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Stabile Angina pectoris: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Zur Akuttherapie werden kurzwirksame Nitrate eingesetzt; bei persistierenden Schmerzen nach der zweiten Dosis muss der Notarzt gerufen werden.
  • Die Erstlinientherapie besteht aus Betablockern oder Calciumkanalblockern (als Monotherapie oder in Kombination).
  • Die Sekundärprävention umfasst ASS 75 mg, Statine und bei Diabetikern ACE-Hemmer.
  • Eine Revaskularisation (CABG oder PCI) ist indiziert, wenn die medikamentöse Therapie die Symptome nicht ausreichend kontrolliert.
  • Bei Mehrgefäßerkrankungen mit Diabetes, Alter >65 Jahren oder komplexer 3-Gefäß-Erkrankung bietet die Bypass-OP (CABG) einen Überlebensvorteil gegenüber der PCI.
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Hintergrund

Angina pectoris ist das Hauptsymptom der myokardialen Ischämie und wird meist durch eine atherosklerotische obstruktive koronare Herzkrankheit verursacht, die den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einschränkt. Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zu minimieren sowie die Lebensqualität, Morbidität und Mortalität langfristig zu verbessern.

Akuttherapie und Sekundärprävention

Zur Vorbeugung und Behandlung von Angina-Episoden wird ein kurzwirksames Nitrat empfohlen. Patienten sollten dieses unmittelbar vor einer geplanten körperlichen Anstrengung einnehmen.

Notfallmanagement bei akuten Schmerzen:

  • Dosis nach 5 Minuten wiederholen, falls der Schmerz nicht abgeklungen ist.
  • Notarzt rufen, wenn der Schmerz 5 Minuten nach Einnahme der zweiten Dosis weiterhin besteht.

Zur Verhinderung kardiovaskulärer Ereignisse (Sekundärprävention) wird folgendes Schema empfohlen:

MaßnahmeIndikation / Bemerkung
ASS 75 mgTäglich, unter Abwägung von Blutungsrisiko und Komorbiditäten
StatineGemäß Leitlinien zur Lipidmodifikation
ACE-HemmerBei Patienten mit Diabetes mellitus
BlutdruckeinstellungGemäß Hypertonie-Leitlinien

Hinweis: Vitamin- oder Fischölpräparate sollen nicht zur Behandlung der stabilen Angina pectoris angeboten werden, da keine Evidenz für deren Wirksamkeit vorliegt.

Medikamentöse Stufentherapie

Die optimale medikamentöse Therapie besteht aus ein bis zwei Antianginosa in Kombination mit der Sekundärprävention. Die Dosis sollte bis zur maximal tolerierbaren Menge hochtitriert werden.

StufeTherapieBemerkung
1. WahlBetablocker ODER Calciumkanalblocker (CCB)Auswahl nach Komorbiditäten und Präferenz. Bei Unverträglichkeit auf die andere Klasse wechseln.
2. WahlBetablocker PLUS Dihydropyridin-CCBZ. B. retardiertes Nifedipin, Amlodipin oder Felodipin.
AlternativeLangzeitnitrat, Ivabradin, Nicorandil oder RanolazinAls Monotherapie (wenn 1. Wahl kontraindiziert) oder als Add-on.
3. WahlDreifachkombinationNur erwägen, wenn eine Revaskularisation aussteht oder nicht infrage kommt.

Diagnostik und Revaskularisation

Eine Revaskularisation (Koronararterien-Bypass [CABG] oder perkutane Koronarintervention [PCI]) sollte erwogen werden, wenn die Symptome unter optimaler medikamentöser Therapie nicht ausreichend kontrolliert sind. Zur Therapieplanung ist eine Koronarangiographie indiziert.

VerfahrenBevorzugte Patientengruppe / Indikation
PCIAnatomisch weniger komplexe Erkrankung. Gilt als kosteneffektiver, wenn keine Patientenpräferenz besteht.
CABGMehrgefäßerkrankung plus Diabetes, Alter >65 Jahre oder anatomisch komplexe 3-Gefäß-Erkrankung (mit/ohne Hauptstammbeteiligung). Bietet hier einen potenziellen Überlebensvorteil.

Bei komplexen Befunden (z. B. Hauptstammbeteiligung oder komplexe 3-Gefäß-Erkrankung) muss die Behandlungsstrategie zwingend in einem multidisziplinären Team aus Herzchirurgen und interventionellen Kardiologen besprochen werden.

Spezielle Situationen

Kardiales Syndrom X: Bei Patienten mit angiographisch unauffälligen Koronararterien und persistierenden Angina-Symptomen sollte ein kardiales Syndrom X erwogen werden. Antianginosa sollen nur fortgesetzt werden, wenn sie die Symptome lindern. Medikamente zur Sekundärprävention werden hier nicht routinemäßig empfohlen.

Schmerzinterventionen: Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), externe Gegenpulsation (EECP) und Akupunktur werden zur Behandlung der stabilen Angina pectoris nicht empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Kombinieren Sie Betablocker stets mit einem Dihydropyridin-Calciumkanalblocker (z. B. Amlodipin oder Felodipin), wenn eine Monotherapie zur Symptomkontrolle nicht ausreicht. Raten Sie Patienten aktiv von der Einnahme von Fischöl- und Vitaminpräparaten zur Angina-Therapie ab.

Häufig gestellte Fragen

Die Erstlinientherapie besteht aus einem Betablocker oder einem Calciumkanalblocker. Bei Unverträglichkeit kann auf die jeweils andere Substanzklasse gewechselt werden.
Wenn die Schmerzen 5 Minuten nach der Einnahme der zweiten Dosis eines kurzwirksamen Nitrats weiterhin bestehen, muss ein Notarzt gerufen werden.
Patienten mit Mehrgefäßerkrankung haben einen Überlebensvorteil durch CABG, wenn sie zusätzlich an Diabetes leiden, über 65 Jahre alt sind oder eine anatomisch komplexe 3-Gefäß-Erkrankung aufweisen.
Nein, laut NICE-Leitlinie gibt es keine Evidenz für die Wirksamkeit von Vitamin- oder Fischölpräparaten bei stabiler Angina pectoris. Sie sollen nicht angeboten werden.
Ein drittes Antianginosum sollte nur dann hinzugefügt werden, wenn die Symptome mit zwei Medikamenten nicht kontrolliert sind und der Patient auf eine Revaskularisation wartet oder diese nicht infrage kommt.

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