Lungenvolumenreduktion (LVR): Indikation und Verfahren
Hintergrund
Das schwere Lungenemphysem ist durch eine irreversible Überblähung der Lunge gekennzeichnet, die zu starker Atemnot und eingeschränkter Belastbarkeit führt. Wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommen interventionelle Verfahren in Betracht.
Der IQWiG-Bericht N14-04 untersucht den Nutzen und Schaden von chirurgischen und bronchoskopischen Verfahren zur Lungenvolumenreduktion (LVR). Verglichen werden diese Interventionen mit einer konservativen Behandlung oder anderen LVR-Verfahren.
Ziel der Bewertung ist es, die Auswirkungen auf patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, Symptomatik, körperliche Belastbarkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität zu analysieren.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Evidenz der Lungenvolumenreduktion:
Chirurgische Lungenvolumenreduktion
Der Bericht zeigt für die chirurgische LVR im Vergleich zu keiner zusätzlichen Therapie differenzierte Ergebnisse bezüglich der Gesamtmortalität. Kurzfristig bis zu einem Jahr nach der Operation gibt es einen Beleg für einen Schaden durch eine erhöhte Mortalität.
Mittelfristig im Fünf-Jahres-Verlauf ergibt sich jedoch ein Hinweis auf einen Nutzen durch eine verringerte Gesamtmortalität.
Zusätzlich werden folgende positive Effekte im Vergleich zur alleinigen konservativen Therapie beschrieben:
-
Anhaltspunkte für einen Nutzen bei Atemnot und Exazerbationen
-
Hinweise auf einen Nutzen bezüglich körperlicher Belastbarkeit und Lebensqualität
Bronchoskopische Verfahren im Vergleich zur konservativen Therapie
Die Datenlage zu bronchoskopischen Verfahren wird vom IQWiG insgesamt als wenig aussagekräftig und meist nur für kurzfristige Zeiträume eingestuft. Die Bewertung von Nutzen und Schaden variiert je nach Methode stark.
| Verfahren | Beobachteter Nutzen | Beobachteter Schaden |
|---|---|---|
| Endobronchiale Ventile (EBV, unilateral) | Belastbarkeit (Hinweis), Lebensqualität (Anhaltspunkt) | Unerwünschte Wirkungen (Beleg), Exazerbationen (Anhaltspunkt) |
| Intrabronchiale Ventile (IBV, bilateral) | Kein Nutzen belegt | Unerwünschte Wirkungen (Anhaltspunkt) |
| Spiralen (Coils) | Atemnot (Hinweis) | Unerwünschte Wirkungen (Beleg), Exazerbationen (Anhaltspunkt) |
| Polymerschaum | Belastbarkeit (Anhaltspunkt) | Unerwünschte Wirkungen (Anhaltspunkt) |
| Thermische Dampfablation | Lebensqualität (Anhaltspunkt) | Exazerbationen (Anhaltspunkt) |
| Airway-Bypass-Stents | Kein Nutzen belegt | Kein Schaden belegt |
Für die Therapie mit Spiralen wird bei der Subgruppe mit einem pulmonalen Restvolumen von mindestens 225 Prozent des Sollwerts ein Beleg für einen Nutzen hinsichtlich der körperlichen Belastbarkeit beschrieben.
Vergleich der Operationszugänge
Beim Vergleich der videoassistierten Thorakoskopie (VATS) mit der medianen Sternotomie zeigt der Bericht einen Anhaltspunkt für einen Nutzen zugunsten der VATS. Dieser Vorteil bezieht sich auf eine verkürzte Dauer des Krankenhausaufenthalts.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist auf eine wichtige zeitliche Diskrepanz bei der chirurgischen Lungenvolumenreduktion hin. Während mittelfristig über fünf Jahre ein Überlebensvorteil beschrieben wird, besteht im ersten Jahr nach dem Eingriff ein Beleg für eine erhöhte Gesamtmortalität. Dies sollte bei der Aufklärung über die Risiken des Eingriffs berücksichtigt werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es kurzfristig bis zu einem Jahr nach der Operation einen Beleg für eine erhöhte Gesamtmortalität. Im Fünf-Jahres-Verlauf zeigt sich jedoch ein Hinweis auf einen Nutzen durch eine verringerte Sterblichkeit.
Die Datenlage für alle bronchoskopischen Verfahren wird insgesamt als wenig aussagekräftig bewertet. Für endobronchiale Ventile und Spiralen werden zwar Hinweise auf einen Nutzen beschrieben, diese gehen jedoch mit Belegen für vermehrte unerwünschte Wirkungen einher.
Der Bericht identifiziert eine Subgruppe von Patienten mit einem pulmonalen Restvolumen von mindestens 225 Prozent des Sollwerts. Für diese Gruppe wird ein Beleg für einen Nutzen hinsichtlich der körperlichen Belastbarkeit abgeleitet.
Es wird ein Anhaltspunkt für einen Nutzen der VATS im Vergleich zur medianen Sternotomie beschrieben. Dieser Vorteil zeigt sich in einer kürzeren Dauer des Krankenhausaufenthalts.
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Quelle: IQWiG N14-04: Verfahren zur Lungenvolumenreduktion beim schweren Lungenemphysem (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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