FSH (Follikel-stimulierendes Hormon): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) gehört gemeinsam mit dem luteinisierenden Hormon (LH) zu den Gonadotropinen. Diese Hormone werden in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und sind für die korrekte Funktion der Keimdrüsen essenziell.
Bei Frauen stimuliert FSH in der ersten Zyklushälfte die Follikelreifung sowie die Östrogenbildung im reifenden Follikel. Beim Mann ist das Hormon maßgeblich für die korrekte Bildung und Reifung der Spermien verantwortlich.
Die Steuerung der FSH-Ausschüttung erfolgt über das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem Hypothalamus. Dieser Regelkreis unterliegt einer negativen Rückkopplung durch die jeweiligen Keimdrüsenhormone wie Östrogen, Progesteron oder Testosteron.
Empfehlungen
Die Informationen basieren auf den Angaben von Gesundheit.gv.at zur Labordiagnostik.
Indikationen zur Bestimmung
Die Bestimmung von FSH im Blut wird laut Quelle bei spezifischen medizinischen Fragestellungen im Rahmen der Endokrinologie und Fertilitätsdiagnostik empfohlen. Bei Frauen umfassen die Indikationen:
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Unerfüllter Kinderwunsch
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Verdacht auf eine gestörte Funktion der Eierstöcke
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Virilisierungserscheinungen (wie Hirsutismus)
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Frühzeitige Pubertät
Bei Männern wird die Diagnostik bei Verdacht auf eine gestörte Hodenfunktion oder bei bestimmten angeborenen Störungen, wie dem Klinefelter-Syndrom, angeraten.
Interpretation der Laborwerte
Eine dauerhafte Erhöhung der Gonadotropine deutet meist auf eine primäre Störung der Keimdrüsen hin. Durch die fehlende Hormonproduktion der Keimdrüsen entsteht ein starker Stimulationsreiz für die Hirnanhangsdrüse.
Ursachen für erhöhte FSH-Werte können sein:
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Bei Frauen: Vorzeitige Pubertät, Klimakterium, Autoimmunerkrankungen oder Schädigungen der Eierstöcke
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Bei Männern: Hypogonadismus, beispielsweise im Rahmen eines Klinefelter-Syndroms
Niedrige FSH-Werte weisen hingegen auf Erkrankungen oder Funktionsstörungen der Hirnanhangsdrüse hin. Mögliche Auslöser sind Traumata, Tumore, Operationen, extremer Stress, Leistungssport oder Magersucht.
Diagnostik bei Kinderwunsch
Im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik wird zunächst ein ausführliches ärztliches Gespräch zur Erhebung der Anamnese empfohlen. Dabei wird zwischen primärer Sterilität, sekundärer Sterilität und Infertilität unterschieden.
Die weiterführende Diagnostik erfolgt geschlechtsspezifisch. Bei Frauen umfasst dies unter anderem gynäkologische Untersuchungen, Infektionsdiagnostik und hormonelle Funktionstests.
Bei Männern wird zusätzlich ein Spermiogramm zur physikalisch-chemischen und mikroskopisch-morphologischen Untersuchung des Spermas sowie eine urologische Untersuchung herangezogen.
Referenzwerte
Die Quelle gibt folgende Orientierungswerte für FSH an. Es wird betont, dass die Werte bei Frauen stark von der jeweiligen Zyklusphase abhängen.
| Patientengruppe | Alter | Referenzwert |
|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | 1–10 mU/mL |
| Männer | über 18 Jahre | 1–10 mU/mL |
| Frauen | bis 18 Jahre | zyklusabhängig |
| Frauen | über 18 Jahre | zyklusabhängig |
💡Praxis-Tipp
Bei der Interpretation von FSH-Werten bei Frauen wird darauf hingewiesen, dass die Referenzbereiche stark alters- und zyklusabhängig sind. Es wird daher empfohlen, die Blutentnahme idealerweise in der frühen Zyklusphase durchzuführen und die genaue Zyklusphase bei der Laboranforderung stets zu dokumentieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle wird die Bestimmung bei unerfülltem Kinderwunsch, Verdacht auf Eierstockfunktionsstörungen, Vermännlichungserscheinungen oder frühzeitiger Pubertät durchgeführt. Die Blutabnahme erfolgt idealerweise in der frühen Zyklusphase.
Ein dauerhaft erhöhter FSH-Wert weist meist auf eine primäre Störung der Keimdrüsen hin, da die fehlende Hormonproduktion der Eierstöcke oder Hoden die Hirnanhangsdrüse stimuliert. Bei Frauen kann dies auf das Klimakterium oder Eierstockschäden hindeuten, bei Männern auf einen Hypogonadismus.
Niedrige Gonadotropin-Werte entstehen laut den vorliegenden Informationen durch Funktionsstörungen der Hirnanhangsdrüse. Ursächlich können Verletzungen, Tumore, aber auch extremer Stress, Leistungssport oder Magersucht sein.
Neben der Bestimmung von Hormonen wie FSH wird eine ausführliche Anamnese und eine urologische Untersuchung empfohlen. Zusätzlich ist ein Spermiogramm zur Beurteilung der Spermienqualität ein zentraler Bestandteil der Abklärung.
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Quelle: Laborwert: Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.