Calprotectin im Stuhl: Leitlinie Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Calprotectin ist ein humanes Leukozytenprotein, das im Zytoplasma von weißen Blutkörperchen, insbesondere neutrophilen Granulozyten und Monozyten, vorkommt. In der medizinischen Diagnostik ist vor allem die Bestimmung dieses Eiweißstoffes im Stuhl von zentraler Bedeutung.

Ein erhöhter Calprotectin-Wert im Stuhl liefert einen wichtigen Hinweis auf eine krankhaft bedingte Ansammlung von weißen Blutkörperchen im Darm. Die Höhe des Wertes korreliert dabei direkt mit der Menge an Leukozyten im Darmlumen.

Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzmonographie von Gesundheit.gv.at. Die Bestimmung dient primär der Erkennung entzündlicher Prozesse im Darmtrakt und ist ein etablierter Baustein in der gastroenterologischen Basisdiagnostik.

Empfehlungen

Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at formuliert folgende Kernaussagen zur Diagnostik und Therapie:

Indikation und Differenzialdiagnostik

Laut Leitlinie wird die Bestimmung von Calprotectin im Stuhl bei Verdacht auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa empfohlen. Der Marker dient der Unterscheidung zwischen einer organischen Darmentzündung und einem funktionellen Reizdarm-Syndrom.

In der Kinderheilkunde wird der Wert als nicht-invasive diagnostische Möglichkeit zur Abklärung von Darmerkrankungen hervorgehoben.

Ursachen für erhöhte Werte

Gemäß dem Dokument finden sich erhöhte Calprotectin-Werte im Stuhl bei verschiedenen Krankheitsbildern:

  • Bereits in frühen Stadien von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

  • Bei akuten Darminfektionen

  • Bei Tumoren im Bereich des Darmes

  • Bei Mukoviszidose

Erweiterte CED-Diagnostik

Bei Verdacht auf eine CED wird ein mehrstufiges Vorgehen beschrieben. Neben der Calprotectin-Bestimmung umfasst die Diagnostik:

  • Erhebung der Krankengeschichte und körperliche Untersuchung

  • Darmspiegelung mit histologischer Untersuchung von Biopsiematerial

  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT, MRT)

  • Weitere Laborparameter (CRP, Blutbild, Eisenstoffwechsel, Autoimmundiagnostik)

Therapeutische Maßnahmen bei CED

Die Therapie richtet sich nach der spezifischen Form, dem Verlauf und dem Stadium der Erkrankung. Es werden folgende therapeutische Optionen aufgeführt:

  • Diätetische Maßnahmen, wie ballaststofffreie Ernährung in akuten Schüben

  • Medikamentöse Entzündungshemmung (Steroide, Immunsuppressiva, Biologicals, Mesalazin bei Colitis ulcerosa)

  • Supportive Maßnahmen wie Osteoporoseprophylaxe und Eisensubstitution

  • Chirurgische Eingriffe bei schwerem Befall

Referenzwerte

Die Leitlinie gibt folgende Referenzwerte für Calprotectin im Stuhl als Orientierungshilfe an:

PatientengruppeAlterReferenzwertEinheit
Männerbis 18 Jahre< 50µg/g
Männerüber 18 Jahre< 50µg/g
Frauenbis 18 Jahre< 50µg/g
Frauenüber 18 Jahre< 50µg/g

Es wird betont, dass diese Werte stets in Zusammenschau mit der Klinik interpretiert werden müssen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein unauffälliger Calprotectin-Wert schließt eine Erkrankung nicht in jedem Fall vollständig aus, ebenso wie ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bei völlig gesunden Personen auftreten kann. Laut Leitlinie wird daher betont, dass Laborwerte stets in Zusammenschau mit der Krankengeschichte, der Medikation und weiteren Untersuchungsbefunden interpretiert werden müssen. Die alleinige Diagnosestellung auf Basis des Calprotectin-Wertes wird nicht empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Messung dient laut Leitlinie primär der Unterscheidung zwischen entzündlichen Darmerkrankungen und funktionellen Beschwerden wie dem Reizdarmsyndrom. Ein erhöhter Wert weist auf eine Ansammlung weißer Blutkörperchen und somit auf eine Entzündung im Darm hin.

Gemäß dem Dokument steigen die Werte unter anderem bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Darminfektionen und Tumoren im Darmbereich an. Auch bei Mukoviszidose lassen sich erhöhte Konzentrationen im Stuhl nachweisen.

Die Leitlinie gibt als Orientierungshilfe einen Referenzwert von unter 50 µg/g Stuhl an. Dieser Wert gilt geschlechtsunabhängig sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.

Laut Leitlinie kann Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt betreffen und zeichnet sich durch Epitheloidzellgranulome aus. Die Colitis ulcerosa beginnt meist im Rektum, beschränkt sich auf den Dickdarm und zeigt in frühen Stadien Kryptenabszesse statt Granulome.

Das Dokument beschreibt Morbus Crohn als nicht heilbar, wobei Betroffene unter optimaler Therapie eine normale Lebenserwartung haben. Die Colitis ulcerosa gilt hingegen durch eine operative Entfernung des Dickdarms (Proktokolektomie) als heilbar.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Laborwert: Calprotectin/Stuhl (CALPR) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien