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Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die individuellen HbA1c-Ziele liegen bei 48 mmol/mol (6,5 %) ohne und 53 mmol/mol (7,0 %) mit medikamentösem Hypoglykämie-Risiko.
  • Die Erstlinientherapie besteht bei fast allen Patienten aus der Kombination von retardiertem Metformin und einem SGLT-2-Inhibitor.
  • Bei atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung wird zusätzlich subkutanes Semaglutid (bis 1 mg/Woche) empfohlen.
  • Intermittierendes CGM (isCGM) ist für insulinpflichtige Patienten mit rezidivierenden Hypoglykämien oder eingeschränkter Wahrnehmung indiziert.
  • Sogenannte "Sick day rules" (Pausieren von SGLT-2-Inhibitoren/Metformin bei Dehydratationsrisiko) müssen zwingend etabliert werden.
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Hintergrund

Die Behandlung des Typ-2-Diabetes erfordert einen individualisierten Ansatz, der persönliche Präferenzen, Komorbiditäten und das Risiko der Polypharmazie berücksichtigt. Eine strukturierte Schulung des Patienten und seiner Angehörigen sollte direkt bei Diagnosestellung erfolgen und jährlich aufgefrischt werden.

Diagnostik und Monitoring

HbA1c-Messung und Ziele

Der HbA1c-Wert sollte alle 3 bis 6 Monate gemessen werden, bis er stabil ist, danach alle 6 Monate. Die Zielwerte sind individuell zu vereinbaren:

  • 48 mmol/mol (6,5 %): Für Patienten unter Lebensstilintervention oder Medikamenten ohne Hypoglykämie-Risiko.
  • 53 mmol/mol (7,0 %): Für Patienten, die Medikamente mit Hypoglykämie-Risiko (z. B. Sulfonylharnstoffe, Insulin) einnehmen.
  • Lockerung der Ziele: Bei älteren/gebrechlichen Patienten, reduzierter Lebenserwartung oder hohem Sturzrisiko bei Hypoglykämie.

Glukosemonitoring (CGM)

Ein routinemäßiges kapilläres Blutzuckermessen wird für die meisten Patienten ohne Insulintherapie nicht empfohlen. Ein intermittierendes kontinuierliches Glukosemonitoring (isCGM / Flash) sollte jedoch folgenden insulinpflichtigen Patienten angeboten werden:

  • Patienten mit rezidivierenden oder schweren Hypoglykämien.
  • Patienten mit eingeschränkter Hypoglykämie-Wahrnehmung.
  • Patienten, die aufgrund von Einschränkungen (kognitiv/körperlich) nicht kapillär messen können.
  • Patienten, die auf die Hilfe von Pflegekräften zur Blutzuckermessung angewiesen sind.

Initiale medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie richtet sich stark nach den vorliegenden Komorbiditäten. Die Medikamente sollten schrittweise eingeführt werden, beginnend mit Metformin, gefolgt vom SGLT-2-Inhibitor (sobald Metformin die maximale tolerierte Dosis erreicht hat).

Komorbidität / StatusInitiale TherapieBemerkung
Keine relevanten KomorbiditätenRetardiertes Metformin + SGLT-2-InhibitorBei Metformin-Unverträglichkeit: SGLT-2-Inhibitor Monotherapie
Herzinsuffizienz (jede EF)Retardiertes Metformin + SGLT-2-InhibitorBei Metformin-Unverträglichkeit: SGLT-2-Inhibitor Monotherapie
Atherosklerotische kardiovaskuläre ErkrankungRetardiertes Metformin + SGLT-2-Inhibitor + Semaglutid s.c. (bis 1 mg/Woche)Semaglutid für kardiovaskuläre, renale und glykämische Vorteile
Chronische Nierenerkrankung (eGFR >30)Retardiertes Metformin + SGLT-2-InhibitorDosisanpassungen beachten
Chronische Nierenerkrankung (eGFR 20-30)Dapagliflozin oder Empagliflozin + DPP-4-InhibitorMetformin absetzen/kontraindiziert
Gebrechlichkeit (Frailty)Retardiertes MetforminSGLT-2-Inhibitor nur, wenn kein Risiko für Volumendepletion/Hypotonie besteht
Early-Onset Typ-2-Diabetes (<40 Jahre)Retardiertes Metformin + SGLT-2-InhibitorErwägung der Zugabe eines GLP-1-RA oder Tirzepatid

