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National Institute for Health and Care Excellence (NICE)Pneumologie

Insektenstiche und -bisse: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf National Institute for Health and Care Excellence (NICE) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine schnell auftretende Hautreaktion nach einem Stich ist meist entzündlich oder allergisch, keine Infektion.
  • Die meisten Insektenstiche und -bisse benötigen keine Antibiotika.
  • Orale Antihistaminika können ab einem Alter von 1 Jahr zur Linderung des Juckreizes erwogen werden.
  • Bei Anzeichen einer bakteriellen Sekundärinfektion erfolgt die Therapie analog zur Zellulitis/Erysipel-Leitlinie.
  • Bei systemischen allergischen Reaktionen oder Stichen im Mund- und Rachenraum ist eine sofortige Überweisung indiziert.
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Hintergrund

Ein Insektenstich oder -biss verursacht häufig eine kleine, rote Schwellung auf der Haut, die schmerzhaft und juckend sein kann. Eine schnell auftretende Hautreaktion ist in der Regel eine entzündliche oder allergische Reaktion und keine Infektion. Sekundäre bakterielle Infektionen sind selten und entstehen meist durch Kratzen an der betroffenen Stelle.

Klinische Beurteilung

Bei der Beurteilung eines Insektenstichs oder -bisses sollten verschiedene Reaktionen differenziert werden, um die richtige Therapie einzuleiten:

BefundBedeutung und Maßnahme
Lokale Entzündung / AllergieHäufigste Reaktion. Rötung und Juckreiz können bis zu 10 Tage anhalten.
Erythema migrans (Wanderröte)Hinweis auf Lyme-Borreliose nach einem Zeckenbiss. Entsprechende Leitlinie beachten.
Zeichen einer InfektionVerdacht auf Zellulitis oder Erysipel.
Systemische ReaktionVerdacht auf Anaphylaxie, sofortige Überweisung ins Krankenhaus.

Therapieempfehlungen

Die Aufklärung der Patienten über den normalen Verlauf (Symptome können bis zu 10 Tage bestehen) und die Vermeidung von Kratzen zur Infektionsprävention stehen im Vordergrund.

TherapiestufeMaßnahmeBemerkung
Uninfizierter StichKeine AntibiotikaAufklärung und symptomatische Therapie durch Apotheken.
Symptomatische LinderungOrale AntihistaminikaFür Patienten >1 Jahr zur Juckreizlinderung. Sedierende Antihistaminika können nachts hilfreich sein.
Infizierter StichAntibiotikaTherapie gemäß Leitlinie für Zellulitis und Erysipel.

Reevaluation

Eine erneute ärztliche Vorstellung ist indiziert, wenn:

  • Sich Symptome oder Zeichen einer Infektion entwickeln.
  • Sich der Zustand schnell oder signifikant verschlechtert oder der Patient systemisch erkrankt.
  • Starke Schmerzen auftreten, die in keinem Verhältnis zur Wunde stehen (dies kann auf toxinproduzierende Bakterien hinweisen).
  • Andere Diagnosen wie eine Lyme-Borreliose in Betracht kommen.

Überweisung und fachärztliche Beratung

Patienten mit Symptomen einer schweren Erkrankung, wie einer systemischen allergischen Reaktion (Anaphylaxie), müssen umgehend ins Krankenhaus überwiesen werden.

Eine Überweisung oder fachärztliche Beratung sollte in folgenden Fällen erwogen werden:

  • Der Patient ist systemisch krank.
  • Der Patient ist schwer immunsupprimiert und zeigt Infektionszeichen.
  • Es gab bereits eine frühere systemische allergische Reaktion auf dieselbe Art von Stich oder Biss.
  • Der Stich befindet sich im Mund, Rachen oder um die Augen.
  • Der Stich wurde durch ein ungewöhnliches oder exotisches Insekt verursacht (z.B. Spinnenbisse, die zu Gewebenekrosen führen können).
  • Es treten Fieber oder anhaltende Läsionen nach einem Stich auf, der sich außerhalb des Heimatlandes ereignet hat (Verdacht auf Malaria, Rickettsien etc.).

💡Praxis-Tipp

Verschreiben Sie bei unkomplizierten Insektenstichen keine Antibiotika. Eine rasch auftretende Rötung und Schwellung ist fast immer allergisch oder entzündlich bedingt, nicht infektiös.

Häufig gestellte Fragen

Nur bei klinischen Zeichen einer bakteriellen Sekundärinfektion, wie Zellulitis oder Erysipel. Uninfizierte Stiche werden nicht antibiotisch behandelt.
Ja, orale Antihistaminika können bei Patienten ab 1 Jahr zur Linderung des Juckreizes eingesetzt werden. Sedierende Präparate können besonders nachts hilfreich sein.
Hautrötungen und Juckreiz sind häufig und können bei einem normalen Verlauf bis zu 10 Tage bestehen bleiben.
Bei Anzeichen einer Anaphylaxie, bei Stichen im Mund-/Rachenraum oder an den Augen, bei schweren Immunerkrankungen mit Infektion sowie bei Stichen durch exotische Insekten.

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