IQWiG2016

Mammographie-Screening: Nutzen und Entscheidungshilfe

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das flächendeckende Mammographie-Screening-Programm lädt Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer radiologischen Früherkennungsuntersuchung ein.

Der IQWiG-Bericht P14-03 beschreibt die evidenzbasierte Weiterentwicklung des Einladungsschreibens und der Entscheidungshilfe für dieses Programm. Ziel ist es, eine informierte Entscheidung der anspruchsberechtigten Frauen zu fördern.

Dabei stehen die transparente Kommunikation der Freiwilligkeit sowie die verständliche Gegenüberstellung von Nutzen und potenziellen Schäden der Früherkennung im Vordergrund.

Empfehlungen

Informierte Entscheidung und Aufklärung

Laut Bericht ist die Teilnahme am Mammographie-Screening strikt freiwillig. Es wird betont, dass Frauen vor der Untersuchung das Recht auf ein persönliches ärztliches Aufklärungsgespräch haben.

Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung wird der Einsatz einer strukturierten Entscheidungshilfe empfohlen. Diese sollte ein Instrument zur Klärung persönlicher Präferenzen beinhalten.

Nutzen und Risiken (20 Jahre Teilnahme)

Die Entscheidungshilfe quantifiziert die Vor- und Nachteile für eine angenommene Teilnahmedauer von 20 Jahren. Die Daten basieren auf systematischen Übersichten und randomisierten kontrollierten Studien.

EndpunktHäufigkeit (pro 1000 Frauen über 20 Jahre)
Vermiedene Brustkrebstodesfälle2 bis 6
Überdiagnosen (unnötige Diagnosen/Therapien)9 bis 12
Strahlenbedingter Brustkrebsbis zu 1

Kommunikation von Überdiagnosen und Befunden

Der Bericht identifiziert Überdiagnosen als zentralen, aber oft schwer verständlichen Nachteil des Screenings. Es wird empfohlen, diesen Sachverhalt klar von falsch-positiven Verdachtsbefunden abzugrenzen.

Für die Kommunikation auffälliger Befunde und Vorstufen formuliert das Dokument folgende Hinweise:

  • Bei einem auffälligen Befund handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle nicht um Brustkrebs.

  • Das duktale Carcinoma in situ (DCIS) sollte als Zellveränderung in den Milchgängen beschrieben werden.

  • Der Begriff "bösartiger Tumor" sollte beim DCIS vermieden werden, da nicht vorhersagbar ist, ob es sich zu einem invasiven Tumor entwickelt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut dem Bericht ist das Konzept der Überdiagnose für viele Patientinnen schwer verständlich und wird oft mit falsch-positiven Befunden verwechselt. Es wird hervorgehoben, dass im ärztlichen Aufklärungsgespräch ausreichend Zeit eingeplant werden sollte, um diesen Unterschied sowie die möglichen Folgen unnötiger Behandlungen transparent anhand von Beispielen zu erklären.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht werden von 1000 Frauen, die 20 Jahre lang am Screening teilnehmen, etwa 2 bis 6 vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt.

Der Bericht schätzt, dass von 1000 teilnehmenden Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren etwa 9 bis 12 eine Überdiagnose erhalten. Dies führt in der Folge zu unnötigen Behandlungen wie Operationen oder Bestrahlungen.

Gemäß den Daten des Berichts ist nicht ausgeschlossen, dass die regelmäßigen Röntgenuntersuchungen bei bis zu 1 von 1000 Frauen zur Entstehung von Brustkrebs beitragen können.

Die Dokumentation empfiehlt, DCIS als Zellveränderung in den Milchgängen zu beschreiben, bei der nicht vorhersehbar ist, ob sie sich zu einem invasiven Tumor entwickelt. Der Begriff "bösartig" sollte hierbei vermieden werden, um unnötige Ängste zu reduzieren.

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Quelle: IQWiG P14-03: Einladungsschreiben und Entscheidungshilfe zum Mammographie-Screening (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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