Therapieeskalation

Wenn die individuellen glykämischen Ziele nicht erreicht werden, erfolgt eine Eskalation. Bei Patienten ohne Komorbiditäten wird zunächst ein DPP-4-Inhibitor hinzugefügt. Ist dieser kontraindiziert oder ineffektiv, kann ein Sulfonylharnstoff, Pioglitazon oder Insulin erwogen werden.

Achtung: GLP-1-Rezeptor-Agonisten (oder Tirzepatid) und DPP-4-Inhibitoren dürfen nicht kombiniert werden.

Insulintherapie

Wenn eine Insulintherapie notwendig wird:

  • Start: Basalinsulin (ein- oder zweimal täglich).
  • Begleitmedikation: Metformin beibehalten. Andere rein blutzuckersenkende Medikamente absetzen. Medikamente mit kardiovaskulärem/renalem Nutzen (SGLT-2i, GLP-1-RA) nach Risiko-Nutzen-Abwägung fortführen.
  • Präparatewahl: Die Wahl des Basalinsulins sollte gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden. Bei gleicher Eignung ist das kostengünstigste Biosimilar zu wählen.

Sick Day Rules (Verhalten bei akuter Krankheit)

Jeder Patient benötigt einen individuellen Plan für Krankheitstage. Es muss klar definiert sein, welche Medikamente bei einem Risiko für Dehydratation, Erbrechen oder Durchfall pausiert werden müssen. Dies betrifft insbesondere SGLT-2-Inhibitoren (Gefahr der diabetischen Ketoazidose) und Metformin.

Komplikationen

  • Parodontitis: Patienten haben ein erhöhtes Risiko. Eine zahnärztliche Behandlung verbessert nachweislich die Blutzuckerkontrolle.
  • Gastroparese: Bei unerklärlichen Blutzuckerschwankungen oder Erbrechen daran denken. Domperidon, Erythromycin oder Metoclopramid können erwogen werden (Sicherheitsprofile beachten).
  • Autonome Neuropathie: Bei Verlust der Hypoglykämie-Wahrnehmung, nächtlichen Durchfällen oder Blasenentleerungsstörungen abklären.

💡Praxis-Tipp

Etablieren Sie bei jedem Patienten klare 'Sick day rules': Klären Sie aktiv darüber auf, SGLT-2-Inhibitoren und Metformin bei akuten Erkrankungen mit Dehydratationsrisiko (z. B. Gastroenteritis) vorübergehend zu pausieren, um Ketoazidosen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Das Ziel liegt bei 48 mmol/mol (6,5 %) bei reiner Lebensstilintervention oder Medikamenten ohne Hypoglykämie-Risiko. Bei Medikamenten mit Hypoglykämie-Risiko (z. B. Insulin) liegt das Ziel bei 53 mmol/mol (7,0 %).
Für die meisten Patienten (auch mit Herzinsuffizienz oder Adipositas) wird initial die Kombination aus retardiertem Metformin und einem SGLT-2-Inhibitor empfohlen.
Zusätzlich zu retardiertem Metformin und einem SGLT-2-Inhibitor wird subkutanes Semaglutid (bis zu 1 mg einmal wöchentlich) empfohlen.
Ein isCGM wird für insulinpflichtige Patienten empfohlen, die rezidivierende Hypoglykämien haben, eine eingeschränkte Hypoglykämie-Wahrnehmung aufweisen oder nicht in der Lage sind, kapillär zu messen.
Metformin ist abzusetzen. Empfohlen wird die Kombination aus Dapagliflozin oder Empagliflozin und einem DPP-4-Inhibitor.

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