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Hepatische Spätfolgen bei Kinderkrebs: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Durch effektivere Behandlungen haben sich die Überlebensraten bei Krebserkrankungen im Kindesalter deutlich verbessert. Diese verbesserte Prognose geht jedoch mit dem Auftreten von behandlungsbedingten Spätkomplikationen einher.

Leberkomplikationen treten häufig während oder kurz nach der antineoplastischen Therapie auf. Das Risiko für hepatische Spätfolgen bei Langzeitüberlebenden von Kinderkrebs ist jedoch noch unzureichend erforscht.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Assoziation zwischen Krebstherapien im Kindesalter und späteren Leberschäden. Ziel ist es, Risiken und assoziierte Risikofaktoren für eine fundierte Nachsorge zu identifizieren.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus 33 Kohortenstudien mit insgesamt 7876 Teilnehmern zusammen. Es werden folgende zentrale Erkenntnisse zu hepatischen Spätfolgen formuliert:

Prävalenz hepatischer Spätfolgen

Die Prävalenz von Leberschäden nach einer Krebstherapie im Kindesalter variiert je nach biochemischer Definition stark. In den eingeschlossenen Studien wurden Häufigkeiten zwischen 0 % und 84,2 % beobachtet.

Biochemischer ParameterDefinitionBeobachtete Prävalenz
Alanin-Aminotransferase (ALT)> oberer Normwert (ULN)5,8 % bis 52,8 %
Alanin-Aminotransferase (ALT)> 2x oberer Normwert (ULN)0,9 % bis 44,8 %
Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT)> oberer Normwert (ULN)5,3 %
Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT)> 2x oberer Normwert (ULN)0,9 %
Bilirubin> oberer Normwert (ULN)0 % bis 8,7 %

Risikofaktoren für zelluläre Leberschäden

Der Review identifiziert verschiedene Faktoren, die das Risiko für zelluläre Leberschäden signifikant erhöhen. Dazu gehören insbesondere:

  • Eine Strahlentherapie unter Einbezug der Leber (besonders bei hohem bestrahlten Leberanteil)

  • Ein höherer Body-Mass-Index (BMI)

  • Eine längere Nachbeobachtungszeit sowie ein höheres Alter zum Zeitpunkt der Evaluation

  • Chronische Virushepatitis

Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass Medikamente wie Busulfan, Thioguanin und Statine das Risiko steigern. Auch Leberoperationen, das metabolische Syndrom und ein Alkoholkonsum von über 14 Einheiten pro Woche werden als mögliche Risikofaktoren genannt.

Risikofaktoren für Schäden der Gallenwege

Für Verletzungen der Gallenwege zeigt die Evidenz ein ähnliches Risikoprofil. Folgende Faktoren erhöhen laut multivariater Analyse das Risiko:

  • Strahlentherapie im Leberbereich

  • Höherer BMI und höherer Alkoholkonsum (> 14 Einheiten pro Woche)

  • Längere Nachbeobachtungszeit und höheres Alter bei der Krebsdiagnose

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💡Praxis-Tipp

Bei der Langzeitnachsorge von Überlebenden kindlicher Krebserkrankungen wird ein besonderes Augenmerk auf Personen empfohlen, die eine Leberbestrahlung erhalten haben oder einen hohen BMI aufweisen. Der Review betont, dass das Risiko für hepatische Spätfolgen mit zunehmender Nachbeobachtungszeit und höherem Alter steigt. Daher ist eine langfristige und strukturierte Überwachung der Leberwerte essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Die Häufigkeit variiert stark in Abhängigkeit von der verwendeten biochemischen Definition. Laut dem Cochrane Review liegt die Prävalenz bei adäquater Definition zwischen 1 % und 53 %.

Eine Strahlentherapie, die die Leber einbezieht, gilt als gesicherter Risikofaktor. Zudem gibt es Hinweise, dass bestimmte Chemotherapeutika wie Busulfan und Thioguanin sowie Leberoperationen das Risiko erhöhen.

Ein höherer Body-Mass-Index (BMI) wird im Review als deutlicher Risikofaktor für zelluläre Leberschäden und Schäden der Gallenwege identifiziert. Ebenso wird ein Alkoholkonsum von mehr als 14 Einheiten pro Woche mit einem erhöhten Risiko assoziiert.

Die eingeschlossenen Studien nutzten primär die Alanin-Aminotransferase (ALT) zur Definition zellulärer Leberschäden. Für die Beurteilung der Gallenwege wurden die Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT) und Bilirubin herangezogen.

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Quelle: Cochrane Review: Hepatic late adverse effects after antineoplastic treatment for childhood cancer (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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