Laborwert Testosteron: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es wird bei Männern in den Leydig-Zellen der Hoden und bei Frauen in geringen Mengen in den Eierstöcken sowie der Nebennierenrinde gebildet.
Die Steuerung der Hormonproduktion erfolgt über einen Regelkreis mit dem luteinisierenden Hormon (LH) und dem Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH). Dabei unterliegt der Blutspiegel starken tageszeitlichen Schwankungen mit den höchsten Werten am Morgen.
Das Hormon ist essenziell für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane, das Muskel- und Knochenwachstum sowie den Geschlechtstrieb. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die körpereigene Testosteronbildung ab.
Empfehlungen
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) beschreibt folgende Kernaspekte zur Bestimmung des Laborwerts Testosteron.
Indikationen zur Bestimmung
Eine laborchemische Bestimmung von Testosteron wird bei verschiedenen klinischen Fragestellungen durchgeführt. Dazu zählen:
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Störungen der Pubertätsentwicklung
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Auffälligkeiten im weiblichen Menstruationszyklus
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Zeichen der Vermännlichung bei Frauen (zum Beispiel Hirsutismus)
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Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches (Fertilitätsdiagnostik)
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Tumordiagnostik
Ursachen für abweichende Testosteron-Werte
Die Ursachen für erhöhte oder erniedrigte Testosteronspiegel unterscheiden sich je nach Geschlecht. Folgende Auslöser werden beschrieben:
| Geschlecht | Erhöhte Werte | Erniedrigte Werte |
|---|---|---|
| Männer | Testosteronzufuhr (Doping), testosteronproduzierende Tumoren | Hypogonadismus (z.B. Klinefelter-Syndrom), Hodenerkrankungen |
| Frauen | Virilisierende Erkrankungen (Adrenogenitales Syndrom, Nebennierenrindenerkrankungen), Tumoren | Erkrankungen der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde |
Referenzwerte
Die Interpretation der Laborwerte muss immer im klinischen Zusammenhang erfolgen. Folgende Orientierungswerte werden für Erwachsene angegeben:
| Personengruppe | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|
| Männer (über 18 Jahre) | 3,0 – 10,0 | ng/mL |
| Frauen (über 18 Jahre) | 0,06 – 0,86 | ng/mL |
Bei Personen unter 18 Jahren sind die Referenzwerte stark vom Beginn der Pubertät abhängig.
Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch
Im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik wird zunächst eine ausführliche Anamnese zur Art der Sterilität oder Infertilität erhoben. Anschließend erfolgt eine geschlechtsspezifische Abklärung:
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Bei Frauen: Gynäkologische Untersuchung, Basaltemperaturmessung, Infektions- und Hormondiagnostik sowie Überprüfung der Blutgerinnung.
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Bei Männern: Urologische Untersuchung, Spermiogramm, Infektionsdiagnostik und Bestimmung der Schilddrüsen-, Hypophysen- und Keimdrüsenhormone.
💡Praxis-Tipp
Da der Testosteronspiegel starken tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, wird eine Blutabnahme in den Morgenstunden empfohlen, um die höchsten und aussagekräftigsten Werte zu erfassen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Referenzwerte lediglich als Orientierungshilfe dienen und immer im Zusammenhang mit Alter, Geschlecht und der individuellen Krankengeschichte interpretiert werden müssen.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Leitlinie unterliegt der Testosteronspiegel im Blut starken tageszeitlichen Schwankungen. Die höchsten Werte lassen sich in der Regel am Morgen nachweisen.
Erhöhte Werte bei Frauen können auf Erkrankungen hindeuten, die mit einer Vermännlichung einhergehen. Dazu zählen laut Quelle das Adrenogenitale Syndrom, Erkrankungen der Nebennierenrinde oder testosteronproduzierende Tumoren.
Ein erniedrigter Testosteronspiegel bei Männern wird häufig durch einen Hypogonadismus verursacht, wie beispielsweise beim Klinefelter-Syndrom. Zudem werden primäre Hodenerkrankungen als mögliche Auslöser genannt.
Im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik umfasst das Spermiogramm verschiedene Analysen des Ejakulats. Es werden physikalisch-chemische, mikroskopisch-morphologische sowie funktionelle Eigenschaften des Spermas untersucht.
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Quelle: Laborwert: Testosteron (TESTO) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.