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Rehabilitation bei komplexer Psychose: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Rehabilitation ist indiziert bei therapieresistenten psychotischen Symptomen und funktionellen Beeinträchtigungen.
  • Ein umfassendes biopsychosoziales Assessment muss innerhalb von 4 Wochen nach Aufnahme erfolgen.
  • Die Behandlung erfolgt durch ein multidisziplinäres Team im am wenigsten restriktiven Umfeld.
  • Bei unzureichendem Ansprechen auf Clozapin kann eine Augmentation mit Aripiprazol, Stimmungsstabilisierern oder Antidepressiva erwogen werden.
  • Ein jährlicher körperlicher Gesundheitscheck inklusive EKG und Laborkontrollen ist obligatorisch.
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Hintergrund

Als komplexe Psychose wird eine primäre psychotische Erkrankung (z.B. Schizophrenie, bipolare affektive Störung, psychotische Depression, wahnhafte Störungen) bezeichnet, die mit schweren, therapieresistenten Symptomen und funktionellen Beeinträchtigungen einhergeht.

Zusätzlich weisen Betroffene häufig eine oder mehrere der folgenden Begleiterkrankungen auf:

KategorieBeispiele
KognitivKognitive Beeinträchtigungen assoziiert mit der Psychose
PsychiatrischSubstanzmissbrauch, Angststörungen, Depression
NeurodevelopmentalAutismus-Spektrum-Störung, ADHS
SomatischDiabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, COPD

Indikation zur Rehabilitation

Eine Rehabilitation sollte so früh wie möglich angeboten werden, sobald therapieresistente Symptome und funktionelle Beeinträchtigungen im Alltag festgestellt werden. Dies gilt unabhängig vom aktuellen Wohnumfeld (stationär oder ambulant).

Besonders indiziert ist die Rehabilitation bei Personen, die:

  • Wiederholte Aufnahmen oder verlängerte Aufenthalte in Akutpsychiatrien aufweisen.
  • In 24-Stunden-betreuten Einrichtungen leben und deren Unterbringung zu scheitern droht.

Diagnostik und Assessment

Ein umfassendes biopsychosoziales Assessment durch ein multidisziplinäres Team muss innerhalb von 4 Wochen nach Eintritt in die Rehabilitation erfolgen. Neben der psychiatrischen und psychosozialen Anamnese ist ein initialer körperlicher Gesundheitscheck obligatorisch.

UntersuchungsbereichParameter / Maßnahmen
AnthropometrieBMI, Bauchumfang
VitalparameterPuls, Blutdruck
LaborBlutbild, HbA1c, Lipidprofil, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte
Spezifisches LaborProlaktin (bei entsprechenden Medikamenten), Calcium (bei Lithium)
ApparativEKG
LebensstilRauchen, Alkohol, illegale Substanzen, Ernährung, körperliche Aktivität
WeitereZahnstatus, Seh-/Hörvermögen, Schluckbeschwerden, sexuelle Gesundheit

Therapieplanung und Interventionen

Die Behandlungsplanung basiert auf einer gemeinsamen Fallkonzeption (Team Formulation) und muss kollaborativ mit dem Patienten erstellt werden. Die Überprüfung der Care-Pläne erfolgt:

  • Stationär: Mindestens monatlich
  • Ambulant: Mindestens alle 6 Monate

Multidisziplinäres Team (MDT)

Die Rehabilitation erfordert ein MDT bestehend aus Psychiatern, Psychologen, Pflegekräften, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern, Peer-Support-Workern und spezialisierten Apothekern.

Interventionen

  • Alltagskompetenzen: Förderung von Selbstversorgung, Budgetierung, Kochen und Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
  • Soziale Kompetenzen: Strukturierte Gruppenaktivitäten (stationär täglich, ambulant mind. wöchentlich).
  • Berufliche Rehabilitation: Nutzung des Individual Placement and Support (IPS)-Ansatzes für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie sollte optimiert und Polypharmazie nach Möglichkeit vermieden werden. Bei unzureichendem Ansprechen auf eine optimierte Dosis von Clozapin kann eine Augmentation erwogen werden:

ZielsymptomatikEmpfohlene AugmentationBemerkung
Schizophrenie / PsychoseAntipsychotikum (z.B. Aripiprazol)Auf Interaktionen achten
Affektive SymptomeStimmungsstabilisiererSpiegelkontrollen erforderlich
Depressive SymptomeAntidepressivumVorsicht bei Manie-Anamnese

Monitoring von Medikamenten

  • Clozapin und Stimmungsstabilisierer: Spiegelbestimmung mindestens jährlich und nach Bedarf.
  • Lithium: Spiegelbestimmung alle 3 bis 6 Monate. Nierenfunktion, Schilddrüse und Calcium mindestens alle 6 Monate kontrollieren.
  • Prolaktin: Jährlich (oder häufiger bei Symptomen), falls prolaktinsteigernde Medikamente eingenommen werden.
  • EKG: Jährlich für alle Patienten in der Rehabilitation (häufiger bei QT-verlängernden Medikamenten).

Körperliche Gesundheit

Patienten mit komplexer Psychose haben eine erhöhte Mortalität durch somatische Begleiterkrankungen.

  • Ein jährlicher Gesundheitscheck (analog zum initialen Assessment) ist obligatorisch.
  • Rauchentwöhnung: Jedem rauchenden Patienten muss Hilfe angeboten werden.
  • Impfungen: Jährliche Grippeimpfung für stationäre Patienten und solche in Gemeinschaftsunterkünften.

💡Praxis-Tipp

Beachten Sie bei Patienten unter Clozapin-Therapie, die das Rauchen reduzieren oder aufgeben, dass der Rauchstopp den Clozapin-Metabolismus signifikant verändert. Passen Sie die Dosis entsprechend an.

Häufig gestellte Fragen

Erwachsene mit einer primären psychotischen Erkrankung, die therapieresistente Symptome und funktionelle Beeinträchtigungen im Alltag aufweisen.
Ein umfassendes biopsychosoziales Assessment muss innerhalb der ersten 4 Wochen nach Aufnahme in die Einrichtung durchgeführt werden.
Im stationären Setting mindestens einmal monatlich, im ambulanten Setting mindestens alle 6 Monate.
Abhängig von der Zielsymptomatik kann ein weiteres Antipsychotikum (z.B. Aripiprazol), ein Stimmungsstabilisierer oder ein Antidepressivum ergänzt werden.
Bei gut eingestellten Patienten alle 3 bis 6 Monate. Zusätzlich müssen Nierenfunktion, Schilddrüse und Calcium mindestens alle 6 Monate überprüft werden.

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