Mpox: Infektionsprävention und Hygienemaßnahmen (IPC)
Hintergrund
Mpox (Affenpocken) stellt globale Gesundheitssysteme vor Herausforderungen, die strukturierte Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle (IPC) erfordern. Ebenso essenziell ist die Sicherstellung von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) in betroffenen Regionen.
Die WHO-Leitlinie "Strategic actions for IPC and WASH during mpox outbreak response" (2025) liefert einen strategischen Rahmen für Länder mit aktiven Ausbrüchen. Ziel ist es, die sichere Patientenversorgung zu gewährleisten und die Übertragung in der Bevölkerung einzudämmen.
Dabei fokussiert sich das Dokument auf den Schutz von medizinischem Personal, Pflegekräften und vulnerablen Gruppen. Die Maßnahmen umfassen sowohl das klinische Setting als auch Gemeinschaftseinrichtungen und die häusliche Pflege.
Empfehlungen
Die WHO-Leitlinie gliedert die strategischen Maßnahmen zur Mpox-Ausbruchskontrolle in drei zentrale Säulen. Es wird eine ebenenübergreifende Koordination durch spezifische Taskforces empfohlen.
Sichere und skalierbare Versorgung in Gesundheitseinrichtungen
Auf nationaler Ebene wird die Etablierung einer klaren Strategie für Screening, Identifizierung, Isolierung und Meldung von Verdachts- und bestätigten Fällen gefordert. Laut Leitlinie sollen diese Prozesse in bestehende Überweisungswege integriert werden.
Für medizinische Einrichtungen empfiehlt die Leitlinie folgende Kernmaßnahmen:
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Durchführung von IPC- und WASH-Schnellbewertungen (Rapid Assessments) zur Identifikation von Schwachstellen
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Entwicklung und Implementierung von Verbesserungsplänen inklusive begleitendem Mentoring
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Stärkung von Strategien zur Händehygiene und Sicherstellung der Verfügbarkeit von essenziellen Schutzmaterialien
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Planung von Surge-Kapazitäten, um auch bei steigenden Fallzahlen eine sichere Versorgung aufrechtzuerhalten
Erweiterter Schutz in der Gemeinschaft
Für die häusliche Pflege und dezentrale Isolationszentren wird die Entwicklung nationaler Strategien für unkomplizierte Mpox-Fälle empfohlen. Dies gilt insbesondere für Umgebungen, in denen eine häusliche Isolation nicht möglich ist, wie etwa in Flüchtlingscamps.
Besonderes Augenmerk legt die Leitlinie auf Hochrisiko-Gemeinschaftseinrichtungen:
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In Gefängnissen und anderen Sammelunterkünften sollen spezifische IPC- und WASH-Bewertungen durchgeführt werden
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Für Schulen, Flüchtlingscamps und Einreisepunkte wird die Bereitstellung von operativen Leitfäden und Schulungsmaterialien empfohlen
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Es wird angeraten, das Bewusstsein für Händehygiene im kommunalen Umfeld durch gezielte Strategien zu fördern
Sektorenübergreifende technische Unterstützung
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Integration von IPC- und WASH-Maßnahmen in andere Säulen der Ausbruchsbekämpfung. Eine enge Zusammenarbeit mit Experten für Risikokommunikation wird angeraten.
Dazu gehören laut Dokument:
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Überwachung der IPC- und WASH-Richtlinien während Mpox-Impfkampagnen
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Entwicklung von kommunalen Präventionsstrategien und Kampagnen für Schulen und Sammelunterkünfte
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Förderung von Forschungsaktivitäten zur Generierung von Evidenz für effektive IPC- und WASH-Interventionen
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist die proaktive Planung von Surge-Kapazitäten in Kliniken. Es wird nachdrücklich empfohlen, nicht nur Isolationsbereiche zu definieren, sondern auch die kontinuierliche Verfügbarkeit von WASH-Infrastruktur (Wasser, Sanitär, Hygiene) bei plötzlich steigenden Fallzahlen sicherzustellen. Zudem unterstreicht das Dokument die Wichtigkeit, IPC-Maßnahmen auch auf unkonventionelle Isolationszentren wie Flüchtlingscamps auszuweiten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Entwicklung nationaler Strategien für die häusliche Pflege. Ist eine häusliche Isolation nicht möglich, beispielsweise in Flüchtlingscamps, wird die Einrichtung dezentraler, kommunaler Isolationszentren angeraten.
Es wird empfohlen, strukturierte IPC- und WASH-Schnellbewertungen durchzuführen und darauf basierend Verbesserungspläne zu erstellen. Zudem betont die Leitlinie die Wichtigkeit von Screening-Strategien an den Eingängen und die Sicherstellung von Händehygiene und Schutzmaterial.
Laut Leitlinie müssen auch während der Durchführung von Mpox-Impfkampagnen strikte IPC- und WASH-Richtlinien implementiert und überwacht werden. Dies dient dem Schutz des medizinischen Personals und der zu impfenden Personen vor einer Übertragung im Impfzentrum.
Für Gefängnisse und ähnliche Sammelunterkünfte empfiehlt das Dokument die Anpassung spezifischer Bewertungs-Tools. Darauf aufbauend sollen zielgerichtete Schulungsmaterialien und operative Leitfäden für das Personal vor Ort bereitgestellt werden.
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Quelle: Strategic actions for infection prevention and control and water, sanitation and hygiene during mpox outbreak response: executive summary (WHO, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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