ROTEM FIBTEM und Thrombelastometrie: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das Gesundheitsportal Österreich (Gesundheit.gv.at) beschreibt die Thrombelastometrie (TEM bzw. TEG) als labormedizinisches Spezialverfahren zur In-vitro-Überwachung der Blutgerinnselbildung.
Die Methode kommt meist direkt am Krankenbett, insbesondere auf Intensivstationen, zum Einsatz und ermöglicht zeitnahe therapeutische Interventionen.
Eine Weiterentwicklung stellt die ROTEM-Technologie (Rotations-TEM) dar, bei der Zitratblut verwendet wird.
Mit diesem Verfahren können verschiedene Untersuchungsansätze zeitgleich überwacht und analysiert werden, um krankhafte Veränderungen der Blutgerinnung festzustellen.
Besondere Bedeutung hat das Verfahren bei der Diagnostik der disseminierten intravasalen Koagulopathie (DIC).
Bei dieser lebensbedrohlichen Verbrauchskoagulopathie kommt es zu einer unkontrollierten Gerinnungsaktivierung mit nachfolgendem Faktorenverbrauch und Blutungsneigung.
Empfehlungen
Laut Leitlinie werden bei der ROTEM-Technologie verschiedene Testansätze unterschieden, die zeitgleich analysiert werden können.
Untersuchungsansätze der Thrombelastometrie
| Testansatz | Beschreibung |
|---|---|
| EXTEM | Erfassung des extrinsischen Systems durch Zugabe von Gewebsthromboplastin |
| INTEM | Erfassung des intrinsischen Systems durch Kontaktphasenaktivierung |
| FIBTEM | Messung der Fibringerinnsel-Qualität nach Thrombozytenhemmung (Cytochalasin D) |
| APTEM | Erfassung einer Hyperfibrinolyse durch Fibrinolyse-Blockade (Aprotinin) |
| HEPTEM | Erfassung des intrinsischen Systems unter Heparin durch Heparinase-Zugabe |
Die Leitlinie führt folgende Messgrößen auf, die bei diesen Testansätzen erhoben werden:
-
Gerinnungszeit (CT): Zeit bis zum Einsetzen der Blutgerinnung
-
Gerinnselbildungszeit (CFT): Zeit bis zu einer Gerinnselfestigkeit von 20 Millimetern
-
Maximale Gerinnselfestigkeit (MCF): Maximale mechanische Ausprägung des Gerinnsels
-
Maximale Lyse (ML): Stabilität des Gerinnsels gegenüber fibrinolytischen Prozessen
Diagnostik der Verbrauchskoagulopathie (DIC)
Für die Diagnose einer DIC wird neben der Thrombelastometrie die Bestimmung weiterer Laborparameter empfohlen.
Dazu zählen die Messung der Thrombozyten, des Fibrinogens, der Antithrombin-III-Aktivität (ATIII) sowie der D-Dimere zum Nachweis einer Hyperfibrinolyse.
Die Interpretation der TEM-Ergebnisse erfordert eine gemeinsame Beurteilung aller Messwerte.
Ein Mangel an Blutplättchen zeigt sich laut Text durch normale MCF-Werte im FIBTEM-Ansatz bei zugleich verminderten Werten im EXTEM-Ansatz.
Therapie bei DIC
Da die DIC ein lebensbedrohliches Zustandsbild darstellt, wird eine intensivmedizinische Versorgung beschrieben.
In erster Linie ist die Abklärung und Therapie der auslösenden Ursache erforderlich.
Zusätzlich werden folgende symptomorientierte Maßnahmen genannt:
-
Ersatz von Gerinnungsfaktoren (v.a. ATIII, Fibrinogen) und Thrombozyten bei Blutungsneigung
-
Einsatz gerinnungshemmender Substanzen (v.a. Heparin) bei Mikrothrombosen
-
Hämodialyse bei Nierenversagen oder künstliche Beatmung bei Atemversagen
Referenzwerte der Thrombelastometrie
Der Text gibt folgende Referenzbereiche für Erwachsene und Kinder an:
| Parameter | Referenzbereich |
|---|---|
| Gerinnungszeit (CT) | 38-79 Sekunden |
| Gerinnselbildungszeit (CFT) | 34-159 Sekunden |
| Maximale Gerinnselfestigkeit (MCF) | 9-25 Millimeter |
| Maximale Lyse (ML) | <15% der MCF |
Kontraindikationen
Der Text weist auf bestimmte Einschränkungen der Thrombelastometrie hin.
Das Verfahren besitzt eine geringe Sensitivität gegenüber den Effekten von Thrombozytenaggregationshemmern (wie Acetylsalicylsäure, Clopidogrel oder Abciximab).
Zudem werden Blutgerinnungsstörungen, die über den Von-Willebrand-Faktor vermittelt werden, nur unzureichend erfasst.
Es wird gewarnt, dass normale TEM-Messwerte eine vorangegangene Behandlung mit niedermolekularem Heparin, Vitamin-K-Antagonisten oder Faktor-Xa-Hemmern nicht ausschließen.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass unauffällige Werte in der Thrombelastometrie eine medikamentöse Antikoagulation nicht sicher ausschließen. Laut Text können betroffene Personen trotz normaler TEM-Ergebnisse unter dem Einfluss von niedermolekularem Heparin, DOAKs oder Vitamin-K-Antagonisten stehen. Zudem wird betont, dass die Methode eine geringe Sensitivität für Thrombozytenaggregationshemmer aufweist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie erfasst der EXTEM-Ansatz vorwiegend das extrinsische Blutgerinnungssystem durch die Zugabe von Gewebsthromboplastin. Der INTEM-Ansatz hingegen überprüft das intrinsische System mittels einer Kontaktphasenaktivierung.
Ein potenzieller Mangel an Blutplättchen lässt sich durch den Vergleich verschiedener Testansätze erkennen. Der Text beschreibt, dass normale MCF-Werte im FIBTEM-Ansatz bei gleichzeitig verminderten Werten im EXTEM-Ansatz auf einen Thrombozytenmangel hindeuten.
Neben der Thrombelastometrie wird die Bestimmung der Thrombozytenzahl, des Fibrinogens und der Antithrombin-III-Aktivität empfohlen. Zum Nachweis einer Hyperfibrinolyse im Rahmen der DIC nennt die Quelle zudem die Messung von D-Dimeren.
Die Abkürzung MCF steht für Maximum Clot Firmness und beschreibt die maximale Gerinnselfestigkeit. Gemäß der Quelle entspricht dieser Wert in Millimetern der maximalen mechanischen Ausprägung des künstlich erzeugten Blutgerinnsels.
Die Quelle weist darauf hin, dass die Thrombelastometrie eine geringe Sensitivität gegenüber Medikamenten zur Thrombozytenaggregationshemmung aufweist. Effekte von Acetylsalicylsäure, Clopidogrel oder Abciximab werden durch das Verfahren daher nicht zuverlässig abgebildet.
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Quelle: Laborwert: ROTEM® Thrombozyten-gehemmt (FIB-TEM) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.