AWMFS3Onkologie

Magenkarzinom (AEG): Diagnostik, Therapie, Nachsorge

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Magenkarzinom und Adenokarzinome des ösophagogastralen Übergangs (AEG) gehören zu den häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Die AWMF S3-Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen für die gesamte Versorgungskette dieser Entitäten.

Als wichtigster Risikofaktor für das sporadische Magenkarzinom gilt die Infektion mit Helicobacter pylori. Weitere Risikofaktoren umfassen Tabakkonsum, hohen Alkoholkonsum, Adipositas sowie den Verzehr von stark gesalzenen Speisen und verarbeitetem Fleisch.

Bei etwa 1 bis 3 Prozent der Fälle liegt ein hereditäres Magenkarzinom vor, häufig assoziiert mit CDH1- oder CTNNA1-Keimbahnmutationen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Identifikation von Risikopersonen durch eine strukturierte Familienanamnese.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte bei Personen mit Riesenfalten im Magen und wiederholt negativen endoskopischen Biopsien an ein szirrhöses Magenkarzinom (Linitis plastica) gedacht werden. In solchen Fällen wird der Einsatz der Endosonographie (EUS) mit endosonographisch gestützter Biopsie zur primären Diagnosesicherung empfohlen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine prophylaktische Eradikation von Helicobacter pylori bei erstgradigen Verwandten von Magenkarzinom-Erkrankten das eigene Erkrankungsrisiko signifikant senkt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollen Magenfrühkarzinome endoskopisch reseziert werden, wenn sie auf die Mukosa beschränkt, nicht ulzeriert, gut oder mäßig differenziert sind und einen Durchmesser von maximal 2 cm aufweisen. Die Resektion soll als en-bloc-Resektion, bevorzugt mittels endoskopischer Submukosadissektion (ESD), erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt bei expansivem Wachstum (intestinaler Typ nach Laurén) einen proximalen Sicherheitsabstand von 3 cm. Bei infiltrativem Wachstum (diffuser Typ nach Laurén) sollte ein Abstand von 5 cm nach oral eingehalten werden.

Es wird empfohlen, bei lokalisierten Magenkarzinomen ab dem Stadium cT3 und/oder bei positivem Lymphknotenstatus (N+) eine perioperative Chemotherapie durchzuführen. Bei cT2 N0 Tumoren kann diese Therapieform ebenfalls erwogen werden.

Vor Einleitung einer palliativen medikamentösen Tumortherapie sollen der HER2-Status, der PD-L1-Status (mittels CPS) und der Mikrosatellitenstatus (MSI) bestimmt werden. Diese Marker dienen als prädiktive Faktoren für den Einsatz von zielgerichteten Therapien wie Trastuzumab oder Checkpoint-Inhibitoren.

Nach einer Gastrektomie wird eine strukturierte, ganzheitliche Nachsorge empfohlen, die in den ersten zwei Jahren halbjährlich stattfinden sollte. Zudem soll lebenslang eine Substitution von Vitamin B12 erfolgen, und der Eisenstoffwechsel sollte regelmäßig kontrolliert werden.

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Quelle: AWMF 032-009: Magenkarzinom - Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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