IQWiG2025Chirurgie

Maschinenperfusion bei Lebertransplantation: Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht H25-02 stellt ein Addendum zur Bewertung der extrakorporalen Diagnose und Behandlung von Lebertransplantaten unter Vermeidung einer Kaltkonservierung dar. Es handelt sich um eine Überprüfung gemäß § 137h SGB V im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Ziel der Untersuchung war es festzustellen, ob neue klinische Studien das bisherige Bewertungsergebnis verändern. Bislang galt für die normotherme Maschinenperfusion (NMP) im Vergleich zur statischen Kaltlagerung (SCS), dass weder ein Nutzen noch ein Schaden belegt ist.

Für die aktuelle Auswertung wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) eingeschlossen, die patientenrelevante Endpunkte bei Spenderlebern nach Hirntod (DBD) untersuchten. Insgesamt konnten Daten aus vier abgeschlossenen RCTs in die Metaanalysen einfließen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf der Evidenzsynthese folgende zentrale Ergebnisse zur normothermen Maschinenperfusion (NMP):

Untersuchte Endpunkte

Laut IQWiG wurden für die Bewertung der Methode verschiedene patientenrelevante Endpunkte nach einem Jahr Nachbeobachtungszeit analysiert. Die Metaanalysen umfassen Daten zu:

  • Gesamtmortalität und Organverwurf nach Randomisierung

  • Transplantatverlust und primärem Transplantatversagen

  • Krankenhaus- und Intensivstationsverweildauer

  • Schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE)

Ergebnisse im Methodenvergleich

Die Auswertung der vier vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien ergab für keinen der betrachteten Endpunkte einen statistisch signifikanten Unterschied. Es zeigt sich weder ein Vor- noch ein Nachteil der NMP gegenüber der statischen Kaltlagerung (SCS).

Endpunkt (nach 1 Jahr)Ergebnis NMP vs. SCSSignifikanz
GesamtmortalitätKein UnterschiedNicht signifikant
OrganverwurfKein UnterschiedNicht signifikant
TransplantatverlustKein UnterschiedNicht signifikant
Primäres TransplantatversagenKein UnterschiedNicht signifikant
Schwerwiegende unerwünschte EreignisseKein UnterschiedNicht signifikant

Abschließende Bewertung

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass die neu identifizierten Studien das bisherige Bewertungsergebnis des G-BA nicht verändern. Es ist weiterhin weder ein Nutzen noch eine Unwirksamkeit oder Schädlichkeit der Methode erkennbar.

Zudem wird im Bericht festgehalten, dass aktuell keine laufenden Studien identifiziert wurden, die in naher Zukunft entscheidende neue Erkenntnisse zu dieser Fragestellung liefern könnten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Gemäß der aktuellen IQWiG-Auswertung bietet die normotherme Maschinenperfusion bei Lebertransplantaten von hirntoten Spendern (DBD) derzeit keinen statistisch belegbaren klinischen Vorteil gegenüber der etablierten statischen Kaltlagerung. Es wird darauf hingewiesen, dass sich dies auf harte patientenrelevante Endpunkte wie das Überleben oder den Transplantatverlust nach einem Jahr bezieht.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht lässt sich auf Basis der aktuellen Studienlage kein statistisch signifikanter Unterschied bei der Gesamtmortalität nach einem Jahr feststellen. Die Überlebensraten sind im Vergleich zur statischen Kaltlagerung vergleichbar.

Die Metaanalysen des Berichts zeigen keinen signifikanten Vorteil der Methode in Bezug auf primäres Transplantatversagen oder den Transplantatverlust nach einem Jahr. Beide Verfahren weisen hier ähnliche Ergebnisse auf.

Es wird im Bericht dargelegt, dass die Dauer des Krankenhausaufenthalts sowie die Verweildauer auf der Intensivstation zwischen den beiden Konservierungsmethoden nicht signifikant abweichen.

Das IQWiG konnte im Rahmen der Recherche keine laufenden Studien identifizieren, die zeitnah den Nachweis von Nutzen oder Schädlichkeit der Methode erbringen könnten. Eine zuvor bekannte Studie wurde wegen langsamer Rekrutierung abgebrochen.

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Quelle: IQWiG H25-02: Extrakorporale Diagnose und Behandlung von Lebertransplantaten unter Vermeidung einer Kaltkonservierung - 2. Addendum zum Projekt H21-12 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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