Helicobacter pylori: Diagnostik & Eradikationstherapie
Hintergrund
Die DGVS-Leitlinie behandelt die Epidemiologie, Diagnostik und Therapie der Helicobacter-pylori-Infektion sowie der gastroduodenalen Ulkuskrankheit. Die Prävalenz in Deutschland liegt bei etwa 35 Prozent, zeigt jedoch eine abnehmende Tendenz.
Eine Infektion mit H. pylori wird kausal mit chronisch-aktiver Gastritis, gastroduodenalen Ulzera, dem Magenkarzinom und dem Marginalzonen-B-Zell-Lymphom (MALT) assoziiert. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, meist bereits im Kindesalter innerhalb der Familie.
Neben der Erregerelimination fokussiert das Dokument auch auf nicht-H.-pylori-assoziierte Ulzera. Diese sind häufig durch die Einnahme von NSAR oder Acetylsalicylsäure (ASS) bedingt.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie kommt es häufig zu falsch-negativen Testergebnissen, wenn säuresuppressive oder antibiotische Therapien nicht rechtzeitig pausiert werden. Es wird empfohlen, vor einer H.-pylori-Diagnostik oder einer Erfolgskontrolle einen Abstand von mindestens 2 Wochen zum Ende einer PPI-Therapie und mindestens 4 Wochen zu einer Antibiotikagabe einzuhalten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie muss eine Eradikation bei peptischen Ulzera des Magens oder Duodenums sowie bei MALT-Lymphomen erfolgen. Auch bei ungeklärter Eisenmangelanämie oder ITP wird die Therapie empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt bevorzugt eine Bismut-haltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage. Die klassische Clarithromycin-basierte Tripeltherapie wird aufgrund hoher Resistenzraten empirisch nicht mehr empfohlen.
Eine Kontrolle wird frühestens 4 Wochen nach Ende der Antibiotikatherapie und 2 Wochen nach Absetzen des PPI empfohlen. Hierfür eignen sich der 13C-Atemtest oder ein monoklonaler Stuhlantigentest.
Ein PPI muss verordnet werden, wenn neben der NSAR-Therapie mindestens ein weiterer Risikofaktor für Ulkuskomplikationen vorliegt. Ein Alter über 60 Jahre allein ist laut Leitlinie keine ausreichende Indikation.
Bei Kindern sollte eine Diagnostik nur erfolgen, wenn bei positivem Befund auch eine Therapie geplant ist. Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen nicht-invasiven Testung bei funktionellen Bauchschmerzen ab.
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Quelle: DGVS: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit (DGVS, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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