Klinische Verschlechterung: Erkennung und Behandlung
Hintergrund
Patienten im Krankenhaus können unerwartet akut erkranken oder sich klinisch verschlechtern. Eine suboptimale Versorgung entsteht oft, weil diese Verschlechterung nicht rechtzeitig erkannt oder nicht adäquat darauf reagiert wird.
Die NICE-Leitlinie CG50 fokussiert sich auf die Patientensicherheit durch präzise Messung und Dokumentation physiologischer Parameter. Ziel ist es, durch standardisierte "Track-and-Trigger"-Systeme eine angemessene und zeitnahe Eskalation der Behandlung sicherzustellen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sicheren Verlegung von Patienten aus Intensivbereichen auf Normalstationen. Dabei wird die Bedeutung strukturierter Übergaben und klarer Kommunikationswege betont.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:
Initiale Beurteilung und Monitoring
Es wird empfohlen, bei allen erwachsenen Patienten bei Aufnahme oder initialer Beurteilung physiologische Parameter zu erfassen. Es sollte ein schriftlicher Überwachungsplan erstellt werden, der Diagnose, Komorbiditäten und den Behandlungsplan berücksichtigt.
Als Minimum werden laut Leitlinie folgende Parameter zur routinemäßigen Überwachung empfohlen:
-
Herzfrequenz
-
Atemfrequenz
-
Systolischer Blutdruck
-
Bewusstseinsgrad
-
Sauerstoffsättigung
-
Temperatur
Track-and-Trigger-Systeme
Laut Leitlinie sollen physiologische "Track-and-Trigger"-Systeme (wie das empfohlene NEWS2) zur Überwachung aller erwachsenen Patienten im Akutkrankenhaus eingesetzt werden. Die Überwachung sollte mindestens alle 12 Stunden erfolgen, sofern keine abweichende ärztliche Entscheidung getroffen wurde.
Bei abweichenden physiologischen Werten wird eine Erhöhung der Überwachungsfrequenz empfohlen. In spezifischen klinischen Situationen kann ein erweitertes Monitoring (z. B. stündliche Urinausscheidung, Laktat, Schmerzerfassung) sinnvoll sein.
Gestufte Reaktionsstrategie
Es wird empfohlen, lokal eine gestufte Reaktionsstrategie für Patienten mit Risiko einer klinischen Verschlechterung zu etablieren. Die Leitlinie definiert hierfür drei Stufen:
| Risikostufe | Maßnahmen | Zuständigkeit |
|---|---|---|
| Niedriger Score | Erhöhte Überwachungsfrequenz | Alarmierung der zuständigen Pflegekraft |
| Mittlerer Score | Dringender Ruf an das primär zuständige Ärzteteam | Zeitgleicher Ruf an Personal mit Kernkompetenzen für akute Erkrankungen |
| Hoher Score | Notruf mit sofortiger Reaktion | Team mit intensivmedizinischen Kompetenzen und Atemwegssicherung |
Patienten mit einem klinischen Notfall sollten das gestufte System umgehen. Mit Ausnahme von Herzstillständen wird empfohlen, diese Patienten direkt wie die Hochrisikogruppe zu behandeln.
Verlegung aus der Intensivpflege
Die Leitlinie betont, dass Verlegungen von der Intensivstation auf die Normalstation möglichst früh am Tag stattfinden sollten. Verlegungen zwischen 22:00 Uhr und 07:00 Uhr sollen vermieden und andernfalls als unerwünschtes Ereignis dokumentiert werden.
Es wird eine strukturierte, formelle Übergabe zwischen dem abgebenden und dem aufnehmenden Team gefordert. Diese sollte unter anderem eine Zusammenfassung des Intensivaufenthalts, einen Überwachungsplan sowie Rehabilitationsziele umfassen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor nächtlichen Verlegungen (zwischen 22:00 und 07:00 Uhr) von der Intensivstation auf die Normalstation. Es wird empfohlen, solche Verlegungen strikt zu vermeiden und sie im Falle eines Auftretens als unerwünschtes Ereignis (Adverse Incident) zu dokumentieren. Zudem wird betont, dass die Überwachungsfrequenz bei jedem Patienten mindestens alle 12 Stunden betragen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt als Minimum die Erfassung von Herzfrequenz, Atemfrequenz, systolischem Blutdruck, Bewusstseinsgrad, Sauerstoffsättigung und Temperatur. Diese Parameter sollten in ein Track-and-Trigger-System integriert werden.
Es wird eine Überwachung der physiologischen Parameter mindestens alle 12 Stunden empfohlen. Bei abweichenden Werten oder klinischer Besorgnis sollte die Frequenz entsprechend der lokalen Reaktionsstrategie erhöht werden.
Laut Leitlinie handelt es sich um ein Punktesystem (wie das NEWS2), das physiologische Parameter gewichtet zusammenfasst. Es definiert klare Schwellenwerte, bei deren Überschreiten eine vordefinierte klinische Reaktion ausgelöst wird.
Die Leitlinie empfiehlt, dass die Entscheidung zur Aufnahme auf eine Intensivstation gemeinsam getroffen wird. Daran sollten sowohl der zuständige Stationsarzt als auch der Intensivmediziner beteiligt sein.
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Quelle: CG50: Acutely ill adults in hospital: recognising and responding to deterioration (NICE, 2007). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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