IQWiG2017Pneumologie

Lungenvolumenreduktion (LVR): Indikation und Verfahren

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das schwere Lungenemphysem ist durch eine irreversible Überblähung der Lunge gekennzeichnet, die zu starker Atemnot und eingeschränkter Belastbarkeit führt. Wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommen interventionelle Verfahren in Betracht.

Der IQWiG-Bericht N14-04 untersucht den Nutzen und Schaden von chirurgischen und bronchoskopischen Verfahren zur Lungenvolumenreduktion (LVR). Verglichen werden diese Interventionen mit einer konservativen Behandlung oder anderen LVR-Verfahren.

Ziel der Bewertung ist es, die Auswirkungen auf patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, Symptomatik, körperliche Belastbarkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität zu analysieren.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Evidenz der Lungenvolumenreduktion:

Chirurgische Lungenvolumenreduktion

Der Bericht zeigt für die chirurgische LVR im Vergleich zu keiner zusätzlichen Therapie differenzierte Ergebnisse bezüglich der Gesamtmortalität. Kurzfristig bis zu einem Jahr nach der Operation gibt es einen Beleg für einen Schaden durch eine erhöhte Mortalität.

Mittelfristig im Fünf-Jahres-Verlauf ergibt sich jedoch ein Hinweis auf einen Nutzen durch eine verringerte Gesamtmortalität.

Zusätzlich werden folgende positive Effekte im Vergleich zur alleinigen konservativen Therapie beschrieben:

  • Anhaltspunkte für einen Nutzen bei Atemnot und Exazerbationen

  • Hinweise auf einen Nutzen bezüglich körperlicher Belastbarkeit und Lebensqualität

Bronchoskopische Verfahren im Vergleich zur konservativen Therapie

Die Datenlage zu bronchoskopischen Verfahren wird vom IQWiG insgesamt als wenig aussagekräftig und meist nur für kurzfristige Zeiträume eingestuft. Die Bewertung von Nutzen und Schaden variiert je nach Methode stark.

VerfahrenBeobachteter NutzenBeobachteter Schaden
Endobronchiale Ventile (EBV, unilateral)Belastbarkeit (Hinweis), Lebensqualität (Anhaltspunkt)Unerwünschte Wirkungen (Beleg), Exazerbationen (Anhaltspunkt)
Intrabronchiale Ventile (IBV, bilateral)Kein Nutzen belegtUnerwünschte Wirkungen (Anhaltspunkt)
Spiralen (Coils)Atemnot (Hinweis)Unerwünschte Wirkungen (Beleg), Exazerbationen (Anhaltspunkt)
PolymerschaumBelastbarkeit (Anhaltspunkt)Unerwünschte Wirkungen (Anhaltspunkt)
Thermische DampfablationLebensqualität (Anhaltspunkt)Exazerbationen (Anhaltspunkt)
Airway-Bypass-StentsKein Nutzen belegtKein Schaden belegt

Für die Therapie mit Spiralen wird bei der Subgruppe mit einem pulmonalen Restvolumen von mindestens 225 Prozent des Sollwerts ein Beleg für einen Nutzen hinsichtlich der körperlichen Belastbarkeit beschrieben.

Vergleich der Operationszugänge

Beim Vergleich der videoassistierten Thorakoskopie (VATS) mit der medianen Sternotomie zeigt der Bericht einen Anhaltspunkt für einen Nutzen zugunsten der VATS. Dieser Vorteil bezieht sich auf eine verkürzte Dauer des Krankenhausaufenthalts.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist auf eine wichtige zeitliche Diskrepanz bei der chirurgischen Lungenvolumenreduktion hin. Während mittelfristig über fünf Jahre ein Überlebensvorteil beschrieben wird, besteht im ersten Jahr nach dem Eingriff ein Beleg für eine erhöhte Gesamtmortalität. Dies sollte bei der Aufklärung über die Risiken des Eingriffs berücksichtigt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es kurzfristig bis zu einem Jahr nach der Operation einen Beleg für eine erhöhte Gesamtmortalität. Im Fünf-Jahres-Verlauf zeigt sich jedoch ein Hinweis auf einen Nutzen durch eine verringerte Sterblichkeit.

Die Datenlage für alle bronchoskopischen Verfahren wird insgesamt als wenig aussagekräftig bewertet. Für endobronchiale Ventile und Spiralen werden zwar Hinweise auf einen Nutzen beschrieben, diese gehen jedoch mit Belegen für vermehrte unerwünschte Wirkungen einher.

Der Bericht identifiziert eine Subgruppe von Patienten mit einem pulmonalen Restvolumen von mindestens 225 Prozent des Sollwerts. Für diese Gruppe wird ein Beleg für einen Nutzen hinsichtlich der körperlichen Belastbarkeit abgeleitet.

Es wird ein Anhaltspunkt für einen Nutzen der VATS im Vergleich zur medianen Sternotomie beschrieben. Dieser Vorteil zeigt sich in einer kürzeren Dauer des Krankenhausaufenthalts.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG N14-04: Verfahren zur Lungenvolumenreduktion beim schweren Lungenemphysem (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.