Laborwert Progesteron: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf den Informationen des Gesundheitsportals Österreich (Gesundheit.gv.at) zur Bestimmung des Laborwerts Progesteron (Gestagen). Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon, das bei geschlechtsreifen Frauen in der zweiten Zyklushälfte im Eierstock und während einer Schwangerschaft von der Plazenta gebildet wird.
Die biologische Hauptfunktion des Hormons besteht in der Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft. Zudem ist es für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft, die Erhöhung der basalen Körpertemperatur in der zweiten Zyklushälfte sowie das Wachstum der Brustdrüse verantwortlich.
Die Steuerung der Progesteron-Bildung erfolgt über das luteinisierende Hormon (LH) der Hypophyse und das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) des Zwischenhirns. Dabei unterliegt die Freisetzung einem negativen Rückkopplungsmechanismus durch die Keimdrüsenhormone Östrogen und Progesteron.
Empfehlungen
Indikationen zur Bestimmung
Laut der Quelle ist die Messung von Progesteron im Blut eine zentrale Labormessgröße im Rahmen der gynäkologischen Diagnostik. Die Bestimmung wird aus folgenden Gründen empfohlen:
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Zum Nachweis einer stattgefundenen Ovulation (Eisprung)
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Bei Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche als mögliche Ursache für Unfruchtbarkeit
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Im Rahmen der Tumordiagnostik zum Ausschluss hormonproduzierender Tumoren
Ursachen für abweichende Werte
Die Interpretation der Laborwerte erfordert die Berücksichtigung verschiedener physiologischer und pathologischer Zustände. Die Quelle nennt spezifische Ursachen für veränderte Progesteron-Spiegel.
| Abweichung | Mögliche Ursachen |
|---|---|
| Erhöhte Werte | Schwangerschaft, progesteronhaltige Medikamente, hormonproduzierende Tumoren, Adrenogenitales Syndrom (AGS) |
| Erniedrigte Werte | Gelbkörperschwäche, primäre oder sekundäre Ovarialinsuffizienz, Hypothalamus-Störungen, Postmenopause |
Fertilitätsdiagnostik
Vor einer laborchemischen Abklärung bei unerfülltem Kinderwunsch wird ein ausführliches ärztliches Gespräch zur Erhebung der Anamnese empfohlen. Dabei wird zwischen primärer Sterilität, sekundärer Sterilität und Infertilität unterschieden.
Die Diagnosestrategie bei Frauen umfasst neben der Hormondiagnostik (Schilddrüsen-, Hypophysen-, Keimdrüsen- und Nebennierenrindenhormone) auch:
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Basaltemperaturmessungen und gynäkologische Untersuchungen
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Infektionsdiagnostik (z. B. Chlamydien, Herpes)
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Untersuchung der Blutgerinnung und genetische Diagnostik
Bei Männern wird analog eine urologische Untersuchung, ein Spermiogramm sowie eine entsprechende Hormon- und Infektionsdiagnostik durchgeführt.
💡Praxis-Tipp
Bei der Interpretation von Progesteron-Werten wird darauf hingewiesen, dass die Referenzbereiche bei Frauen stark zyklusabhängig sind. Es wird empfohlen, Laborergebnisse stets im Zusammenhang mit der individuellen Krankengeschichte, dem Alter und der aktuellen Medikation zu beurteilen, da auch bei Werten außerhalb der Norm eine völlige Gesundheit vorliegen kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Bestimmung wird laut Quelle vor allem zum Nachweis des Eisprungs, bei Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche oder im Rahmen der Tumordiagnostik durchgeführt. Sie ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Fertilitätsdiagnostik.
Erniedrigte Werte können auf eine Gelbkörperschwäche, eine primäre oder sekundäre Ovarialinsuffizienz sowie auf Störungen des Hypothalamus hindeuten. Auch in der Postmenopause sind die Werte natürlicherweise niedrig.
Neben einer bestehenden Schwangerschaft oder der Einnahme progesteronhaltiger Medikamente können auch hormonproduzierende Tumoren zu erhöhten Werten führen. Zudem wird das Adrenogenitale Syndrom (AGS) als mögliche Ursache genannt.
Neben der Bestimmung von Hormonen wie Progesteron umfasst die Diagnostik laut Quelle auch Basaltemperaturmessungen, gynäkologische Untersuchungen und Infektionsdiagnostik. Ergänzend können Gerinnungsuntersuchungen und genetische Tests erfolgen.
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Quelle: Laborwert: Gestagen (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.