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Sepsis in der Schwangerschaft: NICE-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Schwangere und Frauen bis 6 Wochen post partum oder nach Abort gelten als Hochrisikogruppe für eine Sepsis.
  • Bei Vorliegen eines Hochrisiko-Kriteriums muss innerhalb einer Stunde eine Breitbandantibiose erfolgen.
  • Die intravenöse Flüssigkeitstherapie richtet sich nach dem Laktatwert und dem Blutdruck.
  • Fieber oder Hypothermie allein dürfen nicht zum Ein- oder Ausschluss einer Sepsis verwendet werden.
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Hintergrund

Schwangere sowie Frauen bis zu 6 Wochen nach der Entbindung, nach einem Abort oder Schwangerschaftsabbruch stellen eine Hochrisikogruppe für eine Sepsis dar. Besondere Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Sepsis erhöhen, umfassen:

  • Eingeschränktes Immunsystem (durch Krankheit oder Medikamente)
  • Diabetes oder Gestationsdiabetes
  • Invasive Eingriffe in den letzten 6 Wochen (z.B. Sectio, Zangenentbindung, Entfernung von Plazentaresten)
  • Vorzeitiger Blasensprung
  • Kontakt zu Personen mit Gruppe-A-Streptokokken-Infektionen (z.B. Scharlach)
  • Anhaltende vaginale Blutung oder übelriechender Ausfluss

Initiale Beurteilung

Bei Verdacht auf Sepsis müssen Temperatur, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck, Bewusstseinslage und Sauerstoffsättigung erfasst werden. Zudem ist auf spezifische Hautveränderungen zu achten:

  • Marmoriertes oder aschfahles Aussehen
  • Zyanose von Haut, Lippen oder Zunge
  • Nicht-wegdrückbare petechiale oder purpurische Ausschläge

Wichtig: Eine fehlende Fieberreaktion schließt eine Sepsis nicht aus. Zudem ist die physiologische Herzfrequenz in der Schwangerschaft um 10 bis 15 Schläge pro Minute erhöht, was bei der Interpretation berücksichtigt werden muss.

Risikostratifizierung

Die Leitlinie teilt Patientinnen anhand klinischer Parameter in Risikogruppen ein, um die Dringlichkeit der Behandlung festzulegen.

KategorieHochrisiko-KriterienModerate bis hohe Risikokriterien
BewusstseinObjektiv neuer, veränderter mentaler StatusAnamnestisch verändertes Verhalten, akute Verschlechterung, Immunsuppression, OP/Trauma in letzten 6 Wochen
AtmungAF ≥ 25/min, neuer O2-Bedarf (≥40% FiO2) für SpO2 >92%AF 21-24/min
BlutdruckSystolisch ≤ 90 mmHg oder >40 mmHg unter NormalwertSystolisch 91-100 mmHg
KreislaufHF > 130/min, keine Urinausscheidung seit 18hHF 100-130/min, neue Arrhythmie, keine Urinausscheidung seit 12-18h
TemperaturTympanal < 36°CKeine spezifischen Kriterien
HautMarmoriert/aschfahl, Zyanose, nicht-wegdrückbare PetechienInfektionszeichen an OP-Wunde (Rötung, Schwellung, Sekretion)

Management bei Hochrisiko (1-Stunden-Bündel)

Bei Vorliegen von mindestens einem Hochrisiko-Kriterium muss sofort ein erfahrener Kliniker hinzugezogen werden. Innerhalb von 1 Stunde müssen folgende Maßnahmen erfolgen:

  • Blutentnahme: Blutgasanalyse (inkl. Glukose und Laktat), Blutkulturen, Blutbild, CRP, Nieren- und Leberwerte, Gerinnung.
  • Antibiose: Gabe eines intravenösen Breitbandantibiotikums (Blutkulturen zwingend vorher abnehmen!).
  • Flüssigkeitstherapie:
    • Laktat > 4 mmol/l oder systolischer RR ≤ 90 mmHg: Sofortiger IV-Flüssigkeitsbolus und Hinzuziehung der Intensivmedizin.
    • Laktat 2-4 mmol/l: Sofortiger IV-Flüssigkeitsbolus.
    • Laktat < 2 mmol/l: IV-Flüssigkeitsbolus erwägen.
  • Sauerstoff: Ziel-SpO2 94-98% (88-92% bei Risiko für hyperkapnisches Atemversagen).

Fokus-Suche und Kontrolle

Die Diagnostik zur Fokus-Suche sollte individuell angepasst werden. Eine Urinuntersuchung und ein Röntgen-Thorax sind bei allen Patientinnen mit Sepsis-Verdacht zu erwägen. Findet sich kein Fokus, sollte eine Bildgebung von Abdomen und Becken erfolgen.

Ist eine chirurgische oder radiologische Intervention zur Sanierung des Infektionsherdes (z.B. Abszessspaltung, Kürettage) indiziert, müssen Geburtshelfer und das chirurgische Team frühzeitig eingebunden werden. Der Eingriff sollte so schnell wie möglich erfolgen.

💡Praxis-Tipp

Verlassen Sie sich nicht auf Fieber als alleiniges Sepsis-Kriterium. Beachten Sie bei der Beurteilung der Vitalparameter, dass die physiologische Herzfrequenz in der Schwangerschaft um 10 bis 15 Schläge pro Minute erhöht ist.

Häufig gestellte Fragen

Frauen bis zu 6 Wochen nach der Entbindung sowie in den ersten 24 Stunden nach einem Abort oder Schwangerschaftsabbruch.
Bei Vorliegen von Hochrisiko-Kriterien muss die intravenöse Breitbandantibiose innerhalb von 1 Stunde nach Erkennen des Kriteriums erfolgen.
Die Ziel-Sättigung liegt bei 94-98 % (bzw. 88-92 % bei Patientinnen mit Risiko für ein hyperkapnisches Atemversagen).
Ein Laktatwert über 2 mmol/l oder ein systolischer Blutdruck von 90 mmHg oder weniger erfordern einen sofortigen intravenösen Flüssigkeitsbolus innerhalb einer Stunde.

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