AWMFS32020Suchtmedizin

Medikamentenbezogene Störungen: Diagnostik und Entzug

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie zu medikamentenbezogenen Störungen befasst sich mit dem schädlichen und abhängigen Gebrauch von ärztlich verordneten Arzneimitteln. Im Fokus stehen dabei Substanzgruppen wie Opioide, Benzodiazepine, Z-Substanzen, Gabapentinoide sowie nicht opioide Analgetika.

Ein zentrales Problem im klinischen Alltag ist der fließende Übergang zwischen einem bestimmungsgemäßen Gebrauch, einem Fehlgebrauch und einer manifesten Abhängigkeitsentwicklung. Die Leitlinie betont, dass die Entstehung einer Medikamentenabhängigkeit ein komplexes Bedingungsgefüge darstellt, welches häufig mit somatischen und psychischen Komorbiditäten einhergeht.

Ziel der Leitlinie ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für die Diagnostik, Prävention und Therapie dieser Störungen zu geben. Dabei wird besonders auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Bedeutung von psychosozialen Begleittherapien beim Medikamentenentzug hingewiesen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei der Diagnostik einer Opioidabhängigkeit bei Schmerzpatienten strikt zwischen einer Toleranzentwicklung und einer echten Abhängigkeit zu unterscheiden. Es wird betont, dass das alleinige Auftreten von Entzugssymptomen oder einer Toleranz ohne psychisches Craving und Kontrollverlust in der Regel nicht als Kriterium für eine Abhängigkeitserkrankung zu werten ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie rät dringend von einem abrupten Absetzen ab. Es wird ein langsames, schrittweises Ausschleichen empfohlen, wobei die Reduktionsschritte gegen Ende der Behandlung kleiner werden sollten.

Es wird empfohlen, die Dosisreduktion bevorzugt mit mittel- oder langwirksamen Benzodiazepinen durchzuführen. Bei älteren Menschen oder eingeschränkter Leberfunktion wird jedoch zu kurz- bis mittellang wirksamen Präparaten geraten, um Kumulationseffekte zu vermeiden.

Um einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz zu verhindern, wird geraten, nicht opioide Analgetika und NSAR an maximal 10 Tagen im Monat anzuwenden. Bei Triptanen und Kombinationspräparaten gilt diese Grenze ebenfalls.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass auch Gabapentinoide ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential besitzen. Ein abruptes Absetzen kann zu schweren Entzugssymptomen führen, weshalb auch hier ein langsames Ausschleichen empfohlen wird.

Eine Substitutionsbehandlung kann laut Leitlinie in seltenen Fällen erwogen werden, wenn ein manifester Opioidmissbrauch mit negativen psychosozialen Folgen vorliegt. Voraussetzung ist, dass zuvor alle schmerz- und suchtmedizinischen Behandlungsoptionen (inklusive qualifiziertem Entzug) erfolglos ausgeschöpft wurden.

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Quelle: S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen (AWMF, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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