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NICE

Schwere psychische Erkrankung & Sucht: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die sekundäre psychiatrische Versorgung übernimmt die Federführung bei der Behandlungsplanung.
  • Patienten dürfen aufgrund ihres Substanzkonsums nicht von psychiatrischen oder somatischen Diensten ausgeschlossen werden.
  • Ein Care-Koordinator steuert die multidisziplinäre Zusammenarbeit (Wohnen, Soziales, somatische Gesundheit).
  • Verpasste Termine dürfen nicht zur automatischen Entlassung führen, sondern erfordern eine proaktive Kontaktaufnahme.
  • Es sollen keine separaten Doppeldiagnose-Dienste geschaffen werden; stattdessen sind bestehende Dienste anzupassen.
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Hintergrund

Patienten mit einer schweren psychischen Erkrankung (SMI) und gleichzeitigem Substanzmissbrauch (Doppeldiagnose) stellen eine besonders vulnerable Patientengruppe dar. Die NICE-Leitlinie betont, dass diese Patienten häufig von Stigmatisierung betroffen sind und Schwierigkeiten haben, Zugang zu regulären Versorgungsstrukturen zu finden. Unbehandelte oder unerkannte Bedürfnisse können zu Rückfällen und einer massiven Verschlechterung der somatischen Gesundheit führen.

BegleiterkrankungenBeispiele / Risikofaktoren
Somatische ErkrankungenKardiovaskuläre, respiratorische und hepatische Komplikationen, Infektionskrankheiten, Krebs, Diabetes, schlechter Zahnstatus
Soziale ProblemeSoziale Isolation, Obdachlosigkeit, instabile Wohnverhältnisse, finanzielle Probleme, fehlende Sozialleistungen

Erster Kontakt und Zuweisung

Jeder Kontakt mit dem Hilfesystem (Gesundheitswesen, Sozialdienste, Notaufnahmen, Justiz) muss genutzt werden, um unmittelbare Bedürfnisse zu identifizieren und Hilfe anzubieten.

  • Kein Ausschluss: Patienten dürfen nicht aufgrund ihres Substanzmissbrauchs von psychiatrischen Diensten ausgeschlossen werden. Ebenso darf die psychische Erkrankung kein Ausschlusskriterium für Suchthilfen, somatische oder soziale Dienste sein.
  • Federführung: Die sekundäre psychiatrische Versorgung übernimmt die primäre Verantwortung für das Assessment und die Behandlungsplanung.

Behandlungsplanung (Care Plan)

Nach der Aufnahme in die sekundäre psychiatrische Versorgung muss ein Care-Koordinator benannt werden. Dieser arbeitet multidisziplinär und bezieht den Patienten sowie (auf Wunsch) dessen Angehörige aktiv in die Planung ein.

BereichAufgaben des Care-Koordinators
AssessmentUmfassende Erhebung der psychiatrischen, somatischen und sozialen Bedürfnisse.
KoordinationZusammenarbeit mit Suchthilfe, Hausärzten, Sozialarbeitern und Wohnungsämtern.
ReviewÜberprüfung des Care-Plans bei jedem Kontakt; formelles multidisziplinäres Review mindestens jährlich oder bei Bedarf häufiger.

Anpassung der Versorgungsstrukturen

Die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, keine separaten Spezialdienste für Doppeldiagnosen zu schaffen. Stattdessen müssen bestehende psychiatrische und Suchthilfe-Dienste angepasst werden, um beide Problembereiche integrativ zu behandeln.

  • Dienste müssen an sicheren, diskreten und leicht zugänglichen Orten angeboten werden.
  • Flexible Öffnungszeiten und aufsuchende Angebote (Drop-in) sind zu bevorzugen.
  • Das Personal muss im Umgang mit traumatisierten Patienten geschult sein.

Umgang mit Kontaktabbruch und Entlassung

Menschen mit schwerer psychischer Erkrankung und Sucht haben ein hohes Risiko, den Kontakt zum Hilfesystem zu verlieren. Ein verpasster Termin darf niemals zur automatischen Entlassung aus dem Care-Plan führen. Alle beteiligten Behandler müssen einen Kontaktabbruch als ernstzunehmendes Warnsignal werten.

SituationEmpfohlenes Vorgehen
Verpasster TerminProaktive Kontaktaufnahme (Telefon, Hausbesuch), Information aller beteiligten Behandler.
Akutes RisikoBei Suizid- oder Selbstgefährdungsrisiko sofortige Kontaktaufnahme mit dem Care-Koordinator; bei bestehenden Bedenken innerhalb von 24 Stunden.
Entlassung / TransitionMultidisziplinäres Meeting vorab, Sicherstellung der Wohnsituation, Erstellung eines Krisen- und Notfallplans (inkl. Überdosis-Risiko).

💡Praxis-Tipp

Schließen Sie Patienten mit psychischen Erkrankungen niemals wegen ihres Substanzkonsums von der Behandlung aus. Werten Sie verpasste Termine nicht als mangelnde Motivation, sondern suchen Sie proaktiv den Kontakt, um Behandlungsabbrüche zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Die sekundären psychiatrischen Dienste (Secondary care mental health services) übernehmen die Leitung für das Assessment und die Care-Planung.
Nein, die NICE-Leitlinie empfiehlt, bestehende Dienste anzupassen, anstatt separate Spezialdienste für Doppeldiagnosen zu schaffen.
Ein verpasster Termin darf nicht zur automatischen Entlassung führen. Es muss proaktiv Kontakt aufgenommen werden (z.B. durch Hausbesuche oder Anrufe) und das Behandlungsteam ist zu informieren.
Besonders geachtet werden muss auf kardiovaskuläre, respiratorische und hepatische Erkrankungen, Infektionen, Krebserkrankungen, Diabetes sowie den Zahnstatus.

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