Pankreatische Elastase im Stuhl: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die pankreatische Elastase ist ein Verdauungsenzym, das von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pankreasenzymen wird sie während der Magen-Darm-Passage nicht abgebaut, sondern reichert sich um das Fünf- bis Sechsfache im Stuhl an.
Eine ungenügende Bildung von Verdauungsenzymen wird als exokrine Pankreasinsuffizienz bezeichnet. Die Folge dieser Unterfunktion ist eine Verdauungsinsuffizienz, bei der die aufgenommene Nahrung nicht mehr richtig verwertet werden kann.
Häufige Ursachen für eine solche Unterfunktion sind akute oder chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Diese können unter anderem durch Gallensteine, chronischen Alkoholabusus, Tumorerkrankungen oder angeborene Stoffwechselerkrankungen wie zystische Fibrose ausgelöst werden.
Empfehlungen
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at formuliert folgende Kernpunkte zur Diagnostik mittels pankreatischer Elastase:
Indikation und Diagnostik
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Zur Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz wird die Messung der pankreatischen Elastase im Stuhl empfohlen.
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Als ergänzende Diagnostik bei Verdacht auf Pankreatitis werden Blutwerte (α-Amylase, Lipase) sowie bildgebende Verfahren (Ultraschall, Bauchröntgen, CT) angeführt.
Interpretation der Laborwerte
Die Leitlinie definiert folgende Referenz- und Grenzwerte für die pankreatische Elastase im Stuhl. Diese Werte gelten einheitlich für alle Geschlechter und Altersgruppen:
| Elastase-Wert | Interpretation |
|---|---|
| > 200 µg/g | Normalwert (Referenzbereich) |
| 100 bis 200 µg/g | Leichte bis mäßige Pankreasinsuffizienz |
| < 100 µg/g | Schwere Pankreasinsuffizienz |
Therapiehinweise
Bei Vorliegen einer exokrinen Pankreasinsuffizienz wird eine Substitution von Pankreasenzymen mit der Nahrung als notwendige Behandlung beschrieben.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie kann wässriger oder dünnbreiiger Stuhl zu falsch niedrigen Messwerten der pankreatischen Elastase führen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine bereits bestehende Substitutionstherapie mit Pankreasenzymen das Messergebnis nicht beeinflusst und die Diagnostik somit unter laufender Therapie erfolgen kann.
Häufig gestellte Fragen
Ein Wert von unter 100 µg/g Stuhl weist laut Leitlinie auf eine schwere exokrine Pankreasinsuffizienz hin. Werte zwischen 100 und 200 µg/g deuten auf eine leichte bis mäßige Insuffizienz hin.
Nein, eine bestehende Substitutionstherapie mit Pankreasenzymen beeinflusst das Messergebnis der pankreatischen Elastase im Stuhl nicht. Die Untersuchung kann problemlos unter laufender Enzymgabe durchgeführt werden.
Bei wässrigem oder dünnbreiigem Stuhl kann es zu falsch niedrigen Messwerten kommen. Dies sollte bei der Interpretation des Laborbefundes zwingend berücksichtigt werden.
Die Leitlinie nennt ergänzend die Messung von Blutwerten wie α-Amylase und Lipase. Zudem werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Bauchröntgen oder eine Computertomographie des oberen Bauchraumes aufgeführt.
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Quelle: Laborwert: Pankreatische Elastase / Stuhl (PELAT) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.