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Morbus Crohn: Management-Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Konventionelle Glukokortikoide sind Mittel der ersten Wahl zur Remissionsinduktion bei Erstmanifestation oder einzelner Exazerbation.
  • Azathioprin oder Mercaptopurin sollten nicht als Monotherapie zur Remissionsinduktion, jedoch zur Erhaltungstherapie eingesetzt werden.
  • Vor Beginn einer Thiopurin-Therapie muss zwingend die TPMT-Aktivität bestimmt werden.
  • Biologika (Infliximab, Adalimumab) sind bei schwerem, therapierefraktärem oder fistulierendem Morbus Crohn indiziert.
  • Zur Remissionserhaltung nach chirurgischer Resektion wird Azathioprin (ggf. plus Metronidazol) empfohlen; Biologika und Budesonid sind hierbei nicht indiziert.
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Hintergrund

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die in Schüben verläuft. Das therapeutische Management unterscheidet strikt zwischen der akuten Remissionsinduktion und der langfristigen Remissionserhaltung. Die Aufklärung der Patienten, insbesondere über die Wichtigkeit der Raucherentwöhnung, ist ein essenzieller Bestandteil der Therapie.

Remissionsinduktion

Die Wahl der Therapie zur Remissionsinduktion richtet sich nach der Schwere des Schubs und der Lokalisation der Erkrankung.

Monotherapie

TherapieIndikationBemerkung
Konventionelle GlukokortikoideErstmanifestation oder 1 Exazerbation/12 MonateMittel der Wahl (Prednisolon, Methylprednisolon, i.v. Hydrocortison)
Enterale ErnährungKinder und JugendlicheAlternative bei Sorge um Wachstum oder Nebenwirkungen
BudesonidBefall von terminalem Ileum, Ileozökalregion oder rechtem KolonWenn konventionelle Steroide kontraindiziert/nicht toleriert; nicht bei schweren Schüben
AminosalicylateErstmanifestation oder 1 Exazerbation/12 MonateWenn Steroide kontraindiziert/nicht toleriert; nicht bei schweren Schüben

Wichtig: Azathioprin, Mercaptopurin oder Methotrexat dürfen nicht als Monotherapie zur Remissionsinduktion angeboten werden.

Add-on-Therapie

Wenn zwei oder mehr Exazerbationen innerhalb von 12 Monaten auftreten oder die Glukokortikoid-Dosis nicht reduziert werden kann, sollte eine Add-on-Therapie erwogen werden:

  • Azathioprin oder Mercaptopurin: Als Ergänzung zu Glukokortikoiden oder Budesonid. Vor Therapiebeginn muss die TPMT-Aktivität (Thiopurin-Methyltransferase) bestimmt werden. Bei fehlender Aktivität dürfen diese Medikamente nicht gegeben werden.
  • Methotrexat: Als Alternative, wenn Thiopurine nicht toleriert werden oder eine TPMT-Defizienz vorliegt.

Biologika-Therapie

Infliximab und Adalimumab sind indiziert bei schwerem, aktivem Morbus Crohn, der nicht auf konventionelle Therapien (inkl. Immunsuppressiva/Steroide) anspricht oder wenn diese kontraindiziert sind.

  • Definition schwerer Schub: Sehr schlechter Allgemeinzustand, Gewichtsverlust, Fieber, starke Bauchschmerzen, häufige Diarrhö. Entspricht in der Regel einem CDAI-Score ≥ 300 oder einem Harvey-Bradshaw-Score ≥ 8-9.
  • Fistulierender Morbus Crohn: Infliximab ist bei aktiver fistulierender Erkrankung indiziert, die nicht auf konventionelle Therapie anspricht.
  • Monitoring: Die Notwendigkeit der Fortführung sollte mindestens alle 12 Monate reevaluiert werden.

Remissionserhaltung

Die Optionen zur Remissionserhaltung sollten individuell mit dem Patienten besprochen werden, einschließlich der Option, keine medikamentöse Therapie durchzuführen (hierbei engmaschiges Follow-up und Aufklärung über Rezidivsymptome).

TherapieIndikationBemerkung
Azathioprin / MercaptopurinMonotherapie zur ErhaltungWenn zuvor erfolgreich zur Induktion genutzt oder bei ungünstigen Prognosefaktoren (z.B. perianaler Befall, früher Beginn)
MethotrexatErhaltungstherapieWenn zur Induktion benötigt oder Thiopurine kontraindiziert/nicht toleriert

Wichtig: Konventionelle Glukokortikoide oder Budesonid dürfen nicht zur Remissionserhaltung eingesetzt werden.

Postoperative Remissionserhaltung

Nach einer kompletten makroskopischen Resektion bei ileokolonischem Morbus Crohn (innerhalb der letzten 3 Monate) gelten folgende Empfehlungen:

  • Erste Wahl: Azathioprin in Kombination mit bis zu 3 Monaten postoperativem Metronidazol.
  • Alternative: Azathioprin als Monotherapie, falls Metronidazol nicht toleriert wird.
  • Kontraindiziert zur postoperativen Erhaltung: Biologika und Budesonid sollen hierfür nicht angeboten werden.

Chirurgische Interventionen

  • Befall des distalen Ileums: Eine frühzeitige Operation kann als Alternative zur medikamentösen Therapie erwogen werden, insbesondere bei Kindern/Jugendlichen mit Wachstumsstörungen.
  • Strikturen: Eine Ballondilatation sollte insbesondere bei einzelnen, kurzen, geraden und koloskopisch erreichbaren Strikturen in Betracht gezogen werden.

💡Praxis-Tipp

Bestimmen Sie vor jeder Einleitung einer Therapie mit Azathioprin oder Mercaptopurin zwingend die TPMT-Aktivität, um schwere Myelosuppressionen zu vermeiden. Setzen Sie Glukokortikoide (inklusive Budesonid) niemals zur langfristigen Remissionserhaltung ein.

Häufig gestellte Fragen

Budesonid kann zur Remissionsinduktion bei Befall des terminalen Ileums, der Ileozökalregion oder des rechten Kolons erwogen werden, sofern konventionelle Glukokortikoide kontraindiziert sind oder nicht vertragen werden. Es darf nicht bei schweren Schüben eingesetzt werden.
Nein, laut Leitlinie sollen weder konventionelle Glukokortikoide noch Budesonid zur Remissionserhaltung eingesetzt werden.
Empfohlen wird Azathioprin, idealerweise in Kombination mit bis zu 3 Monaten postoperativem Metronidazol. Biologika und Budesonid sind für die postoperative Remissionserhaltung nicht indiziert.
Bei schwerem, aktivem Morbus Crohn (z.B. CDAI ≥ 300 oder Harvey-Bradshaw ≥ 8-9), der nicht auf konventionelle Therapien anspricht, oder bei aktiver fistulierender Erkrankung (Infliximab).
Vor dem Start von Azathioprin oder Mercaptopurin muss die Thiopurin-Methyltransferase (TPMT)-Aktivität bestimmt werden. Bei fehlender Aktivität dürfen diese Medikamente nicht gegeben werden.

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