Calprotectin im Stuhl: Differenzierung von CED und RDS
Hintergrund
Calprotectin ist ein humanes Leukozytenprotein, das im Zytoplasma von weißen Blutkörperchen, insbesondere neutrophilen Granulozyten und Monozyten, vorkommt. In der medizinischen Diagnostik ist vor allem die Bestimmung dieses Eiweißstoffes im Stuhl von zentraler Bedeutung.
Ein erhöhter Calprotectin-Wert im Stuhl liefert einen wichtigen Hinweis auf eine krankhaft bedingte Ansammlung von weißen Blutkörperchen im Darm. Die Höhe des Wertes korreliert dabei direkt mit der Menge an Leukozyten im Darmlumen.
Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzmonographie von Gesundheit.gv.at. Die Bestimmung dient primär der Erkennung entzündlicher Prozesse im Darmtrakt und ist ein etablierter Baustein in der gastroenterologischen Basisdiagnostik.
💡Praxis-Tipp
Ein unauffälliger Calprotectin-Wert schließt eine Erkrankung nicht in jedem Fall vollständig aus, ebenso wie ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bei völlig gesunden Personen auftreten kann. Laut Leitlinie wird daher betont, dass Laborwerte stets in Zusammenschau mit der Krankengeschichte, der Medikation und weiteren Untersuchungsbefunden interpretiert werden müssen. Die alleinige Diagnosestellung auf Basis des Calprotectin-Wertes wird nicht empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Messung dient laut Leitlinie primär der Unterscheidung zwischen entzündlichen Darmerkrankungen und funktionellen Beschwerden wie dem Reizdarmsyndrom. Ein erhöhter Wert weist auf eine Ansammlung weißer Blutkörperchen und somit auf eine Entzündung im Darm hin.
Gemäß dem Dokument steigen die Werte unter anderem bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Darminfektionen und Tumoren im Darmbereich an. Auch bei Mukoviszidose lassen sich erhöhte Konzentrationen im Stuhl nachweisen.
Die Leitlinie gibt als Orientierungshilfe einen Referenzwert von unter 50 µg/g Stuhl an. Dieser Wert gilt geschlechtsunabhängig sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.
Laut Leitlinie kann Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt betreffen und zeichnet sich durch Epitheloidzellgranulome aus. Die Colitis ulcerosa beginnt meist im Rektum, beschränkt sich auf den Dickdarm und zeigt in frühen Stadien Kryptenabszesse statt Granulome.
Das Dokument beschreibt Morbus Crohn als nicht heilbar, wobei Betroffene unter optimaler Therapie eine normale Lebenserwartung haben. Die Colitis ulcerosa gilt hingegen durch eine operative Entfernung des Dickdarms (Proktokolektomie) als heilbar.
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Quelle: Laborwert: Calprotectin/Stuhl (CALPR) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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