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NICE

Akut kranke Erwachsene im Krankenhaus: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Physiologische Parameter müssen bei Aufnahme erfasst und mindestens alle 12 Stunden kontrolliert werden.
  • Ein physiologisches Track-and-Trigger-System (z. B. NEWS2) ist für alle erwachsenen Patienten obligatorisch.
  • Die Basisüberwachung umfasst Herzfrequenz, Atemfrequenz, systolischen Blutdruck, Bewusstseinslage, Sauerstoffsättigung und Temperatur.
  • Eine gestufte Reaktionsstrategie (Niedrig, Mittel, Hoch) muss lokal etabliert werden.
  • Verlegungen von der Intensivstation auf Normalstationen zwischen 22:00 und 07:00 Uhr sind zu vermeiden.
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Hintergrund

Patienten im Krankenhaus können akut erkranken oder sich klinisch verschlechtern. Die NICE-Leitlinie zielt darauf ab, diese Verschlechterung durch standardisiertes Monitoring und Track-and-Trigger-Systeme frühzeitig zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren. Die Grundlage für die Patientensicherheit bildet die korrekte Erfassung und Dokumentation einfacher Messwerte in Kombination mit vereinbarten Reaktionsstrategien.

Physiologisches Monitoring

Erwachsene Patienten benötigen bei Aufnahme oder Erstbeurteilung eine Erfassung der physiologischen Parameter sowie einen klaren, schriftlichen Überwachungsplan. Dieser Plan muss Diagnose, Komorbiditäten und das Behandlungsziel berücksichtigen.

Die Überwachung muss mindestens alle 12 Stunden erfolgen, sofern ärztlich nicht anders angeordnet. Folgende Parameter sind als Minimum zu erfassen:

ParameterBemerkung
HerzfrequenzBasis-Monitoring
AtemfrequenzBasis-Monitoring
Systolischer BlutdruckBasis-Monitoring
BewusstseinslageBasis-Monitoring
SauerstoffsättigungBasis-Monitoring
TemperaturBasis-Monitoring

In spezifischen klinischen Situationen sollte ein erweitertes Monitoring erwogen werden (z. B. stündliche Urinausscheidung, Laktat, Blutzucker, Base Excess, arterieller pH-Wert, Schmerzerfassung).

Track-and-Trigger-Systeme

Für alle erwachsenen Patienten im Akutkrankenhaus sollen physiologische Track-and-Trigger-Systeme verwendet werden. Die Leitlinie verweist hierbei explizit auf den von NHS England unterstützten NEWS2 (National Early Warning Score). Diese Systeme nutzen aggregierte, gewichtete Scores, um eine gestufte Reaktion zu ermöglichen. Die Schwellenwerte (Trigger) sind lokal festzulegen und regelmäßig zu überprüfen.

Gestufte Reaktionsstrategie

Es muss lokal eine gestufte Reaktionsstrategie für Patienten mit Risiko einer klinischen Verschlechterung etabliert werden.

RisikostufeReaktion / Maßnahme
Niedriger ScoreErhöhte Überwachungsfrequenz; Information der zuständigen Pflegekraft.
Mittlerer ScoreDringender Ruf an das primär zuständige Ärzteteam. Gleichzeitiger Ruf an Personal mit Kernkompetenzen für akute Erkrankungen (z. B. Critical Care Outreach Team).
Hoher ScoreNotfallruf an ein Team mit intensivmedizinischen und diagnostischen Kompetenzen (inkl. Atemwegsmanagement und Reanimation). Sofortige Reaktion erforderlich.

Patienten mit einem klinischen Notfall umgehen das Stufensystem und werden wie die Hochrisiko-Gruppe behandelt (Ausnahme: Herzstillstand). Die Entscheidung zur Aufnahme auf eine Intensivstation muss gemeinsam durch den zuständigen Stationsarzt und den Intensivmediziner getroffen werden.

Verlegung von der Intensivstation

Verlegungen von Intensivbereichen auf die Normalstation sollten so früh wie möglich am Tag stattfinden.

  • Verlegungen zwischen 22:00 Uhr und 07:00 Uhr sind möglichst zu vermeiden. Kommt es dennoch dazu, ist dies als unerwünschtes Ereignis (Adverse Incident) zu dokumentieren.
  • Eine formelle, strukturierte Übergabe ist zwingend erforderlich.

Die strukturierte Übergabe muss Folgendes beinhalten:

  • Zusammenfassung des Intensivaufenthalts (Diagnose, Therapie)
  • Überwachungs- und Untersuchungsplan
  • Plan für die weitere Behandlung (Medikamente, Ernährung, Infektionsstatus, Therapiebegrenzungen)
  • Physische und rehabilitative Bedürfnisse
  • Psychologische und emotionale Bedürfnisse
  • Spezifische Kommunikations- oder Sprachbedürfnisse

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie konsequent ein Track-and-Trigger-System wie den NEWS2-Score und stellen Sie sicher, dass bei jeder Verlegung von der Intensivstation ein strukturierter, schriftlicher Übergabeplan vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Herzfrequenz, Atemfrequenz, systolischer Blutdruck, Bewusstseinslage, Sauerstoffsättigung und Temperatur.
Mindestens alle 12 Stunden, sofern ärztlich keine abweichende Frequenz für den individuellen Patienten festgelegt wurde.
Die Verlegung sollte tagsüber erfolgen. Verlegungen zwischen 22:00 und 07:00 Uhr sind zu vermeiden und andernfalls als unerwünschtes Ereignis (Adverse Incident) zu dokumentieren.
Die Leitlinie empfiehlt die Nutzung von aggregierten Scoring-Systemen und verweist explizit auf den NEWS2 (National Early Warning Score).

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