ROTEM® intrinsisch (INTEM): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die Thrombelastometrie (TEM bzw. TEG) ist ein labormedizinisches Spezialverfahren zur In-vitro-Überwachung der Blutgerinnselbildung. Laut der Quelle Gesundheit.gv.at kommt das Verfahren meist direkt am Krankenbett, insbesondere auf intensivmedizinischen Abteilungen, zum Einsatz.
Dies ermöglicht eine besonders zeitnahe therapeutische Intervention bei Gerinnungsstörungen. Die ROTEM®-Technologie nutzt Zitratblut und analysiert die Gerinnselbildung unter verschiedenen spezifischen Laborbedingungen zeitgleich.
Ein zentrales Einsatzgebiet ist die Diagnostik und Steuerung der Therapie bei einer Verbrauchskoagulopathie (disseminierte intravasale Coagulation, DIC). Hierbei kommt es zu einer unkontrollierten Aktivierung des Gerinnungssystems mit einem potenziell lebensbedrohlichen Verbrauch von Gerinnungsfaktoren.
Empfehlungen
Diagnostik und Testansätze
Die Quelle beschreibt fünf verschiedene In-vitro-Testansätze der ROTEM®-Technologie, die zeitgleich analysiert werden können:
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EXTEM: Erfassung des extrinsischen Systems durch Zugabe von Gewebsthromboplastin.
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INTEM: Erfassung des intrinsischen Systems durch Kontaktphasenaktivierung.
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FIBTEM: Messung der Fibringerinnsel-Qualität nach Thrombozytenhemmung durch Cytochalasin D.
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APTEM: Erfassung einer Hyperfibrinolyse durch Blockade der Fibrinolyse mittels Aprotinin.
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HEPTEM: Erfassung des intrinsischen Systems bei Heparin-Behandlung durch Zugabe von Heparinase.
Interpretation der Messwerte
Zur Befundung müssen stets sämtliche erhobenen Messwerte der unterschiedlichen Untersuchungsansätze gemeinsam beurteilt werden. Eine Verlängerung der Messzeiten weist auf eine krankhafte Aktivierung des Blutgerinnungssystems hin.
Ein potenzieller Thrombozytenmangel zeigt sich durch normale MCF-Werte im FIBTEM-Ansatz bei zugleich verminderten Werten im EXTEM-Ansatz. Eine Verkürzung der Gerinnungszeit im APTEM- im Vergleich zum EXTEM-Ansatz deutet auf eine Hyperfibrinolyse hin.
Diagnostik der Verbrauchskoagulopathie (DIC)
Für die Diagnose einer DIC werden neben der Thrombelastometrie weitere spezifische Laboruntersuchungen angeführt:
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Messung der Thrombozytenzahl (ein Absinken ist ein besonders wichtiger Indikator).
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Bestimmung von Fibrinogen und der Antithrombin-III-Aktivität (ATIII) zur Beurteilung des Faktorenverbrauchs.
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Messung von D-Dimeren zum Nachweis einer Hyperfibrinolyse.
Therapeutisches Vorgehen bei DIC
Bei einer DIC steht die Abklärung und Therapie der auslösenden Ursache an erster Stelle. Symptomorientiert werden folgende Maßnahmen beschrieben:
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Gabe von Gerinnungsfaktoren (vor allem ATIII und Fibrinogen) sowie Thrombozytenkonzentraten bei unkontrollierter Blutungsneigung.
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Einsatz gerinnungshemmender Substanzen wie Heparin zur Behandlung von Mikrothrombosen.
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Intensivmedizinische Organersatzverfahren (Hämodialyse, Beatmung) bei drohendem Multiorganversagen.
Referenzwerte der Thrombelastometrie
Die Quelle gibt folgende geschlechts- und altersunabhängige Orientierungswerte für die ROTEM®-Parameter an:
| Parameter | Abkürzung | Referenzbereich |
|---|---|---|
| Gerinnungszeit | CT | 100–240 Sekunden |
| Gerinnselbildungszeit | CFT | 30–110 Sekunden |
| Maximale Gerinnselfestigkeit | MCF | 50–72 Millimeter |
| Maximale Lyse | ML | <15% der MCF |
💡Praxis-Tipp
Die Quelle weist darauf hin, dass die Thrombelastometrie eine geringe Sensitivität gegenüber Thrombozytenaggregationshemmern (wie Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel) sowie von-Willebrand-Faktor-assoziierten Störungen aufweist. Zudem schließen normale TEM-Messwerte eine bestehende Therapie mit niedermolekularem Heparin, Vitamin-K-Antagonisten oder Faktor-Xa-Hemmern nicht sicher aus. Es wird daher betont, die Laborwerte stets im Zusammenhang mit der Krankengeschichte und der aktuellen Medikation zu interpretieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle erfasst der EXTEM-Ansatz vorwiegend das extrinsische Blutgerinnungssystem durch die Zugabe von Gewebsthromboplastin. Der INTEM-Ansatz hingegen überprüft das intrinsische System mittels einer Kontaktphasenaktivierung.
Ein Hinweis auf eine Hyperfibrinolyse ist laut Text gegeben, wenn sich die Gerinnungszeit im APTEM-Ansatz im Vergleich zum EXTEM-Ansatz verkürzt. Im APTEM-Test wird die Fibrinolyse künstlich blockiert, was diesen direkten Vergleich ermöglicht.
Neben der Thrombelastometrie nennt die Quelle die Messung der Thrombozytenzahl, des Fibrinogens und der Antithrombin-III-Aktivität. Zusätzlich wird die Bestimmung von D-Dimeren zum Nachweis einer Hyperfibrinolyse angeführt.
Die Abkürzung MCF steht für "Maximum Clot Firmness" und beschreibt die maximale Gerinnselfestigkeit in Millimetern. Dieser Wert entspricht der maximalen mechanischen Ausprägung des künstlich erzeugten Blutgerinnsels.
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Quelle: Laborwert: ROTEM® intrinsisch (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.