SIGN2013Onkologie

Nachsorge bei Kinderkrebs: Spätfolgen und Screening

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: SIGN (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Überlebensrate bei Krebserkrankungen im Kindesalter ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Dies führt zu einer wachsenden Population erwachsener Überlebender, die ein erhöhtes Risiko für behandlungsbedingte Spätfolgen aufweisen.

Zu den möglichen Langzeitfolgen gehören sekundäre Primärtumoren, kardiale und endokrine Störungen sowie Einschränkungen der Fertilität. Die Ausprägung dieser Risiken hängt maßgeblich von der Art der ursprünglichen Therapie und der kumulativen Medikamentendosis ab.

Die SIGN-Leitlinie 132 bietet strukturierte Empfehlungen für die lebenslange Nachsorge dieser Personengruppe. Ziel ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Spätkomplikationen durch eine risikoadaptierte und multidisziplinäre Überwachung.

Empfehlungen

Die SIGN-Leitlinie 132 formuliert folgende Kernempfehlungen für die Nachsorge:

Sekundäre Primärtumoren

Laut Leitlinie besteht ein lebenslang erhöhtes Risiko für sekundäre Primärtumoren (Empfehlungsgrad C). Dies betrifft insbesondere Personen nach Strahlen- oder Chemotherapie.

Kardiales Monitoring

Die Leitlinie empfiehlt eine echokardiografische Überwachung der Herzfunktion bei Personen, die Anthrazykline oder eine Bestrahlung der Herzregion erhalten haben (Empfehlungsgrad C).

Die Frequenz der Überwachung richtet sich nach dem Risiko:

  • Alle 5 Jahre bei niedriger kumulativer Anthrazyklin-Dosis (< 250 mg/m2)

  • Alle 2 bis 3 Jahre bei hoher Dosis (> 250 mg/m2) oder zusätzlicher Bestrahlung

Endokrinologie und Knochengesundheit

Es wird eine Basisuntersuchung der Knochendichte etwa zwei Jahre nach Therapieende für Hochrisikogruppen empfohlen (Empfehlungsgrad D). Dazu zählen Behandlungen mit hohen Steroid- oder Methotrexat-Dosen sowie Schädelbestrahlungen.

Bei Bestrahlung von Hals, Wirbelsäule oder Gehirn wird eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenfunktion empfohlen (Empfehlungsgrad B).

Fertilität und Wachstum

Die Leitlinie rät zur frühzeitigen Aufklärung über mögliche Fertilitätseinschränkungen durch zytotoxische Therapien (Empfehlungsgrad D).

Zudem wird ein regelmäßiges Monitoring des Längenwachstums bis zum Erreichen der Erwachsenengröße empfohlen (Empfehlungsgrad B). Bei nachgewiesenem Wachstumshormonmangel ist laut Leitlinie eine Substitutionstherapie indiziert.

Nachsorge-Level

Die Leitlinie teilt die Nachsorge in drei Risikostufen ein, die sich nach der erhaltenen Therapie richten:

Nachsorge-LevelTherapie-HistorieFrequenzBetreuung durch
Level 1Nur Operation oder Niedrigrisiko-Chemotherapie1-2 JahrePostalisch oder telefonisch
Level 2Chemotherapie oder Schädelbestrahlung ≤ 24 Gy1-2 JahreHausarzt oder Pflegefachkraft
Level 3Bestrahlung (> 24 Gy) oder KnochenmarktransplantationJährlichSpezialisierte Nachsorge-Klinik
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass Überlebende von Kinderkrebs, die keine Anthrazykline oder Bestrahlung der Herzregion erhalten haben, ein sehr geringes Risiko für therapiebedingte Herzprobleme aufweisen. Diesen Personen kann laut Leitlinie eine entsprechende Beruhigung ausgesprochen werden. Zudem wird betont, dass Nachkommen von Überlebenden kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen haben.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine risikoadaptierte Frequenz. Bei einer kumulativen Dosis unter 250 mg/m2 wird ein Intervall von maximal fünf Jahren empfohlen, bei höheren Dosen alle zwei bis drei Jahre.

Laut Leitlinie gibt es keine Evidenz für ein erhöhtes Risiko von angeborenen Fehlbildungen bei den Nachkommen. Es wird empfohlen, den Betroffenen diesbezüglich eine Beruhigung auszusprechen.

Es wird eine Basisuntersuchung der Knochendichte etwa zwei Jahre nach Abschluss der Therapie empfohlen. Dies gilt laut Leitlinie besonders für Risikogruppen, die hohe Dosen an Steroiden oder Methotrexat erhalten haben.

Die Leitlinie gibt an, dass eine Substitutionstherapie bei nachgewiesenem Mangel indiziert ist. Aktuelle Evidenz zeigt laut Leitlinie kein erhöhtes Risiko für ein Krebsrezidiv durch die Wachstumshormongabe.

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Quelle: SIGN 132: Long term follow up of survivors of childhood cancer (SIGN, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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