Neurogene Darmfunktionsstörung: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der neurogenen Darmfunktionsstörung (nDFS) bei Menschen mit Querschnittlähmung. Durch die Schädigung des Rückenmarks fallen die willkürliche Steuerung der Darmentleerung sowie die Speicherfunktion häufig aus, was zu schwerer Obstipation oder Stuhlinkontinenz führt.

Pathophysiologisch wird zwischen zwei Hauptformen unterschieden. Bei einer Läsion des oberen motorischen Neurons (UMNL) entsteht ein "reflexiver Darm" mit spastischem Sphinkter und verlangsamtem Transit im linken Kolon. Eine Läsion des unteren motorischen Neurons (LMNL) führt hingegen zu einem "areflexiven Darm" mit schlaffem Sphinkter und hohem Risiko für passive Inkontinenz.

Das übergeordnete Ziel der Behandlung ist ein strukturiertes Darmmanagement. Dadurch soll eine sekundäre Kontinenz bei regelmäßiger, planbarer Darmentleerung erreicht und lebensbedrohliche Komplikationen wie die autonome Dysreflexie vermieden werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich vor der Fehlinterpretation einer paradoxen Diarrhoe bei Stuhlimpaktion (Fecal Impaction). Ein Koprolith im Rektum kann zu einer Verflüssigung des Stuhls aboral und einer Dauerrelaxation des inneren Sphinkters führen, was sich klinisch als explosionsartiger Durchfall äußert. Es wird betont, dass eine rein symptomatische Behandlung mit Loperamid in dieser Situation kontraindiziert ist, da sie die zugrundeliegende lebensgefährliche Obstipation weiter verschärft.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie richtet sich der Rhythmus nach der Läsionsart. Bei einer Läsion des oberen Motoneurons (reflexiver Darm) wird eine Entleerung alle ein bis zwei Tage angestrebt. Bei einer Läsion des unteren Motoneurons (areflexiver Darm) wird eine ein- bis zweimal tägliche Entleerung empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt eine ausführliche Anamnese kombiniert mit einer anorektalen Untersuchung. Dabei wird insbesondere die Überprüfung des Analsphinkter-Tonus in Ruhe und nach willkürlicher Kontraktion als wesentlicher Eckpfeiler der Erstdiagnostik genannt.

Es wird eine tägliche Trinkmenge von 1500 bis 2000 ml empfohlen. Die Ballaststoffzufuhr sollte gemäß Leitlinie initial mit 15 g pro Tag begonnen und schrittweise auf bis zu 30 g pro Tag gesteigert werden.

Ein definitives, endständiges Kolostoma sollte laut Leitlinie erwogen werden, wenn sämtliche konservativen Maßnahmen versagen. Dies gilt insbesondere bei therapierefraktärer Obstipation, schwerer Stuhlinkontinenz oder zur deutlichen Verbesserung der Lebensqualität.

Die Leitlinie empfiehlt primär Quellmittel und osmotisch wirksame Laxantien zur Stuhlmodulation. Stark stimulierende Abführmittel wie Bisacodyl sollten aufgrund der Gefahr von Elektrolytverlusten und Toleranzentwicklung nur kurzzeitig eingesetzt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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