Kolorektales Karzinom: Screening, Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Das kolorektale Karzinom (KRK) gehört zu den häufigsten malignen Tumoren in Deutschland. Die Erkrankung betrifft meist das höhere Lebensalter, wobei die Inzidenz ab dem 50. Lebensjahr deutlich ansteigt.
Die AWMF-Leitlinie Version 3.0 (September 2025) bietet umfassende Empfehlungen für die gesamte Versorgungskette. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention, der risikoadaptierten Früherkennung sowie der multimodalen Therapie.
Zudem wurden neue Erkenntnisse zur molekularpathologischen Diagnostik und zur totalen neoadjuvanten Therapie (TNT) beim Rektumkarzinom integriert. Auch organerhaltende Strategien wie das "Watch & Wait"-Konzept gewinnen an Bedeutung.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft die molekularpathologische Diagnostik. Es wird dringend empfohlen, bei jedem neu diagnostizierten kolorektalen Karzinom routinemäßig den dMMR/MSI-Status zu bestimmen. Dies ist nicht nur für die Identifikation eines möglichen Lynch-Syndroms essenziell, sondern hat auch direkte therapeutische Konsequenzen, da MSI-H-Tumoren im metastasierten Stadium hochgradig auf eine Immuntherapie ansprechen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für Personen mit durchschnittlichem Risiko den Beginn der Früherkennung ab dem 50. Lebensjahr. Hierfür stehen primär die Koloskopie oder der immunologische Stuhltest (iFOBT) zur Verfügung.
Für das lokale Staging des Rektumkarzinoms wird ein MRT des Beckens empfohlen. Dieses ist besonders wichtig, um den Abstand des Tumors zur mesorektalen Faszie zu beurteilen und die Therapieplanung zu steuern.
Nach einer R0-Resektion im Stadium III wird eine adjuvante Chemotherapie empfohlen. Laut Leitlinie soll hierbei ein Oxaliplatin-haltiges Regime wie FOLFOX oder CAPOX zum Einsatz kommen.
Wenn ein Rektumkarzinom nach einer neoadjuvanten Therapie eine klinische Komplettremission zeigt, kann auf eine sofortige Operation verzichtet werden. Es wird stattdessen eine engmaschige, strukturierte Nachsorge durchgeführt, um bei einem Lokalrezidiv rechtzeitig operieren zu können.
Bei metastasierten RAS-Wildtyp-Tumoren ist die Lokalisation therapierelevant. Gemäß Leitlinie sprechen linksseitige Tumoren besser auf Anti-EGFR-Antikörper an, während bei rechtsseitigen Tumoren Anti-VEGF-Therapien bevorzugt werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Kolorektales Karzinom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen