufnahme) muss geprüft werden, ob eine Vulnerabilität für Drogenmissbrauch vorliegt.

  • Der Ansatz muss respektvoll, nicht wertend und verhältnismäßig sein.
  • Die physische und psychische Gesundheit sowie soziale, schulische oder berufliche Umstände sind zu berücksichtigen.
  • Die unmittelbare Sicherheit (Safeguarding) der Person und ihrer Angehörigen muss stets bedacht werden.
  • Die Prioritäten des Patienten sind zu besprechen und bei der weiteren Planung zu berücksichtigen.

Interventionen für Kinder und Jugendliche

Für diese Gruppe sollte ein Kompetenztraining (Skills Training) in Betracht gezogen werden. Wenn möglich, sollten Betreuer oder Familien einbezogen werden. Es sollten mindestens 2 Sitzungen angeboten werden.

ZielgruppeZu vermittelnde Kompetenzen
Kinder und JugendlicheZuhören, Konfliktlösung, Ablehnung (Refusal), Stressbewältigung, Entscheidungsfindung, Umgang mit Kritik
Pflegekinder / Care LeaverBesonderer Fokus auf den Umgang mit Gefühlen der Ausgrenzung
Familien und BetreuerKommunikation, Beziehungsaufbau, Konfliktlösung, Problemlösung
PflegeelternEinsatz von Verhaltensverstärkungsstrategien

Interventionen für Erwachsene

Erwachsenen, die als vulnerabel eingestuft werden, sollten zum Zeitpunkt des Assessments folgende Maßnahmen angeboten werden:

  • Klare Informationen über Drogen und deren Wirkungen.
  • Beratung und Feedback zu eventuell bereits bestehendem Drogenkonsum.
  • Informationen über lokale Dienste und Unterstützungsangebote.

Diese Informationen sollten sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen. Die Beratung muss nicht wertend sein und die individuelle Gesundheitskompetenz berücksichtigen.

Schwer erreichbare Personen

Für Personen, die keine regulären Gesundheitsdienste aufsuchen (z. B. in Nachtclubs, Hostels oder Fitnessstudios), sollten Informationen in deren Lebenswelt bereitgestellt werden. Hierbei sollten verschiedene Formate, einschließlich webbasierter Informationen, sozialer Medien und digitaler Selbsttests, genutzt werden.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie opportunistische Kontakte (z. B. in der Notaufnahme oder Hausarztpraxis), um das Thema Drogenkonsum respektvoll und nicht wertend anzusprechen. Bieten Sie Erwachsenen Informationsmaterialien stets sowohl mündlich als auch schriftlich an.

Häufig gestellte Fragen

Zu den Risikogruppen gehören unter anderem Menschen mit psychischen Erkrankungen, Obdachlose, Pflegekinder, Schulabbrecher sowie Personen, die kommerzieller Sexarbeit nachgehen oder sexuell ausgebeutet werden.
Die Leitlinie empfiehlt, dass ein persönliches und soziales Kompetenztraining für Kinder und Jugendliche aus mindestens 2 Sitzungen bestehen sollte.
Nein, die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, Präventionsmaßnahmen in bereits bestehende Dienste (z. B. Primärversorgung, Notaufnahmen, Jugendhilfe) zu integrieren.
Es sollten klare Informationen über Drogen, Feedback zum aktuellen Konsum sowie Hinweise auf lokale Hilfsangebote gegeben werden – idealerweise mündlich und schriftlich.

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