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NICE

Drogenmissbrauch ab 16: Psychosoziale Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Biologische Tests (z. B. Urin) dürfen nicht die einzige Methode zur Diagnose und Beurteilung des Drogenkonsums sein.
  • Kurzinterventionen zur Motivationssteigerung sollten in der Regel aus 2 Sitzungen à 10 bis 45 Minuten bestehen.
  • Contingency Management (Belohnungssysteme) wird zur Reduktion des illegalen Drogenkonsums und zur Förderung der Therapiebindung empfohlen.
  • Verhaltenstherapeutische Paartherapie (mind. 12 Wochen) ist bei Vorhandensein eines nicht-konsumierenden Partners indiziert.
  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) sollte nicht primär gegen den Suchtdruck, sondern bei komorbiden Depressionen oder Angststörungen eingesetzt werden.
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Hintergrund

Diese Leitlinie behandelt psychosoziale Interventionen für Personen ab 16 Jahren mit Opioid-, Stimulanzien- oder Cannabismissbrauch. Da pharmakologische Ansätze (z. B. bei Cannabis und Stimulanzien) oft limitiert sind, bilden psychosoziale Interventionen eine zentrale Säule der Behandlung. Die Betreuung sollte stets in ein koordiniertes Care-Management (Keyworking) eingebunden sein.

Diagnostik und Assessment

Das Assessment muss medizinische, psychologische, soziale und berufliche Bedürfnisse erfassen.

  • Biologische Tests (z. B. Urin- oder Speichelproben) sollen Teil eines umfassenden Assessments sein, dürfen aber nicht als alleinige Methode zur Diagnose herangezogen werden.
  • In Settings mit hoher Prävalenz (Psychiatrie, Justizvollzug) soll routinemäßig nach Art, Menge, Häufigkeit und Applikationsform von Drogen gefragt werden.

Kurzinterventionen und Selbsthilfe

Kurzinterventionen können opportunistisch bei Patienten mit keinem oder nur eingeschränktem Kontakt zum Suchthilfesystem angewendet werden.

ZielgruppeFokusUmfang
Eingeschränkter oder kein Kontakt zum SuchtsystemMotivation zur Verhaltensänderung, Ambivalenzklärung2 Sitzungen à 10-45 Minuten
Alle Konsumenten (opportunistisch)Reduktion von durch Blut übertragenen Viren (HIV, Hepatitis)Informationsvermittlung, Testangebot

Zusätzlich sollten Patienten routinemäßig über 12-Schritte-Selbsthilfegruppen (z. B. Narcotics Anonymous) informiert werden. Das Personal sollte die erste Kontaktaufnahme aktiv unterstützen.

Contingency Management (Belohnungssysteme)

Contingency Management (CM) basiert auf der Vergabe von Anreizen (z. B. Gutscheinen oder Privilegien) für positive Verhaltensweisen wie Drogenabstinenz oder die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Prinzipien für CM bei Drogenfreiheit:

  • Anreize (Gutscheine ab ca. 2 £) steigen im Wert mit jeder weiteren kontinuierlichen Abstinenzphase.
  • Anreize müssen zeitnah und konsistent nach einem negativen Test vergeben werden.
BehandlungsphaseFrequenz der DrogenscreeningsBevorzugtes Medium
Woche 1-33 Tests pro WocheUrinanalyse (alternativ Speichel)
Woche 4-62 Tests pro WocheUrinanalyse
Ab Woche 71 Test pro Woche bis zur StabilitätUrinanalyse

CM zur Verbesserung der körperlichen Gesundheit: Für Patienten mit Risiko für übertragbare Krankheiten sollten materielle Anreize (z. B. Einkaufsgutscheine bis zu 10 £) angeboten werden, um die Teilnahme an Tests (Hepatitis B/C, HIV, Tuberkulose) oder Impfungen (Hepatitis B) zu fördern.

Spezifische Psychotherapie und Familienunterstützung

Die Einbeziehung des sozialen Umfelds ist essenziell, muss jedoch die Vertraulichkeit des Patienten wahren.

TherapieformIndikationBemerkung
Verhaltenstherapeutische PaartherapieOpioid-/Stimulanzienmissbrauch mit nicht-konsumierendem PartnerMindestens 12 wöchentliche Sitzungen
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)Komorbide Depression oder AngststörungNicht routinemäßig als primäre Suchttherapie bei Cannabis/Stimulanzien
Geführtes SelbsthilfeprogrammFamilienangehörige und BetreuerMeist Einzelsitzung mit schriftlichem Material
Individuelle FamilientreffenFamilien mit anhaltend hoher BelastungMindestens 5 wöchentliche Sitzungen

Besondere Settings (Klinik und Justizvollzug)

  • Gleichbehandlung: Der Zugang zu Behandlungen muss unabhängig davon sein, ob die Teilnahme freiwillig oder gerichtlich angeordnet ist.
  • Gefängnis: Die Behandlungsoptionen müssen denen in der Gemeinde entsprechen. Risiken wie Selbstverletzung oder Überdosierung nach der Entlassung sind besonders zu beachten.
  • Stationäre Behandlung: Sollte für Patienten erwogen werden, die Abstinenz anstreben, erhebliche komorbide Probleme aufweisen und von ambulanten Maßnahmen bisher nicht profitiert haben.

💡Praxis-Tipp

Verlassen Sie sich bei der Diagnostik nie ausschließlich auf Urin- oder Speicheltests. Nutzen Sie opportunistische Kontakte (z. B. in der Notaufnahme), um Kurzinterventionen von 10-45 Minuten zur Motivationssteigerung durchzuführen.

Häufig gestellte Fragen

Kurzinterventionen zur Motivationssteigerung sollten in der Regel aus 2 Sitzungen bestehen, die jeweils 10 bis 45 Minuten dauern.
Es handelt sich um ein Belohnungssystem, bei dem Patienten für positive Verhaltensweisen (wie drogenfreie Urinproben oder die Teilnahme an Hepatitis-Tests) Anreize wie Gutscheine oder Privilegien erhalten.
Sie sollte bei Patienten mit Stimulanzien- oder Opioidmissbrauch erwogen werden, die in engem Kontakt mit einem nicht-drogenkonsumierenden Partner stehen. Die Therapie sollte mindestens 12 wöchentliche Sitzungen umfassen.
Nein, CBT und psychodynamische Therapien sollten nicht routinemäßig für den primären Cannabis- oder Stimulanzienmissbrauch angeboten werden. Sie sind jedoch bei komorbiden Depressionen oder Angststörungen indiziert.
In den ersten 3 Wochen sollten 3 Tests pro Woche stattfinden, in den folgenden 3 Wochen 2 Tests pro Woche und danach 1 Test pro Woche, bis Stabilität erreicht ist.

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