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WHO2013

Pandemische Influenza: Risikomanagement-Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der Ansatz basiert auf den Prinzipien des Emergency Risk Management for Health (ERMH) für alle Gefahrenarten.
  • Globale Pandemie-Phasen (Interpandemisch, Alarm, Pandemie, Übergang) sind von nationalen Maßnahmen entkoppelt.
  • Nationale Maßnahmen müssen auf lokalen Risikobewertungen basieren, um eine flexible Reaktion zu ermöglichen.
  • Das PIP-Framework regelt den globalen Austausch von Viren und den gerechten Zugang zu Impfstoffen.
  • Die Bewertung der Pandemie-Schwere stützt sich auf Übertragbarkeit, Krankheitsschwere und Auswirkungen auf das Gesundheitssystem.
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Hintergrund

Die WHO-Leitlinie von 2013 ersetzt die Version von 2009 und integriert die Lehren aus der Influenza A(H1N1) Pandemie. Ein zentrales Element ist die Abkehr von starren Plänen hin zu einem flexiblen, risikobasierten Ansatz im Rahmen des Emergency Risk Management for Health (ERMH). Es wird ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz (Whole-of-Society) gefordert, da eine Pandemie alle Sektoren betrifft.

Globale Pandemie-Phasen

Die WHO definiert globale Phasen, die den weltweiten Ausbreitungsstand eines neuen Influenza-Subtyps beschreiben. Wichtig: Diese Phasen sind von den nationalen Maßnahmen entkoppelt, da Länder zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sein können.

PhaseBeschreibung
Interpandemische PhaseZeitraum zwischen Influenza-Pandemien.
Alarm-Phase (Alert)Ein neuer Influenza-Subtyp wurde beim Menschen identifiziert. Erhöhte Wachsamkeit und Risikobewertung.
Pandemie-PhaseGlobale Ausbreitung der humanen Influenza durch einen neuen Subtyp.
Übergangs-Phase (Transition)Rückgang des globalen Risikos, Deeskalation der globalen Maßnahmen.

Emergency Risk Management for Health (ERMH)

Das ERMH umfasst sechs Kernkomponenten für ein umfassendes Risikomanagement im Gesundheitssektor:

KategorieKernkomponenten (Beispiele)
Richtlinien & RessourcenGesetzgebung, Finanzierung, Personalmanagement
Planung & KoordinationKoordinationsmechanismen, Business Continuity, Übungen
InformationsmanagementRisikobewertung, Frühwarnsysteme, Risikokommunikation
Infrastruktur & LogistikLogistik, Vorräte, sichere Gesundheitseinrichtungen
GesundheitsdiensteTriage, öffentliche Gesundheitsmaßnahmen, Notfallversorgung
Kapazitäten der GemeinschaftLokales Gesundheitspersonal, gemeindebasierte Planung

Nationale Risikobewertung

Länder werden dringend aufgefordert, eigene nationale Risikobewertungen durchzuführen, um die Dringlichkeit und den Umfang von Maßnahmen zu bestimmen. Diese umfassen:

  • Gefahrenbewertung (Hazard): Identifikation und Einstufung relevanter Influenza-Viren nach pandemischem Potenzial.
  • Expositionsbewertung: Definition exponierter und anfälliger Personengruppen (z. B. Reisehistorie, Inkubationszeit).
  • Kontextbewertung: Soziale, technologische, wirtschaftliche, ethische und politische Faktoren.

Bewertung des Schweregrads (Severity)

Die Schwere einer Pandemie wird anhand von drei Hauptindikatoren bewertet, um fundierte Entscheidungen (z. B. zu Impfstoffstrategien und Schulschließungen) zu treffen:

IndikatorBeschreibung
ÜbertragbarkeitLeichtigkeit der Virusausbreitung zwischen Personen und Gemeinschaften (virologische und epidemiologische Faktoren).
KrankheitsschwereAnteil der Personen mit schweren Erkrankungen oder tödlichen Verläufen, abhängig von Alter und Vorerkrankungen.
Auswirkungen (Impact)Belastung des Gesundheitssektors und der kritischen Infrastruktur.

Nationale Maßnahmen

Die nationalen Maßnahmen richten sich nach der lokalen Risikobewertung und gliedern sich in drei Phasen:

  • Vorbereitung (Preparedness): Entwicklung von Risikomanagementplänen, Sicherstellung der rechtlichen Grundlagen, Kapazitätsaufbau und Planung der Impfstoff- und Antiviralia-Nutzung.
  • Reaktion (Response): Zuweisung von Ressourcen, Aktivierung von Notfallplänen, Anpassung klinischer Leitlinien und Überwachung der Wirksamkeit von Interventionen.
  • Erholung (Recovery): Auswertung der Erfahrungen (Lessons Learnt) und entsprechende Überarbeitung der Pläne für mögliche zukünftige Pandemie-Wellen.

💡Praxis-Tipp

Koppeln Sie nationale oder lokale Maßnahmen nicht starr an die globalen WHO-Pandemiephasen. Nutzen Sie stattdessen kontinuierliche lokale Risikobewertungen, um flexibel auf die tatsächliche Schwere und Ausbreitung vor Ort zu reagieren.

Häufig gestellte Fragen

Ein Rahmenwerk der WHO zum gerechten Austausch von Influenza-Viren mit pandemischem Potenzial und zur Sicherstellung des Zugangs zu Impfstoffen und anderen medizinischen Gütern.
Die Deklaration erfolgt durch den WHO-Generaldirektor während der globalen Ausbreitung eines neuen humanen Influenza-Subtyps, basierend auf virologischen, epidemiologischen und klinischen Daten.
Der Schweregrad wird durch die Übertragbarkeit des Virus, die Krankheitsschwere (Seriousness of Disease) und die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem (Impact) bestimmt.
Da Länder zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Ausmaß von einer Pandemie betroffen sind, ermöglicht die Entkopplung eine flexiblere, an die lokale Situation angepasste Reaktion.

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