IQWiG2025

Zusammenhang Leistungsmenge und Outcome bei Leberresektion

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG Rapid Report V24-04 untersucht den Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses bei Major-Leberresektionen. Eine Major-Leberresektion umfasst die anatomische Entfernung von drei oder mehr Lebersegmenten.

In Deutschland werden jährlich etwa 19.000 Leberresektionen durchgeführt, wovon rund 2.900 auf Major-Resektionen entfallen. Die häufigsten Indikationen sind kolorektale Lebermetastasen sowie das hepatozelluläre Karzinom.

Aktuell ist für diesen Eingriff in Deutschland keine verbindliche jährliche Mindestmenge durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt. Die Sterblichkeit variiert dabei je nach Ausmaß des Eingriffs erheblich:

EingriffsartKrankenhaussterblichkeit
Alle Leberresektionen5,8 %
Major-Leberresektion10,4 %

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Evidenz aus zehn retrospektiven Kohortenstudien zusammen. Es lassen sich folgende zentrale Erkenntnisse zur Mengen-Ergebnis-Beziehung ableiten:

Major-Leberresektion auf Krankenhausebene

Für die Major-Leberresektion zeigt die Auswertung einen positiven Zusammenhang zwischen der Fallzahl eines Krankenhauses und der kurzfristigen Überlebensrate.

  • Es wird eine geringere kurzfristige Mortalität (Versterben im Krankenhaus, 30-Tage- und 90-Tage-Mortalität) bei höheren Leistungsmengen beobachtet.

  • Für die Zielgrößen Krankenhausaufenthaltsdauer und Wiedereinweisung konnte kein Zusammenhang mit der Leistungsmenge abgeleitet werden.

Minor- und sonstige anatomische Leberresektionen

Auch bei kleineren oder nicht eindeutig zuordenbaren anatomischen Resektionen deuten die Daten auf Vorteile durch höhere Fallzahlen hin.

  • Bei Minor-Leberresektionen korreliert eine höhere Leistungsmenge auf Krankenhausebene mit einer geringeren Sterblichkeit im Krankenhaus.

  • Für sonstige anatomische Resektionen zeigt sich auf Krankenhausebene ein positiver Zusammenhang zugunsten höherer Fallzahlen bei der langfristigen Mortalität (Gesamtüberleben) sowie bei postoperativen Komplikationen.

  • Auf Ebene der behandelnden Ärztinnen und Ärzte korrelieren höhere Fallzahlen bei sonstigen Resektionen mit einer geringeren kurzfristigen Mortalität und weniger postoperativen Komplikationen.

Eingeführte Mindestfallzahlen

Der Bericht untersuchte zudem, ob die konkrete Einführung von Mindestfallzahlen in die Versorgung messbare Effekte auf die Qualität hat.

  • Es konnten keine Studien identifiziert werden, die den Effekt von bereits in die Versorgung eingeführten Mindestfallzahlen untersuchen.

  • Eine abschließende Aussage zum direkten Nutzen einer solchen regulatorischen Maßnahme ist auf Basis der aktuellen Datenlage daher nicht möglich.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Indikationsstellung zur Major-Leberresektion sollte die krankenhausspezifische Fallzahl als relevanter Faktor für die Patientensicherheit berücksichtigt werden. Der Bericht zeigt deutlich, dass insbesondere die kurzfristige postoperative Mortalität in Zentren mit höheren Leistungsmengen signifikant niedriger ausfällt. Es wird daher nahegelegt, komplexe anatomische Resektionen von drei oder mehr Segmenten an erfahrene Einrichtungen zu überweisen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem vorliegenden Bericht ist für die Major-Leberresektion in Deutschland derzeit keine jährliche Mindestmenge durch den G-BA festgelegt. Die aktuelle Untersuchung dient als Evidenzgrundlage für mögliche zukünftige Entscheidungen.

Die Daten zeigen, dass die Krankenhaussterblichkeit bei Major-Leberresektionen in Deutschland bei etwa 10,4 Prozent liegt. Sie ist damit fast doppelt so hoch wie die durchschnittliche Sterblichkeit bei allen Leberresektionen (5,8 Prozent).

Bei anatomischen Leberresektionen, die nicht eindeutig als Major-Resektion klassifiziert wurden, zeigt der Bericht einen Zusammenhang zwischen der ärztlichen Fallzahl und dem Outcome. Höhere Leistungsmengen des Operateurs korrelieren mit einer geringeren kurzfristigen Mortalität und weniger Komplikationen.

Eine Major-Leberresektion zählt zu den anatomischen Leberresektionen und ist definiert als die Entfernung von drei oder mehr Lebersegmenten. Sie orientiert sich an der anatomisch-funktionellen Einteilung der Leber nach Couinaud.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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