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Dyspepsie und GERD: Aktuelle Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Vor einer Testung auf Helicobacter pylori muss eine 2-wöchige PPI-Pause eingehalten werden.
  • Die H. pylori-Eradikation erfolgt standardmäßig als 7-tägige Triple-Therapie (zweimal täglich).
  • Bei schwerer Ösophagitis wird eine 8-wöchige hochdosierte PPI-Therapie mit anschließender Erhaltungstherapie in voller Dosis empfohlen.
  • Eine Endoskopie zur Diagnose eines Barrett-Ösophagus soll nicht routinemäßig, sondern nur bei GERD und Vorliegen von Risikofaktoren erwogen werden.
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Hintergrund

Dyspepsie beschreibt eine Reihe von Symptomen des oberen Gastrointestinaltrakts, darunter Oberbauchschmerzen, Sodbrennen, Reflux, Übelkeit oder Erbrechen, die typischerweise über 4 Wochen oder länger bestehen. Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) bezieht sich in dieser Leitlinie auf eine endoskopisch gesicherte Ösophagitis oder eine endoskopie-negative Refluxkrankheit.

Allgemeine Maßnahmen und Lebensstil

  • Lebensstilberatung: Bieten Sie Ratschläge zu gesunder Ernährung, Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung an.
  • Auslöser meiden: Patienten sollten bekannte Trigger wie Alkohol, Kaffee, Schokolade, fettige Speisen und Übergewicht vermeiden.
  • Schlafhygiene: Das Hochstellen des Kopfendes des Bettes und die Vermeidung von Hauptmahlzeiten direkt vor dem Schlafengehen können helfen.
  • Medikamentenreduktion: Bei Langzeitmanagement sollte die Medikation schrittweise auf die niedrigste wirksame Dosis oder eine Bedarfsmedikation ("On-Demand") reduziert werden.

Indikationen zur Endoskopie und Überweisung

  • Sofortige Überweisung (am selben Tag): Zwingend erforderlich bei Dyspepsie in Kombination mit signifikanten akuten gastrointestinalen Blutungen.
  • Barrett-Ösophagus: Eine Endoskopie zur Diagnose soll nicht routinemäßig angeboten werden. Sie kann erwogen werden bei GERD und individuellen Risikofaktoren (z.B. lange Symptomdauer, männliches Geschlecht, frühere Ösophagitis, Hiatushernie).
  • Überwachung bei Barrett-Ösophagus: Die Entscheidung zur Überwachung hängt von der Präsenz von Dysplasien, der Patientenpräferenz und Risikofaktoren ab. Bei geringem Risiko (stabile, nicht-dysplastische Form) können die Risiken der Endoskopie den Nutzen überwiegen.

Helicobacter pylori: Diagnostik

Vor einer Testung auf H. pylori muss zwingend eine 2-wöchige PPI-Pause (Washout) eingehalten werden.

DiagnostikEmpfehlungBemerkung
Empfohlene TestsC13-Harnstoff-Atemtest oder StuhlantigentestLaborbasierte Serologie nur, wenn lokal validiert
Nicht empfohlenPraxisbasierte serologische SchnelltestsWegen unzureichender Performance
Re-TestungC13-Harnstoff-Atemtest6-8 Wochen nach Therapiebeginn bei Ulcus

Helicobacter pylori: Eradikationstherapie

Die Erstlinientherapie erfolgt über 7 Tage, zweimal täglich.

PatientengruppeTherapieschema (Erstlinie)
StandardPPI + Amoxicillin + (Clarithromycin ODER Metronidazol)
Penicillin-AllergiePPI + Clarithromycin + Metronidazol
Penicillin-Allergie + Clarithromycin-VorexpositionPPI + Bismut + Metronidazol + Tetracyclin

Hinweis: Bei Therapieversagen kommen Zweitlinienschemata (z.B. mit Levofloxacin oder Tetracyclin) zum Einsatz. Bei erneutem Versagen ist ein Gastroenterologe hinzuzuziehen.

Management der GERD und schweren Ösophagitis

  • Untersuchte GERD: Volle PPI-Dosis für 4 oder 8 Wochen.
  • Schwere Ösophagitis: Volle PPI-Dosis für 8 Wochen zur Heilung. Anschließend langfristige Erhaltungstherapie mit voller PPI-Dosis.
  • Bei Therapieversagen: Dosissteigerung, Wechsel des PPI oder fachärztliche Vorstellung.

Peptische Ulkuskrankheit

  • H. pylori-positiv: Eradikationstherapie durchführen.
  • NSAR-induziertes Ulkus: NSAR wenn möglich absetzen. Volle PPI-Dosis oder H2-Rezeptor-Antagonist für 8 Wochen.
  • Re-Testung: Bei Magen- oder Duodenalulkus mit H. pylori nach 6 bis 8 Wochen auf erfolgreiche Eradikation testen. Bei Magenulkus zudem Kontrollendoskopie nach 6-8 Wochen anbieten.

💡Praxis-Tipp

Denken Sie an die 2-wöchige PPI-Karenz vor jeder H. pylori-Testung (Atem- oder Stuhltest), um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden. Setzen Sie bei Patienten mit unkomplizierter Dyspepsie auf eine schrittweise Dosisreduktion (Step-down) der PPI bis hin zur reinen Bedarfsmedikation.

Häufig gestellte Fragen

Bei gleichzeitiger signifikanter akuter gastrointestinaler Blutung muss eine Überweisung an einen Spezialisten noch am selben Tag erfolgen.
Empfohlen werden der C13-Harnstoff-Atemtest oder der Stuhlantigentest. Praxisbasierte serologische Schnelltests sollen nicht verwendet werden.
Zur initialen Heilung wird eine volle PPI-Dosis für 8 Wochen empfohlen, gefolgt von einer langfristigen Erhaltungstherapie, ebenfalls in voller Dosis.
Als Erstlinientherapie wird eine 7-tägige Gabe von PPI, Clarithromycin und Metronidazol (zweimal täglich) empfohlen.
Bei Patienten mit peptischem Ulkus (Magen oder Duodenum) sollte 6 bis 8 Wochen nach Beginn der Behandlung ein Re-Test mittels C13-Harnstoff-Atemtest erfolgen.

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